Hountressshool WGC Hader

WGC Juni

Die WöchentlicheGeschichtenChallenge, oder WöchentlicheGeschichtschallenge geht in den Juni. Wir haben sie für euch in WGC abgekürzt, einprägsamer und nicht Kilometer lang ^^

WTC Juni

Diese Geschichte ist eine kleine Zusatzgeschichte zu einer, die ich noch nicht ganz fertig auf dem Rechner habe.
Neomi spielt eine Rolle in HountressSchool of Darkness und jetzt hat sie vorgeblich die Hauptrolle 😉

Diese Nachricht auf meinem Handy verwirrt mich. „Kommen sie schnell, keine Gefahr.“ Die Nummer haben nur Menschen, denen ich schon einmal geholfen habe. Die also wissen, was ich tue. Gefahr ist daher das, was ich suche.
Ich ziehe das Messer aus dem Ghul. Das Blut aus seinem Herzen rinnt nun aus der Wunde.
„Was ist?“, will ein Cosmo wissen. Er ist mein Partner, seit dem wir in die Schule zusammen arbeiten mussten. Mich wundert es, dass er immer noch hier ist, statt bei Nika, seine erste Liebe. Sie streift allein durch das Land, wie einst ihre Mutter. Damals hatte er glatte schulterlange Haare, jetzt sind sie kahl rasiert. Seine blauen Augen fixieren mich, inzwischen kennt er mich und weiß, dass diese Nachricht nicht normal ist für mich.
Genervt werfe ich ihm das Handy hin. „Lies selbst.“
Sein Blick huscht über das Display. „Toll!“ Sarkastischer geht es nicht.
„Ich fahre allein.“
„Wir sind ein Team, ich lasse dich nicht allein.“
Ich knackse mit meinem Genick. „Ich schaffe das, es steht doch dran, keine Gefahr.“
„Falle?“
Ich winke ab. „Warum sollten Dämonen oder anderes Gesocks eine Jägerin rufen.“ Meine freie Hand lege ich auf seiner Schulter. „Such Nika, wie wir das abgemacht haben, wenn etwas ist, rufe ich dich oder meinen Cousin an.“
„Damian“, presst er durch seine Lippen.
Das konnte ich jetzt nicht gebrauchen. „Such Nika“, wiederhole ich. Team oder Liebe, das geht gerade durch seinen Kopf. Sie hat sich abgewandt von ihm, vielleicht hat mein Cousin wirklich etwas damit zu tun, oder einfach nur Zayn, sein damaliger bester Freund in der Schule, ich habe keine Ahnung. Nur eben das Nika damals allein loszog, bei Nacht und Nebel. Unsere Ausbilder bekommen zwischendurch eine E-Mail mit einer Videobotschaft von ihr, aber das auch schon seit Längerem nicht mehr, daher haben sie Cosmo gebeten, sie zu suchen, er kennt sie am besten. Ich wollte nach Damian und der Schule sehen, so konnte ich ihn damals beruhigen, diese Nachricht wirft nun alles über den Haufen. „Was ist, wenn ihr etwas zugestoßen ist?“
„Du spielst unfair.“ Er wischt sich über seinen Kopf. „Okay, wehe du meldest dich nicht und rufe jetzt sofort ihn an, dass er auch Bescheid weiß und sich bereithält.“
„Geht klar.“ Fake Anrufe kann ich. Aber ich habe nicht mit Cosmo gerechnet, denn er hatte die Kurzwahl schon gedrückt.
„Was?“, faucht Damian schon aus dem Mikro.
Jetzt wird es spaßig. „Hey Cousin, hast du viel zu tun?“
„Hier drehen gerade alle durch, Rubia … Egal, was ist?“
War ja klar, wenn der kleine Liebling verschwindet, dass alle aufgeregt sind. Auch, wenn ich zugeben muss, dass mich es auch etwas nervös machen lässt. Nika war die beste von Anfang an, liegt ihr im Blut. Darum kann ich es auch verstehen und will ich auch, das Cosmo eben nach ihr sucht. Nur glaube ich auch, dass sie nicht gefunden werden will. „Ich habe eine Nachricht bekommen und Cosmo will erst Nika suchen, wenn du bereit ist, mir zur Seite zu kommen, falls es gefährlich ist.“
„Pisser soll seinen Arsch bewegen“, brüllt er so laut durch das Handy, das ich es wegheben muss. Weiter Beleidigungen, Beschimpfungen und anderes was ich nicht entziffern kann, schallen hinaus.
