Grusel Hader

Schnipsel: Fluch der Hexe

Er stand auf, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und zeigte mir an ihm zu folgen. Ich erhob mich und folgte ihm. Wir gingen in den Schuppen, in dem sein Vater immer unsere Fahrräder repariert hatte oder anderes. „Ihr zwei“, sagte er seufzend.
„Ich habe doch nicht angefangen.“
„Ich weiß, aber könnt ihr nicht einmal aufhören euch gegenseitig gedanklich zu zerfleischen?“
„Ehrlich, ich saß nur da. Mir ist es egal, das ihr verheiratet seid und Kinder habt. Im Grunde freue ich mich ja für dich.“
„Ich weiß, aber sie weiß halt, das wir eine Vergangenheit haben, also …“
„Ja, ich weiß, was du meinst. Aber zwischen uns zwei war nie etwas, weder habe ich dich geküsst noch sonst etwas. Nicht mal gewollt.“
„Ich ja auch nicht.“ Gut dann war das schon mal geklärt, auch wenn ich ihm nicht ganz glaubte, aber das war mehr als Vergangenheit. Er reichte mir ein Bier. „Aber wir müssen die nächsten Tage zusammen auskommen.“
Ich verdrehte die Augen. Mir war klar, dass mit Sandra auskommen hieß, einen Pakt mit dem Teufel zu haben. „Ich glaube, ich lasse den Baum herausreißen“, wechselte ich das Thema.
Er verschluckte sich. „Bitte was?“
„Du hast es schon verstanden.“
„Das kannst du nicht, abgesehen davon, dass es eh nicht funktionieren würde.“
„Warum soll es nicht funktionieren?“
„Weil das Ding eh nur noch steht, weil sich die Wurzeln um die Leitungen gelegt haben. Das behauptete dein Pa damals.“
„Das Ding ist tot, schon als ich klein war. Einfach einschlagen, abfackeln.“
„Du Pyromanin.“
Ich lachte kurz auf.

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