Ka Hader

Anfangsschnipsel: Gemeinschaftsgarten

Dieser Text ist ein neuerer dieses Jahr geschrieben, leider kam er nicht unter den ersten drei, den nur die erhielten einen Preis. Doch die E-Mail, die ich als Absage bekam, war für mich tausendmal mehr wert, als eine Zusage für einen Druck.

„Ihr Beitrag „Gemeinschaftsgarten“ hat es leider nicht unter die besten drei Kurzgeschichten geschafft.
Sie sollten dennoch das Schreiben unbedingt weiterverfolgen. Ihre Geschichte rund um Milli und Andreas macht Lust auf eine Fortsetzung und hat uns beim Lesen viel Freude bereitet.“

Zitat aus der E-Mail

Und jetzt viel Spaß mit dem Anfangsschnipsel

Gemeinschaftsgärten waren für mich als Autorun eine Freude. Man setzte sich hin, beobachtete die Menschen und schon hatte man eine neue Idee oder eine Charaktereigenschaft, für einen Charakter. Manchmal kam auch Lösungen eines Problems zu einem.
Mein Problem, ich kam mit der Geschichte nicht weiter, die Stelle wo sie ihn trifft und sich verzweifelt zu erinnern versucht, woher sie ihn kennt. Immer wenn ich diese Szene schreibe, ist es so, dass ich mich damit nicht wohlfühlte. Ich empfand es nicht als realistisch.
Und dann kam meine Lösung mit einem Ball, der mit Wucht gegen mein Display meines Laptops knallt. „Sind sie von allem guten Geistern verlassen?“, fauchte ich den Fremden an. Normal kannte ich jeden der hier aus und ein ging. Aber dieser Mann war mir gänzlich unbekannt. Blonde Haare, oben länger und nach hinten gegellt, die Seiten hoch rasiert und um einiges Dunkler. Seine Augen funkeln vor Schabernack in einen Satten grün. An der rechten Augenbraue ist ein Piercing. Seine Lippen sind schön voll und geschwungen. Den Hals abwärts verzieren Bilder seine Haut. Wo das hat stechen lassen, war sein Körper bestimmt nicht so schwammig.
„Entschuldige Milli.“
„Milli, bescheuert oder was?“
Er lacht. „Kann doch passieren.“
„Onkel komm“, sagte der kleine Maik und zog ihm an dem Arm. Der kleine Siebenjährige, mit den Blonden kurzen Haaren und den blauen Augen, war der Sohn einer alleinerziehenden Frau. Ich fand es wirklich beeindruckend, wie sie das mit drei Kinder ohne Mann schafft. Die zierliche kleine Blondine war für mich eine Powerfrau.
Der Typ stand da und glotze mich an.
„Eine Entschuldigung wäre wohl angebracht“, motzte ich weiter.
„Du kommst mir bekannt vor“, sagte er stattdessen.
„Klar, jetzt auch noch eine dumme Anmache.“ Ich hatte beschlossen, den Kerl einfach zu ignorieren, darum nahm ich meinen Laptop wieder auf meinen Schoß und klappte ihn auf. Schwarz nichts tat sich mehr. „Nein, nein, nein“, gab ich, immer lauter werden von mir.
„Was ist denn Milli?“
„Verdammt, hören sie auf, mich Milli zu nennen, und sie haben meine Arbeit der letzten Stunde ruiniert und den Laptop geschrottet.“ Ich erhob mich. „Adresse und Telefonnummer“, verlangte ich.
„Ey nicht so schnell, Dates sollten wir schon vorher haben.“

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