„Wichser“, brummt nun Cosmo und wendet sich ab. Ja, die beiden haben sich lieb. Ich lege auf und folge ihm, dabei schreibe ich Damian die Adresse und das ich mich melden werde.
„Hey du weißt, wie er ist“, versuche ich mal wieder zu Schlichten.
Er brummt etwas und steigt in seinen Jeep. „Melde dich!“ Der Motor heult auf und die Reifen drehen durch. Er ist sauer.
Seufzend steige ich in meinen Hummer, werfe das Messer auf die Rückbank und siehe zu, dass ich auch von dem Massaker wegkomme, dass wir da mal wieder veranstaltet haben.

Fünf Stunden später und Hundemüde komme ich an der Adresse an. Hier scheint alles ruhig zu sein. Keine Gerüche oder sonstige Merkmale, das hier etwas lauern könnte. Zur Vorsicht hole ich mein EMP heraus, kein Ausschlag. Das Messer von der Rückbank stecke ich, nachdem aussteige, in seine Scheide an meinem Rücken. Mein Blick wandert durch die Gärten der anliegenden Grundstücke. Spielende Kinder. Ich bin nicht paranoid, aber eben vorsichtig. So allein ohne Partner ist es sogar noch mehr angebracht. Ich verschließe meinen Hummer und gehe dann über die Straße. Ich mache die Gartentür auf und nehme den Weg zu den Stufen der Veranda. Immer wieder blicke ich rechts und links, ob doch etwas ist.
„Neomi“, höre ich die Frau, die mich angeschrieben hat.
Ich nicke Lea zu, nehme die drei Treppen auf einmal. „Was ist los?“, will ich sofort wissen. Sie nickt nach innen und geht hinein. Das Fliegengitter knallt zu und ich hole tief Luft. Dann mache ich sie wieder auf und den Schritt ins Haus. Der erste Raum, der vom Flur abgeht, ist das Wohnzimmer, dort sitzt Lea und schenkt mir Tee ein.
„Earl Gray, wenn ich mich recht erinnere?“
„Ich würde lieber gleich anfangen, also bitte, wo ist das Problem?“
Sie seufzt und nimmt einen Schluck ihrer Tasse. „Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein.“
„Wie bitte?“
„Nathanial hat nur gesagt, er benötigt deine Hilfe, aber er ist kurz weg. Er ist so flatterhaft.“
„Nathanial?“ Ihr Mann kann es nicht sein, der wurde von einem Gestaltenwandler umgebracht. Ein Kind hat sie, soviel ich mich erinnere, nicht.
Über uns ein rumsen. „Ah da ist er wieder.“ Freudig klatscht sie in die Hände und nimmt den Weg in den ersten Stock. Stirnrunzelnd folge ich ihr. Meine Finger fahren schon über den Griff des Messers. +

Sie macht die Tür auf. Dort sitzt ein Mann in Rüstung in einem Sessel im Eck. Blondes langes Haar was unter dem Helm hervorspitzeln und grauen Augen, die den Boden anstarren.
„Nathanial sie ist da.“
Sein Kopf hebt sich. Seine Rüstung hebt und senkt sich immer schneller. Während er auf die Knie geht, verschwindet sie. „Helfe mir“, bittet er nun in weißen Laken gehüllt.
So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich ziehe mein Messer und nehme Abstand. „Was bist du?“
„Neomi nicht“, ruft Lea. „Er ist ein Engel!“
Ich wiederhole das Wort und Angst steigt in mir empor. Er hat sich an die Wand zurückgezogen und weint in Gestalt eines Kindes. Sie zieht mich aus dem Raum. „Eine Falle“, bringe ich heraus.
