Kate und Lee WGC Hader

WöchentlicheGeschichtsChallenge

WöchentlicheGeschichtsChallenge

Die WöchentlicheGeschichtsChallenge geht in die zweite Runde. Der Februar hat viel zu bieten an Themen. Fasching und Valentinstag, war natürlich das Hauptthema.

Meine Antworten zu diesen Monat sind alle komplett aus dem Text zu einer kleinen Geschichte, die ich geschrieben habe.

Wir kommen aus der Uni, es ist dunkel und es hat geregnet. Zu heute Mittag, wo es noch angenehme zwanzig Grad war, ist es jetzt ein gefühlter Winter. Kalter Wind umschlingt meine Beine. Meine Muskeln zucken, die feinen Härchen auf der nackten Haut stellen sich auf und ich reibe über meine Arme.
„Ist alles Okay?“, fragt Mark.
„Können wir nicht wieder rein?“, will ich wissen, meine Zähne klappern aufeinander. Sicherlich müsste ich noch aufgeheizt sein, von unserem letzten Liebesspiel, aber dieser Wechsel ist einfach zu abrupt gewesen. Er legt seine Jacke über meine Schultern. Dankend lächle ich ihn an. Wer hätte gedacht, dass ihm doch ein Kavalier steckt. Doch er überrascht mich in den letzten Tagen ja nicht nur mit dieser Geste.
„Komm, ich bringe dich zur Bahn.“ Langsam schlendern wir zur Station, sein Arm fest um meine Taille. Immer wieder muss ich zu ihm sehen. Ich kann es immer noch nicht fassen, ich habe mich tatsächlich auf ihn eingelassen. Sicherlich fühlt es sich gerade auch mehr als gut an und um ehrlich zu sein graut es mir vor morgen.
Die Uhr sagt, dass wir noch zehn Minuten haben, bis ich nach Hause fahre. Er hebt vorsichtig mein Kinn und legt sanft seinen Mund auf meine. Das mag ich auch so sehr an ihn, er lässt mich bestimmen: Will ich mehr oder reicht diese kurze Berührung. Ich lege meine Arme um seine Hüfte und öffne meine Lippen, um ihn gewähren zu lassen. Innerhalb von Sekunden ist die Kälte, die meinen Körper beherrscht hat, wie weggeblasen.

Seine Überraschung ist kein Geschenk, wir sind in eine Wintersporthalle gefahren. Zu oft habe ich mich beschwert, dass es hier nicht schneit und ich deswegen Deutschland vermisse. Am Rand sind ein paar Bäume gepflanzt worden. Da sie Blätter haben, vermute ich, dass künstlich sind, was dem Bild nicht schadet. An den Ästen hängen Lichterketten und darunter sind Tische. Auf einen laufen wir zu, na ja er läuft, ich trippele vorsichtig nebenher und nicht auszurutschen. Wie ein Gentleman, was er definitiv ist, hilft er mir beim Setzen und rückt den Stuhl zurecht.
„Was machen wir hier?“, will ich wissen.
„Du bist so unentspannt, wenn du nicht weißt, was dich erwartet.“
Ich zeige auf meinen Bauch. „Das da ist unerwartet genug.“
Er lacht. Die Kellnerin bringt Eiskaffee mit Haselnusseis.
„Erinnerst du dich?“, fragt er, als sie nicht mehr in der Nähe ist.
„Sicher.“ Wie könnte ich es vergessen, wie mir damals klar wurde, dass wir so viel mehr gemeinsam haben.
„Was hatten wir den dazu?“
„Und du denkst, ich weiß es nicht mehr?“ Er sieht mich herausfordernd an. „Apfelstrudel mit unserer Lieblingseissorte, also der gleichen, die da drin schwimmt.“
„Ich gebe mich geschlagen.“
„Du hast mir schon damals sehr viel Ruhe gegeben.“
„Na ja, wenn ich ehrlich gewesen wäre, dann hättest du dieses Chaos ja nicht gehabt.“
Seufzend stimme ich ihm zu. Die Kellnerin kommt wieder. Tatsächlich bringt sie uns einen Strudel. Er ist wie ein Herz drapiert und das Eis sieht wie zwei Tauben aus. Die eine trägt etwas in ihren Schnabel. „Ist das?“ Mein Blick geht zu ihm.
„Ich habe dir damals schon gesagt, als ich dich fragte, ob du mit mir hier herziehst.“
„Es war etwas verwirrend zu der Zeit.“
„Oder so, aber eigentlich dachte ich schon weiter.“ Er steht auf, nimmt den Ring aus dem Schnabel und kommt zu mir. „Jeanne Marie-Antoinette Bach, würdest du mich Heiraten?“

