Lovestory Hader

Anfangsschnipsel: Großstadtabenteuer

Großstadtabenteuer schrieb ich für eine Anthologie, da ich sie euch nicht vorenthalten will, hier ein Auszug.

Ich war vor einem Monat recht überrascht, als einen Brief und eine Einladung in meinen Briefkasten zu haben. Noch mehr, als ich feststellte, dass es von den zwei war und das eine davon heiraten wollte. Völlig verwirrt tippte ich die Nummer in das Telefon und fragte sie, ob sie sich den nicht irrten, da wir, bestimmt vier Jahre, absolut nichts voneinander gehört hatten. Sie lachten nur, es sei keine Verwechslung und ich müsse drei Tage früher mindestens anreisen, wegen Kleiderprobe und Junggesellinnenabschied. Ich stimmte zu. Mich hielt hier ja keiner, weder Vieh noch Beziehung.
So packte ich meine Koffer, setzte mich in den Zug und bin zum gewünschten Termin am Bahnhof der Hauptstadt.

„Andrea“, hörte ich und schnaubte schon. Sie wussten, wie ich diesen Namen hasste, den meine Eltern mir gegeben hatten, genau so wie den zweiten Namen Greta. Bin ich ne dumme Insel, bestimmt nicht, aber meinen dritten Namen mag ich wieder sehr und jeder in unserem Dorf nannte mich eigentlich nur noch so Camille. Klar ist das nicht wirklich besser, aber es klingt schöner, eben wie die Blume, obwohl meine Mutter ehr an die dachte, die mit diesem Prinzen herumgemacht hatte.
„Hey Babsi“, zischte ich deswegen durch die Zähne. Aber ihr schien es egal zu sein, sie umarmte mich und knutschte meine Backen ab. Toll!
„Gute Fahrt gehabt?“ Ich nickte nur und war erstaunt, wie sie sich in den ganzen Jahren Null hatte verändert. Ihre braunen Locken waren immer noch schwer zu bändigen, ihre blauen Augen strahlten immer noch mit der Sonne um die Wette und die Figur, die amtliche Dorfmädchen, inklusive mir, heulen ließ. Gertenschlank, eine Oberweite wie Pamela Anderson, aber natürlich und eine Größe von fast Einmeter neunzig. Nicht weniger schön war die Braut, die aber jetzt nicht da war. Wir gingen die Treppen hinunter und ich folgte ihr wie eine Kuh, die an einem Seil gebunden war. Ich hätte mich schon verirrt. Alles sah so gleich aus und doch wieder verkehrt. Endlich kamen wir an ihrem Auto an. Der Koffer landete geräuschvoll auf ihrer Rückbank und der Sitz unter mir hatte vermutlich auch schon die besten Jahre hinter sich, dass er so ätzte. Gekonnt bretterte sie aus dem Parkhaus, auch quietschende Reifen scheinen bei ihr normal zu sein. Sie blubbert und blubbert und ich dachte nur, wann darf ich wieder heim. „Immer freundlich nicken und froh sein Mal raus zu kommen“, ging als Dauerschleife durch mein Gehirn.

Wir landeten in der nächsten Tiefgarage und da war die nächste Schönheit, im Gegensatz zu Babsi hat sich Dani dann doch geändert. Das einzige, was sich nicht geändert hatte, war die Größe, ah und ihre blauen Augen. Knochendürr wurde zu muskulös, blond zu Braun, kurz zu lang und operiert, die Nase und die Lippen fielen mir sofort auf. Bei den Brüsten war ich mir nicht sicher. Ach ja ihre Brille war auch verschwunden, so wie ihre Zahnspange. „Hey Dani“, sagte ich und hob meine Hand. Ich wollte ausweichen, aber ihre Lippen waren schon auf meinen Backen.
„Toll, dass du kommst Andrea.“
Camille bitte oder Cam“, gab ich seufzend von mir.
„Was immer du willst.“ So langsam bekomme ich die Befürchtung, dass dies hier ein riesiger Fehler war, da half auch mein Leitspruch nicht mehr.
Mit einem Aufzug fuhren wir in einen zehnten Stock. Sie quatschten und quatschten und ich dachte nur: „Holen die auch mal Luft?“
Oben angekommen stand da eine Herde Steroide verseuchten männliche Gattung, als Mann konnte ich das nicht mehr definieren, so schlimm sahen nicht mal die Zuchtbullen meines Onkels aus.
„Andrea
„Cam“, knurrte ich.
„Das ist mein Verlobter Fabian.“
Der Größte der Bullen sah mich stirnrunzelnd an. „Cam?“
„Camilla, aber “ Hüte deine Zunge. „Ich mag Cam lieber.“ Konnte ja schlecht sagen, damit es in deinem Minihirn noch Platz hat.
Er schmunzelte. „Andrea klingt besser.“
„Gute, das ist deine Meinung.“ Es interessiert mich aber einen Scheiß.
„Hey, ich bin Dominik, sein Bruder, schön dich kennenzulernen“, mischte sich ein Berg ein. Mein Blick wechselte zwischen den Zwei. Sehr unterschiedliche Brüder. Dieser Fabian hatte eine helle Glatze, blaue Augen, während der andere eine dunkelbraune Igelfrisur und grüne Augen hatte, aber auch vom Gesicht her sahen sie sich so gut wie gar nicht ähnlich, andere Nasenform zum Beispiel.
„Äh ja hey.“
„Gut, die anderen lernst du dann morgen zum Essen kennen, wir drei gehen jetzt erst mal Shoppen für die Tage, dann komm Andrea.“ Sie sah auf meinen Koffer. „Nikki stell ihn bitte ins Gästezimmer.“
„Bis dann Cam“, sagte dieser Dominik, als er meinen Koffer nahm.
„Andrea heute noch.“ Ich verdrehte meine Augen und folgte dann Dani und Babsi.

Ein weitere Schnipsel im Thema Liebe und Erotik könnt ihr euch hier durchlesen.

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