„Nein.“
„Aber was dann?“, frage ich und ich habe das Gefühl, gleich durchzudrehen. Da sitzt ein Engel, ein Geschöpf, das nur die Erde aufsucht, wenn es da oben gewaltig brennt oder der Untergang naht.
Störrisch schiebt sie mich in das Zimmer nebenan. „Ich weiß es nicht genau, aber er sagte, wenn du ihm nicht hilfst, ist sein Leben verwirkt.“
„Warum ich?“
„Weil du zu den Besten gehörst.“
Jetzt kommt Panik in mir auf. „Nika!“ Ich renne wieder zu ihm Packe ihn am Kragen. „Was ist mit Nika?“ All die Angst vor ihm und Vorsicht ist Vergessen, wenn es um sie geht. Sie gehört zu meiner Familie, auch, wenn wir nicht blutsverwandt sind. „Sag es!“
Tränen wandern über seine Wange. Das ist eine Antwort, die ich nicht haben will. „Nein“, keuche ich und lasse ihn fallen. „Nichts sie!“ Ich falle auf die Knie, schlage auf den Boden.
„Ihre Seele ist vom Körper getrennt, darum brauche ich dich. Ich habe versagt“, sagt er, seine Stimme klingt hart. „Nur du kannst sie retten.“
„Wie?“
„Es ist nicht bekannt, weder der Tod noch der Himmel hat Informationen darüber.“

Der Himmel als Kind habe ich mir ein Wolkenschloss vorgestellt, inzwischen weiß ich, dass es ein Raum ist und man nur denkt, man lebe dort, wie mit Drogen vollgepumpt rafft man dahin. Nichts also mit einem Regenbogen strahlendes Paradis. Ist es dann besser, dass Gevatter Tod einen in die Hölle schickt, wenn man auf Folter steht garantiert? Seine eigenen größten Fehler immer wieder zu erleben, ist mehr als Qualen. Am besten gar nicht ihm begegnen. „Warte.“ Ich blicke ihn an, er steht wieder in seiner Rüstung da. „Der Tod hat sie nicht auf die Liste?“
„Nein.“
„Wie kann das sein?“
„Ich weiß es nicht. Nur das ihr Körper wohlbehütet darauf wartet, ihre Seele wieder aufzunehmen.“
„Das ist nicht möglich“, gebe ich und schüttel dabei meinen Kopf. Es gibt Geschichten, wo die Seele von einer anderen überlagert wird, wie wenn ein Dämon in einem ist, oder ein Engel. Aber dass sie, ohne den Tod zu erfahren, weg ist, ergibt für mich keinen Sinn.
„Wir müssen sie finden.“
„Wir?“
„Ja du und ich.“
„Wenn es nicht um Nika gehen würde, dann würde ich dich für immer vernichten.“
„Ich bin einer der Erzengel, kein Messer kann mir etwas anhaben, auch wenn es geweiht ist.“
Geschmeidig ziehe ich mein Messer. „Willst du es austesten?“
Kurz weiten sich seine Augen, klar das er damit nicht gerechnet hat. „Das gehört dir nicht.“
„Nika hat es mir geschenkt, somit, doch gehört es mir.“ Es gibt genau drei Klingen, die einen Erzengel töten können, aus dem Knochen von Adam geschliffen. Nika kam durch ihrer verstorben Mutter und Zayn daran. Sie hat mir damals nur erzählt, dass sie es von Michael bekommen hat. Ich wollte es nicht annehmen, doch sie hatte ein Zweites. Woher sie das hatte, wusste ich nicht. Mir war auch nie klar gewesen, warum sie es mir gegeben hat und nicht Cosmo.
„Das hätte sie nicht machen dürfen.“ Er stockt. „Das ist es“, ruft er aus.
„Was?“ Mehr konnte ich nicht sagen, seine Hand schnellt nach vorne, greift nach der Hand und dann ist alles hell für ein paar Sekunden. Dann stehen wir in einem weißen Gang und weißen Türen. Krankenhäuser sind schon ätzend in der Farbe, doch das hier übertrifft alles.