Am Tor warten wir dann auf Andrea. Sie schimpft, als sie rauskommt und ich bezweifle, ob die Party jetzt so eine gute Idee ist. Im Auto fragen wir sie, was den los ist, schweigen, wäre besser gewesen. Ihre Schimpftirade über die Professorin ihrer letzten Stunde ist ausschweifend, vulgär und laut.
Selbst nach zwei Bier ist ihre Stimmung noch im Keller. Sie lallt dementsprechend schon, als der Rest unserer Kommilitonen eintrifft. Mir bleibt nur der Blick durch das kunterbunte Treiben, der Menschen wandern zu lassen. Wie sie Tanzen und Alkohol trinken. Cocktails, Bier und anderes hochprozentiges, stehen da für jeden griffbereit.
Um zehn Uhr bringe ich sie schon mit Mark ins Bett. Kopfschüttelnd sehe ich ihr zu, wie sie sich in ihrer Decke eingemummelt und dann einschläft. Irgendwie süß. Ich bemerke das Bild auf ihrem Nachttisch. Es lässt mich schmunzeln. Da haben wir uns getroffen in Venedig und uns die gleiche Maske geholt. Auch wenn wir uns gut verstanden haben, damals am Karneval auf den Markusplatz, haben wir nicht unsere Nummern getauscht. Zufällig haben wir uns dann hier in der Uni wiedergetroffen. Jetzt erst bemerke ich, dass wir über ein Jahr befreundet sind und ich im Grunde NICHTS von ihr weiß.

Mädelsabend ist etwas, was ich schon sehr lange nicht mehr gehabt habe. Chanti und Andrea vertragen sich nicht so gut. Notgedrungen, müssen die beiden aber gerade klarkommen. Ich weiß, dass Andrea hofft, das dies sehr schnell sich im Winde verweht. Ganz ehrlich, ich bezweifle es. Chanti und Joe scheinen sich zu ergänzen. Was Mark und ich manchmal auch haben, Betonung liegt da auf manchmal. Aber ich will jetzt mir nicht den Kopf darum machen. Mark ist heute nicht Thema, sondern wir Mädels. Wir haben uns entschieden in eine Disco zu gehen. Schon davor müssen wir durch eine graue Nebelwand. Der stinkende Dunst, der Menschen, die anstehen müssen. Ich kann diesen Zigaretten nichts abhaben, weder richtig, noch diese E-Zigaretten oder gar diesen Shisha.
Der Türsteher winkt uns durch, ein Privileg, was man hat, wenn Frau Stammgast ist und den Besitzer kennt. Innen eine erneute Wand, dieses Mal ein bunter Schleier der sich im Takt der Musik verändert.
Andrea wippt schon mit ihrem Kopf. Wir steuern den hinteren Bereich an, in dem wir uns unterhalten können. Sicherlich ist dort auch noch die Musik zu übertönen, aber weitaus weniger, als im Zentrum.

Freut euch auf März mit neuem Thema und Herausforderungen der WöchentlicheGeschichtsChallenge. Meine Antworten von Januar könnt ihr in Challenge nachlesen.

Ihr könnt auch gerne mal bei Patrick Kaltwasser Instagram seine Antworten nachlesen.

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