QuinssReise Hader

Quinns Reise geht weiter

Die Reise von Quinn und Karoline geht weiter. Dieses Mal nicht so viel Teile.

Eine Familie kommt vorbei. Der kleine Junge drückt einen Ritter an sich, seine Schwester hat einen Wasserball im Arm und wird von ihrer Mutter aus dem Saal gezogen. Ein stabiler Mann mit Kamera und einem Muskelshirt mit abgebildeten Hanteln folgt ihnen.
Ich wende mich Karoline zu, die an ihrem Kaffee schlürft. „Was hast du vor?“
Sie zuckt mit den Schultern. „Keine Ahnung, ich muss schauen, dass ich in deren Nähe komme, da du mir das jetzt schon zweimal versaut hast.“
„Du benimmst dich echt schlimm, mal daran gedacht, dass es Menschen sind und keine Gelddruckmaschine?“
„Sie brauchen nicht zu drucken, sie haben es.“
Ich hebe die Zeitung wieder an. Das ist mir gerade echt zu doof mit ihr darüber zu reden.
„Kann ich abräumen?“, fragt eine japanisch aussehende Frau.
„Das kann selber aber vielen Dank.“ Sie nickt freundlich und geht weiter.
„Quinn?“, sagt Karolina dann.
„Mh?“
„Ich will mich nicht mit dir die ganze Reise über Streiten.“ Überrascht sehe ich zu ihr. „Das ist einfach eine Chance, die ich nicht vergehen lassen will, verstehst du das nicht?“
„Es sind trotzdem Menschen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du sie persönlich kennst.“
„Aber ich will sie doch kennenlernen.“ Ihre Finger zeichnen Kreise auf der Tischplatte. „Hilf mir doch dabei.“
„Never! Ich kenne sie nicht und will sie nicht kennenlernen.“ Noch schöner mich mit diesem Schnöselverein oder Möchtegern Sternschnuppen abzugeben. Ich stehe auf. „Es ist unser Urlaub und du … ach vergiss es.“ Ich laufe aus dem Saal, aus der Küche riecht es schon nach Hähnchen, wenigstens etwas, auf was ich mich freuen kann. Schelte mich gleich selber, weil ich jetzt doch nicht das Geschirr verräumt habe. An der Tür vom Saal steht der Mann von gestern. Ich weiß gerade nicht, ob ich die Lust habe, mich mit ihm zu unterhalten.
„Was machen sie da?“, will ich wissen.
Mit einem „Oh“ dreht er sich überrascht zu mir. „Ich … ich …“
„Ruhig Atmen, das hilft meistens.“
Das tut er auch. „Zu viele.“ Noch mal holt er tief Luft. „I… Ich … m … m … mag das nicht.“
„Kann ich mir echt gut vorstellen.“ Mir kommt eine Idee. „Vielleicht kann ich helfen.“

„S … Sie …“
„Ja ich denke.“ Ich nicke den Flur entlang und er folgt mir auch. „Also, ich bin kein Experte, aber ich habe eine Freundin, deren Bruder auch gestottert hat. Daher gebe ich mein Indianer Ehrenwort, das ich sie nicht verarschen will.“ Wir Laufen die Gänge entlang. „Wir brauchen einen ruhigeren Ort“, rufe ich aus, als wir ins Freie treten und Gegröle von der Surfmaschine her zu uns schallt. Er nickt und zieht mich an jemanden vorbei, der so ein Surfbrett trägt. Komischerweise fällt mir das MondMuster darauf sofort auf.
„Die … N … Na … Nacht ist … sch … schön.“
„Ja, vor allem hier auf dem weiten Ozean, habe ich mir sagen lassen.“ Wieder im Labyrinth der Fluren zurück, müssen wir einem Dobermann ausweichen, der von einer jungen Frau mit Lutscher gassie geführt wird. Sie zwinkert ihm zu. Doch er blickt ins Eck von Boden und Wand. „Sie brauchen sich nicht meinetwegen …“
Er schüttelt den Kopf. „N … N …“
„Nicht meinetwegen?“
„G …“
„Tief durchatmen.“
Er schließt die Lider und saugt kräftig die Luft ein. „G … Ganz g … ge … gewiss n … nicht.“
„Sie können aber gerne ihr hinterher, also …“ Sein Lachen unterbricht mich. „Was habe ich falsch gesagt?“
„Nein.“ Er nickt den Flur entlang. „K … Komm.“ Wir gehen weiter. Er scheint viel Zeit hier zu verbringen, ohne auch nur einmal auf den Plan zu sehen, läuft er seinen Weg. Inzwischen ist mir langweilig und ich fange an, von dem Buch zu reden. Wie es mir gefällt, wo ich gerade bin. Was mir an den Protagonisten gefällt und was nicht. Er schenkt mir ein Lächeln, wenn er es anscheinend genauso sieht, wenn nicht, sieht er seine Stirn kraus. Er hört mir zu und habe ich ihn überzeugt, lacht er auf, falls er bei seiner Meinung bleibt, schüttelt er seinen Kopf und seufzt theatralisch. Das geht, bis wir in einer kleinen Bar, im Stil der 50-er ist. Knallig im roten Lack und Coca-Cola Aufdruck. Ein gelangweilter Mann kommt mit seinem hier zu passenden rotweiß gestreiftem Hemd und Schürze zu uns. „Was darfs sein?“
„Zwei Cola“, bringt der Fremde dann heraus. Mein Plan funktioniert.

Der nächste Teil von Quinn hier.

Wollt ihr es von Anfang lesen, dann startet hier

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