„Warte sind wir im Himmel?“, frage ich keuchend. Er nickt, lässt mich los und läuft davon. Ich habe Schwierigkeiten, ihm zu folgen. Rechts, links, links, rechts … immer weiter dem Labyrinth entlang. Keine Nummern auf den Türen, alles gleich, keinen Anhaltspunkt wo wir uns befinden, doch er marschiert unbeirrt weiter. Plötzlich stoppt er vor einer Tür. Ich rempel ihn an. „Was jetzt?“, pfeift meine Lunge.
Ohne ein Wort macht er die Tür auf und tritt ein. Ein Schrei und dann steht Zayn vor mir. Kein Tag gealtert. Immer noch die blonden Locken, die ihn in seinen grünen Augen hängen mit diesem spitzbübischen Gesicht, was Nika immer zum Lächeln brachte, egal wie die Situation auch damals gewesen ist. „Neomi?“, fragt er mit einer Stimme rauen Stimme.
„Zayn?“
Er grinst und umarmt mich. „Was machst du hier?“
Ich blicke hinter ihm zu dem Engel. „Frag ihn.“
Mit seiner Reaktion habe ich nicht gerechnet. In der Bewegung reißt er mir das Messer aus der Hand und hält es am Hals von Nathanial. „Ich bringe dich um!“
„Nika ist Gefahr“, rufe ich aus.
Er schließt die Augen und wird dann von dem Engel überrumpelt. „Ich will helfen!“
Zayn spuckt ihm ins Gesicht. „Scheiß, willst du!“
„Willst du leben?“
„Was?“, gebe ich von mir.
Zayn kneift die Lider zusammen. „Michael hat gesagt, das ist nicht möglich.“
Nathanial erhebt sich. „Deine Seele geht ins Fegefeuer, solltest du noch mal sterben.“
„Scheiße, wenn Nika mich braucht, fuck, mir doch egal.“
„Warte Zayn, das würde sie nicht wollen“, gehe ich dazwischen.
Sein Blick geht zu mir. „Ich tue alles für sie, wie sie für mich und das weiß sie sehr wohl.“
Der Engel lässt ihn los, greift nach dem Messer, reicht es mir. Als Nächstes zieht er das Shirt von Zayn hoch. „Wusste ich es doch.“ Eine feine Narbe ist doch wo die letzte Rippe ist.
„Was hat das zu bedeuten?“
Zayn schlägt zu. „Wag es dich.“
„Kains Linie!“
Als, wenn das eine Erklärung ist. „Was?“
„Kain und Abel die Kinder Adam und Eva.“
„Leute ich bekomme echt langsam einen Nervenzusammenbruch!“
„Ich gehöre zu der Erbline von Kain, also von Adam. Darum ist meine Knochen genauso wie die von Adam, durch meinen Tod und der Bestattung ist es geweiht, darum sogar noch wirkungsvoller als diese.“ Er rappelt sich auf. „Nika ist aus der Linie von Abel, den Jägern.“
Okay, jetzt ergibt einiges Sinn, glaube ich zumindest. „Und wie soll uns das Helfen Nika zu finden.“
Nathanial hält die Hand zu Zayn. „Gib es her.“
„Was soll ich hergeben, du stelzen Heini?“
„Ihr Opfer.“
„Ich habe nichts von Nika.“
„Das ist nicht möglich!“
Bevor Zayn noch mal zu schlägt, halte ich seine Hand. „Was ist nicht möglich?“
„Es ist grade zu viel zu erklären.“ Der Engel wischt sich über sein Gesicht. „Das war meine einzige Hoffnung.“
„Von denen bekommst du keine richtige Antwort“, knurrt Zayn.
„Das ist gerade auch nicht hilfreich. Nikas Seele ist verschwunden und wir müssen jetzt zusammenhalten, dass wir sie wieder in ihren Körper zurückbringen können“, gebe ich genervt von mir, viel zu lange dauert das hier schon.
„Sie hat mir nichts gegeben, basta.“
Der Engel richtet sich auf. Seine Hand landet auf meinem Arm und wir sind nach einem hellen Blitz wieder in dem Zimmer. Selbst Zayn. Mit offenem Mund starre ich den Engel an. Seine blonden Haare hat er zu einem Zopf zusammen gebunden. Eine schwarze Stoffhose und ein enges weißes Hemd bedeckt sein Körper.
