Lovestory Hader

Endschnipsel: Der letzte Tag

Erinnerung für eine Schreibanregung.

„Kann ich dir helfen?“, vernahm ich melodisch von einem Mann.

„Danke“, konnte ich nur sagen. Peinlich genug, aber als ich in diese Augen sah, hatte ich nur noch eins: Fluchtreflex. Wir saßen im Zug, ich bettete zu allen, was ich kannte, dass sie bitte nicht in diesen Zug einstiegen, oder zumindest sich, wo anders hinsetzte. Aber nein, mein Wunsch wurde nicht erhört, sie setzten sich auf den Vierersitz neben uns. Ich konnte nicht anders, als immer wieder zu ihm zu schauen. Alexa unterhielt sich mit ihnen, oder besser gesagt mit seinem Freund. Als wir ausstiegen, folgten sie uns.

„Ich hab sie zu uns eingeladen, falls du nichts dagegen hast“, flüsterte sie mir zu, ich schluckte. Wie lange konnte das noch anhalten. Bei mir angekommen, war ich nervös und taktierte meine Katze mit Streicheleinheiten, was ihr gar nicht gefiel. Alexa versuchte mich immer wieder, ins Gespräch mit einzubinden. Aber ich konnte irgendwie nichts sagen, wieder mal untypisch für mich.

Luigi, sein Freund sah auf die Uhr. „Wir müssen dann auch los, der letzte Zug fährt auch gleich.“ So brachten wir sie zum Bahnhof. Ich wusste nicht, was mich geritten hatte, aber ich zog Luigi etwas von ihnen entfernt und fragte ihn wirklich, ob Manuel etwas von Alexa will, er ging lachend von mir weg. Ich verstand die Welt nicht mehr. Als der Zug einfuhr, brachten wir sie zum Einstieg. Manuel zog mich in seinen Arm und küsste mich, ich war Wachs in seinen Armen.

„Nein, sie interessiert mich nicht“, sagte er noch, „Melde dich, sie hat unsere Nummern.“ Dann fuhr der Zug weg, ich ging in die Knie und war vollkommen perplex. Das Alexa im Hintergrund lachte, war mir klar. Ich aber starrte dem Zug hinter her. Auf dem Weg nach Hause habe ich sie immer wieder gefragt, ob ich geträumt hätte, aber nein, es war real.

Das wird mir immer im Gedächtnis bleiben, und auch wenn unser letzter Tag, nicht so rosig war, wusste ich, dass wir sehr viele schöne Stunden hatten. Trotzdem brannte die Frage nach dem warum mir auf der Seele. Warum schenkte, das Schicksal mir diesen Mann, um ihn nicht mal einem dreiviertel Jahr später mir ihn wieder gewaltsam zu entreißen. Ich schloss meine Augen und legte die Rose auf sein Grab.

„Ich werde dich nie vergessen“, gab ich weinerlich von mir und ging. Ich versuchte, danach nicht mehr an ihn und das, was passiert war zu erinnern, aber wie ich ein Teil von ihm wahr, ist er auch ein Teil von mir. Wir haben uns geliebt.

Doch ich musste nach vorne sehen, auch wenn es schwer fiel. Schritt für Schritt verblassen die Erinnerungen, aber unser erster Tag hat sich eingebrannt so wie die tiefe Liebe, die ich für ihn versprüht hatte.

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