Romantasy Hader

Multiverse Montag Teil 4

Bild von Is.Nino

Mein Blick ging den Berg nach oben, schwach war der Mann zu erkennen, den wir vor Stunden dort angekettet hatten. Wie jedes Mal fragte ich mich, ob ich das wirklich tun musste. Auch, wenn ich es nicht kannte, versetzte es mir bei jeder Person einen Stich in meinem Herzen. „Du darfst kein Mitgefühl haben“, wurde mir so oft gesagt, doch sie waren es ja nicht die, die die Menschen auswählten, dies war mein Job. Ich stieg in den Transporter.
„Willst du das wirklich wieder?“, fragte der Fahrer.
Ich wandte mich an Rain und nickte. Er drückte den Zigarettenanzünder hinein. Als es Klick machte, zog ich mein Shirt nach oben und ließ mir die Haut verbrennen. Ich kniff die Lider zusammen. „Danke“, sagte ich.
„Du musst dich nicht für jeden bestrafen.“
„Meinetwegen hängt Adam dort.“
Rain band sich seine Blonden langen Haare zusammen, und blickte mit seinen hellgrünen Augen wieder auf die Straße. „Im Handschuhfach liegt Creme, bitte tu es darauf.“
Aber ich lehnte meinen Kopf an die Scheibe und sah noch, wie Adam der Göttin geopfert wurde. „Es tut mir leid“, flüsterte ich.
Rain seufzte. Niemand kannte mich so gut wie er und keiner ihn, sowie ich. Zu lang opferten wir Menschen den Göttern. „Sag es nicht“, meinte er.
„Ich kann das nicht mehr.“
„Ich habe dich gebeten, es nicht zu sagen.“
„Wie lange wollen wir das noch machen?“
„Wir sind Gottes Jäger, wir sind mit diesen Gaben geboren, um die besten zu finden, und dort hinzubringen.“ Er klang kalt und berechnend, aber ich wusste, dass er nicht wirklich so dachte. Diese Ansprache ging allein darum, dass ich nicht aufgab, denn wir wussten beide, was passieren würde, wenn wir es täten. „Verspreche es mir!“
„Lass uns etwas trinken.“
Er atmete erleichtert aus. „Machen wir.“ Seine Hand legte er auf mein Knie und drückte es sanft.
Trotzdem blieb der Gedanke, wie lange ich dies noch aushielt.
Plötzlich bebte die Erde. Rain fluchte und versuchte zu halten. Roter Nebel stieg aus dem Boden. „Was hast du gemacht?“, schrie er mich an.
„Nichts“, beteuerte ich. Der Kopf der Göttin kam zum Vorschein. Die Arme griffen nach uns. Rain fluchte. Was war passiert, dass die Göttin so reagierte?

Text 2

Die Bilder von @Panjoolart und @Jeromwestdesing.

Jäger und Gejagte, das waren Raven und Runa, zumindest für die anderen von seinem Dorf, war dies eine jahrhundertealte Fehde.
Doch die beiden lernten sich kennen. Zwei Kinder, die in Höhlen verstecken spielten und sich anfreundeten. Er, der Sohn des Häuptlings und sie, die Tochter der Königin. Er hielt es geheim und ihre Freundschaft wuchs. Bis zu dem Tag, als Raven mit den anderen Kriegern seines Dorfes losziehen musste und um das Volk der Rabenmenschen angreifen. Er kannte sie und sie kannten ihn. Was sollte er tun den Schein bewahren oder dazu stehen, dass er sie nicht verletzen wollte?
Runa stand ihm gegenüber, in ihr tobte Wut und trauer. „Warum?“, fragte sie leise.
Er hatte keine Antwort. Traurig beobachtete er, wie sie die Kette abnahm, sie er ihr geschenkt hatte zu ihrem Geburtstag. „Nein“, rief er aus und hob sie auf. „Ich kann nicht anders, das weißt du.“
„Dir war klar, das dies hier eines Tages passieren würde. Und jetzt stehst du da wie ein Feigling.“ Tränen nahmen ihr die Sicht. Sie warf das Schwert in ihrer Hand zu Boden. „Na los, tu, wofür du gekommen bist!“
Er hatte sich das alles anders vorgestellt, das sie nicht dabei sein würde, doch jetzt konnte man nichts ändern, sie war da und unbewaffnet. Sein Blick ging auf die Klinge in seiner Hand, kein Blut, war dran. „Nein“, meinte er, als er seinen Kopf hob.
„Nein?“, hinterfragte sie.
Auch sein Schwert landete auf den Boden. „Ich werde nicht gegen dich agieren, auch nicht gegen dein Volk.“ Er ging einen Schritt auf sie zu. „Du und ich, wir sind Freunde. Ich habe so viel von dir und den anderen gelernt.“
„Was willst du tun?“
„Das, was ich von Anfang an hätte tun müssen.“

Text 3

Bild von @stefanKoidl

Die Nacht war vorbei. Stefan konnte sich nur daran erinnern, wie seine Mutter ihn die ganze Dunkelheit über fest an sich gedrückt hatte. Sie zitterte und flüsterte die ganze Zeit. Stefan konnte deswegen nicht schlafen. Doch er schwieg, denn er hörte sie auch, die Raben. Sie waren nicht das übel, nur seine Begleiter. Ein Dämon aus der Tiefe. Noch nie war er so nah, die letzten Stunden. Jedem war klar, er würde wiederkommen und wenn sie Pech hatten, waren sie sein Dorf das Nächste. Fliehen brachte nichts, er würde einen finden, egal wo man sich verkroch.
Lisa hüpfte die Stufen der Veranda zu ihm. „Was machst du da?“
Sein Blick ging zu den Strohzöpfen und Himmel Augen. „Spielen“, gab er nicht begeistert von sich. Er mochte seine Nachbarin, sie waren gute Freunde, aber er war müde, durfte nicht schlafen und das ließ seine Laune nicht gerade Purzelbäume schlagen.
„Willst du was Cooles sehen?“, fragte sie dann.
Wie sie grinste, musste es ihn von der Nacht ablenken. „Mama ich bin mit Lisa unterwegs!“, schrie er in das Haus. Sie hielt ihm die Hand hin und zog ihn dann mit in den Wald. Wie oft sie schon etwas Neues gefunden hatte, konnte er gar nicht mehr zählen. Höhlen in Stein und Baum. Komisches Geäst was zum Beispiel mal aussah, wie wenn er die Finger zusammenlegte, wenn er einen Schmetterling gefangen hatte. Aber auch verstecke von Füchsen, Rehen oder Eichhörnchen. Leider waren ab und an auch gruselige Funde dabei. Ihr Vater war Metzger, ihr schien ein ausgeweideter Hirsch nichts auszumachen, ihm verkrampfte sich damals der Magen.
Immer weiter liefen sie zwischen den Bäumen hindurch. Ruckartig blieb sie stehen. „Psst“, sagte sie und ging in die Hocke.
Sein Blick konnte er aber nicht von den Menschen anwenden, die kopfüber hingen. Das Dorf was vernichtet worden war. „Du hast den Dämon auf uns gejagt!“
Sie winkte ab. „Das ist Blödsinn.“
„Warum denkst du das?“
Ihr Finger ging zu einem Schatten im Himmel. „Sie ziehen weiter, nicht zu uns.“
Plötzlich schrie ein Rabe hinter ihnen.

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