„Und jetzt?“, will Zayn wissen.
„Ich ruf erst mal Cosmo an.“ Ich ziehe mein Handy heraus.
„Wir sollten uns auf den Weg machen“, meint Nathanial und geht aus dem Zimmer.
Na toll noch so einer, der ewig bestimmt, als wenn ich es als Frau nicht schon schwer hätte, da brauch ich nicht so einen dummen Engel, der mir befehle erteilt.
„Lebe ich jetzt offiziell wieder“, ruft Zayn hinterher und folgt ihm dann.
Ich setze mich auf den Sessel im Eck, wo ich das erste Mal Nathanial gesehen habe, und rufe Cosmo an. „Hey du.“
„Ist was passiert?“, will er gleich wissen. Er hat mich auf Lautsprecher, das Dröhnen des Motors ist zu hören.
„Nein, ich habe Informationen zu Nika und Zayn und ich glaube, du solltest zu mir kommen.“
„Erst mal Zayn ist tot und zweitens, was weißt du über Nika.“
Ich atme tief durch. Wie hat sie das nur immer ausgehalten, dieser Drahtseilakt zwischen Frau sein, Ehrlichkeit und knallharte Jägerin. „Ihre Seele ist aus dem Körper und die muss gefunden werden, sonst stirbt sie.“
Quietschende Reifen, er hat also Vollbremsung und gewendet. „Schick mir die Adresse!“ Damit war nur noch stille in der Leitung.
„Ach ja dein bester Freund weilt gerade wieder bei den Lebenden“, sage ich trotzdem und lasse mich fallen. Die Lehne ist weich und weckt in mir die Sehnsucht, mal wieder zu schlafen, richtig auszuschlafen.
„Neomi!“, dröhnt Zayns Stimme zu mir.
Ich verdrehe meine Augen und erhebe mich stöhnend. Langsam nehme ich die Stufen nach unten. Lea gibt mir einen Korb mit Essen. Ich nicke ihr zu und dann gehe ich meinem Hummer. Nathanial sitzt auf meinem Platz. „Kannst du überhaupt fahren?“
„Ich bin ein Engel, ich kann alles.“
„Wenn du alles kannst, wo ist Nikas Seele?“ Zayn versucht, sich das Lachen zu verkneifen.
„Nicht witzig“, brummt der Engel.
„Los rutsch“, gebe ich im gleichen Ton zurück, „mein Auto.“
„Aber …“
„Stelzen Heini, diesen Kampf verlierst du.“
Mit angespannten Kiefer wendet er sich zu Zayn, der auf den Beifahrerplatz sich breitmacht. „Ich heiße …“
„Mir pieps egal, stelzen Heini, mich interessiert nur eins gerade Nika.“
Vor ein paar Jahren hätte mich so eine Diskussion mehr als aufgeregt. Nika und ich wir waren anfangs nie die Freunde. Sie nannte mich Mannweib und sie war für mich eine, die nur eine Chance bekommen hat, weil ihre Mutter eine Jägerin war. Für mich hatte sie kein Anrecht dort zu sein, was ich neidlos zu geben muss, das ich mich mehr als getäuscht. Schon im zweiten Semester legte sie sich mit Cosmo mit einem Dämon allein an. Im zweiten Jahr hat sie mir mehr als einmal das Leben gerettet, wir wurden Freunde, nein ich war nach ihm ihre beste Freundin. Und jetzt liegt sie irgendwo und vegetiert vor sich hin, ihre Seele kann auf der ganzen Welt herum schweben und wir stehen hier, diskutieren, statt zu handeln. Tolle Freunde. Oh apropos. „Wohin fahren wir eigentlich, ich muss Cosmo schreiben“, unterbreche ich die Streithähne.
„Es ist nicht gut …“
„Stelzen Heini, was du denkst interessiert uns nicht. Nika ist unsere Freundin und wir halten zusammen. Cosmo wird das mit mir verkraften.“
„Es geht nicht darum“, presst Nathanial durch seine Zähne.
