Grusel Hader

Schnipsel: Der Fluch der Hexe

Eine Wettbewerbseinreichung, die auch nicht genommen wurde. ^^ Viel Spaß mit dem Fluch der Hexe.

Ich wollte nicht wieder hier her. Der Garten meiner Eltern war mir schon immer unheimlich. Draußen zu spielen war mir als Kind verboten gewesen. Und das alles wegen einem alten Baum, der aussah, als wenn er seit Jahrhunderten tot war. Die Baumrinde abgebröckelt und schwarz und die Äste hingen wie knochige Finger, die nach etwas greifen. Das satte Grün auf der Wiese um uns wirkte wie frisch gemalt, aber um das Geäst, war eine triste Anhäufung von Steinen. Nicht ordentlich, nein wüst hingeworfen.

Meine Eltern meinten damals, weil sich keiner diesem verfluchten Baum näherte. Ich lachte darüber, und das mache ich immer noch. Der Glaube an Flüche und anderen unerklärlichen, war bei mir nicht vorhanden. Jeder ist seines Glückes Schmied. Okay zugegeben, manchmal wird einem schon schwere Steine vom Schicksal vor die Füße geworfen, aber dann wird aufgestanden und weiter gemacht. Ich habe mich nicht unterkriegen lassen, nicht als mein Mann mich verließ, mein Kind an Krebs starb oder meine Eltern jetzt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen.

Mit aufgeklappten Messer gehe ich auf dem Baum zu.

„Bist du dir sicher?“, fragte der Nachbar meiner Eltern.

Ich schnaubte als Antwort.

„Und was ist, wenn doch etwas wahr dran ist?“

„Peter du bist so eine Memme.“

„Bin ich gar nicht“, gab er von sich und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Und er war es doch. Wenn ich ihn mal geboxt hatte, rannte er gleich zu seinen Eltern, verpetzte mich. Oder wenn es donnerte, verkroch er sich unters Bett. Ob er das heute noch macht, weiß ich natürlich nicht.

Ich verließ das Grün der Wiese und trat auf das Grau der Steine. Genüsslich zog ich die Klinge durch das morsche Holz. Viel zu leicht ging das. Nach nicht mal zehn Minuten hatte ich es geschafft. Ich schritt zurück und betrachtete mein Kunstwerk.

„Musste das Letzte wirklich sein?“

„Was den?“

Er seufzte und verschwand kopfschüttelnd im Haus meiner Eltern. Ich wusste nicht, was er hatte. Ich fand mein ’Fuck you Bitch’ sehr passend. Schulterzuckend klappte ich das Messer zusammen und folgte ihm in das Haus, mein wahrer Alptraum.

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