„Warum dann?“, will ich wissen. Er schweigt. „Verdammt, ich will nicht meine Familie anlügen umsonst, ich will einen Grund wissen.“
„Er ist der Grund für ihren wahren Tod, wenn die beiden …“ Ich gebe einen Schrei von mir, Zayn hat eines meiner Messer genommen und ihm in die Brust gestochen.
„Wir schreiben unsere Zukunft, also du stelzen Heini, Cosmo kommt mit!“
„Zayn, wenn er wirklich …“ Ich kann es nicht aussprechen, zu sehr tut der Gedanke weh.
Der Engel zieht das Messer hinaus, böse fixiert er Zayn. Sicher ist mir bekannt, dass Engel sehr schnell heilen, aber es zu sehen ist für mich doch etwas Neues. Nur noch der feine Riss im Hemd und etwas Blut erinnern, an Zayns überschwängliche Handlung. Aber so war er schon immer. Nichts ging über Nika oder Cosmo. Dies habe ich und Damian am eigenen Leib erfahren, bevor wir eine feste Gruppe wurden.
„Cosmo würde lieber sterben, als ihr etwas anzutun.“ Sein Blick geht zu mir. „Das solltest du besser wissen als ich.“
Da hat er recht. „Stimmt, darum los, wo fahren wir hin?“
„Colorado!“
„Da war sie am Ende“, keuche ich.
„Sie war auf der Suche nach etwas.“ Mehr sagt Nathanial nicht, klettert auf meine Rückbank und ich schreibe, beim Setzen Cosmo. „Mount Lincoln“, grummelt er.
Schweigend fahren wir von der Ostküste.

Ich brauche schlaf ganz dringend! Es ist mir egal, das wir Zeit verplempern, wenn ich gegen einen Baum deswegen fahre, bringt es uns allen nicht. Darum halte ich vor einem Motel, Gemütlichkeit gleich null, Sauberkeit mangelhaft, aber billig und ein Bett ist besser als keines. Zayn macht alles klar. Nathanial sitzt hinter mir und starrt aus der Frontscheibe.
„Es sind nur ein paar Stunden“, sage ich zu ihm.
„Ich werde mich dazu nicht mehr äußern.“ Ich verdrehe die Augen und steige aus. Zayn kommt auf uns zu geschlendert mit einer Karte in der Hand. Ich nicke und folge ihm dann in das kleine Zimmer. Sofort lasse ich mich auf das Bett fallen.

„Nika und ich, wir waren in der ganzen Welt, sie hat sich absolut nicht an Regeln gehalten“, höre ich Zayn leise.
„Stur war ihre Mutter schon“, antwortete Nathanial.
„Wir waren in Norwegen, weil sie von einer Vampirgruppe gehört hat. Ich habe keine Ahnung, wie sie immer an diese Informationen gekommen ist, aber es war immer wahr. Nachdem wir das Nest ausgehoben haben, sind wir in dem kalten Wasser schwimmen gewesen. Ich hatte so Angst vor Orcas und so was. Sie hat mich ausgelacht.“ Ein kurzes Lachen von einem der beiden. Ich blinzel, sie sitzen sich gegenüber an dem kleinen Tisch. Zayn hat diesen verträumten Blick aufgesetzt, immer wenn er an sich denkt. Eine Zeit lang wollte ich, das er so an mich denkt, aber nie kam es dazu. Inzwischen bin ich darüber hinweg und erleichtert. Meine beste Freundin hat unter seinem Tod gelitten. Jetzt ist er wieder hier und ich habe keine Ahnung, wie sie darauf reagieren wird, wenn wir ihre Seele finden.
Er erzählt weiter. Ich tauche in mein eigenes Erlebnis von ihr ab. Wir waren in Brasilien, ich war vollkommen aufgeregt, dort wollte ich immer hin, dass dies so gesehen die Hochburg für Dämonen ist, war mir damals nicht bewusst. Statt die große Statue in Rio zu genießen, haben wir an die Hunderte Monster erledigt und dann am Ende im warmen Meer unsere Glieder gehängt. Dieses eine Jahr mit ihr war aufregend, Gefahr und Spaß pur.
„Sie hat ihren Weg gewählt“, sagt Nathanial auf einmal, so laut, dass ich mir nicht sicher bin, ob er mich oder Zayn gemeint hat. Anschauen tut er keinen von uns beiden.
„Um was ging es?“, will ich von den beiden wissen.
„Keine Ahnung, seit zehn Minuten war es hier leise“, stellt Zayn klar.
„Du liest also unsere Gedanken“, behaupte ich. Der Engel schweigt mal wieder. Bevor Zayn wieder handgreiflich wird, stehe ich auf und ziehe ihn mit vor die Tür. „Du darfst ihn nicht immer schlagen.“
„Er ist ein Scheiß verdammter Engel, die gehören alle umgebracht.“
„Zayn ich kann mir vorstellen, dass du eine Wut auf sie hast, aber … “
„Es gibt kein Aber!“
„Doch das gibt es.“
„Und das wäre?“
„Nika!“ Fluchend wendet er sich ab. „Wir müssen mit ihm zusammen arbeiten, erst mal. Ich würde sowieso sagen, dass du mit Cosmo fährst und ich …“ Ich lasse einen langen Atem hinaus. „Ich bekomme das hin.“ Ein Auto kommt auf den Parkplatz, die Scheinwerfer strahlen uns an. „Das wird er auch schon sein.“ Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht das ein Schuss auf uns fällt. Gerade so kann sich Zayn hinter meinem Auto verstecken. Ein zweiter Schuss. „Hey Cosmo, du demolierst mein Auto!“ Nummer drei streift meine Wange. Wie kann er sich Jäger nennen? Plötzlich habe ich das Gefühl, das mich jemand Kräftiges umarmt und die Luft abdrückt. Erschrocken sehe ich vor mir eine Kugel in der Luft schweben. Wo kommt die den auf einmal her? Ein Arm geht um meine Hüfte und zieht mich weg, von der einen auf der anderen Sekunde ist das Gefühl weg und ich stehe mit Zayn im Motelzimmer. Einige Augenblicke brauche ich, um zu realisieren, was hier geschehen ist.
Zayn ist schneller, reißt die Tür auf und schreit „Nein!“
Zwischen uns und den Angreifern, steht Nathanial und sieht mehr als gelangweilt aus, dass er nicht noch seine Fingernägel kontrolliert ist schon ein Wunder. Der Kugelhagel, anscheinend von zwei Schützen, knallen auf eine unsichtbare Barriere. Ich drücke mich an Zayn vorbei. „Bleib im Haus!“ Die Tür schließe ich hinter mir. „Das ist doch irrsinnig“, fauche ich und höre natürlich nicht darauf. Dabei fällt mir auf, das Nika wirklich stark auf mich abgefärbt hat. Damals hielt ich mich an Befehle und das strickt und jetzt begebe ich mich, wie sie in Gefahr und missachte alles. Ich erreiche Nathanial.
„Dein Plan ist irrsinnig, aber ich vertraue dir.“ Ich will hinterfragen, was er meint, da berührt er mich kurz und das Bild vor mir verändert sich, ich stehe hinter Damian, der auf den Engel schießt.
„HÖRT AUF!“, schreie ich. Er zuckt zusammen. Sein Blick geht zu mir, seine Lider weiten sich und er wendet seine Pistole. Diese Sekunde nütze ich, um ihn zu entwaffnen. „Bist du jetzt vollkommen durchgedreht?“, will ich von meinem Cousin wissen.
„Ich du bist mit zwei … was weiß ich zusammen und fragst mich das?“
„Nathanial ist ein Engel, also verballert euer gesamtes Magazin. Das mit Zayn …“
„Er ist TOT!“, kommt ungehalten von Cosmo auf der anderen Seite.
„Ja irgendwie schon und doch steht er da, aber ach keine Ahnung, Leute es geht um Nika und wir müssen zusammenhalten.“
Damian wischt sich über sein Gesicht. „Wenn es schiefgeht, ist das deine Verantwortung! Und du darfst es Rubia und Marlon erklären, sie sind auf dem Weg hier her.“
Jetzt bin ich es, die ihre Augen reibt. Rubia und Marlon unsere Ausbilder und Ersatzeltern für Nika. „Scheiße“, fluche ich.
„Wir sollten hineingehen“, höre ich Nathanial von weiter weg.
„Ich weiß, das alles ist gerade etwas viel, aber es geht hier um unsere Freundin, die Frau, die ihr versprochen habt, alles zu tun. Dann müsst ihr euch darauf einlassen.“ Der Zwiespalt ist in Damians Gesicht zu sehen. Verbissen hat er seine Zähne aufeinander gepresst, seine Augen sind glasig und huschen über mein Gesicht.
Dass Cosmo gleich „Okay“ sagt, ist mir klar gewesen.
Damian hat aber seine Prioritäten. So wie damals, wo er sich in Nika verliebt hat und doch weggeschickt, weil er nun mal ihr Lehrer war. „Ich werde ihn persönlich dein Messer in die Rippen drücken“, presst er nun heraus. Natürlich nicke ich, obwohl ich nicht weiß, ob er wirklich der wäre, der es wirklich verdient hat. Cosmo ist seit Jahren mit ihr befreundet und liebt sie fast genauso lang. Zayn war oder ist Partner, für den sie Michael angegriffen hat und schwer verwundet. Damals, als sie wieder kam, war wie verändert. Ihr Lachen und der Sarkasmus sind ausgeblieben, manchmal habe ich das Gefühl gehabt, sie hat ein Teil von sich bei ihm gelassen, oder ist mit ihm gestorben, wie man es jetzt auch nimmt.
Wir gehen in das Zimmer. Die beiden nehmen Abstand von Zayn und Nathanial. Einem davon tut es weh und dies ist nicht der Engel, der sich auf das Bett niederlässt.
„Also?“, beginnt Cosmo.
„Ich habe sie mit einem Auftrag betreut und dann ist alles abgebrochen“, erklärt Nathanial. Ich runzel die Stirn, das ist selbst mir neu.
„Weiter“, knurrt Damian.
„Ich habe nach ihr gesehen, ihr Körper war dort, ich habe ihn aufbewahrt, dass ihm nichts passiert. Aber ihre Seele ist fort, darum sind wir hier, Nika braucht ihre Seele wieder. Ansonsten ist sie verloren.“
„Also ist es wahr“, sagt Cosmo leise.
„Ja.“
„Okay! Wie erkennen wir diese Seele? Kannst du sie nicht orten, oder wie ihr das nennt? Und was macht der hier und was ist er nun?“, brummt Damian, er ist wirklich sehr angespannt und sauer.
„Zayn ist ein Bindungsstück für Nika, das sie auch wirklich zurückkommt, im Grunde ist er eine Hülle.“
„Also bin ich immer noch Tod?“, fragt Zayn.
„Vorerst ja.“
„Vorerst?“, will ich nun wissen.
„Ich bin nicht befugt ihn am Leben wieder teilzuhaben. Aber Michael und das wird er machen.“
„Warum sollte er?“, hinterfragt nun Zayn und Damian, wie aus einem Mund.
„Weil sie seine Tochter ist“, flüstert Cosmo.
„Ein Nephelem?“, kommt keuchend von uns, denn es neu ist. Jetzt gibt es einen Sinn, warum sie das Messer hat. Engel mögen so eine Verbindung nicht und töten die Geburten. Warum Nika dann so lange allein da draußen vor der Schule überlebt hat, ist mir unklar.
Nathanial nickt. „Das war ihr einziger Grund, ihn nicht umzubringen.“
„Sie hat es mir erzählt, als sie wieder kam. Ich musste ihr versprechen es keinem zu sagen“, erklärt Cosmo.
„Weißt du, was sie dagelassen hat für Zayns Rippe?“ Nathanial ist angespannt.
„Nein, ich wusste nicht mal, dass das zweite Messer aus seiner Rippe ist.“
„Es war dir auch nicht neu“, stelle ich fest.
„Darum bin ich bei ihm“, beginnt Damian. „Für ihn kam ein kleines Paket an, ich habe ihre Handschrift erkannt und bin zu ihm.“
„Es ist ihr Buch gewesen.“

Cosmo greift in die Innentasche und holt ein altes Lederbuch heraus. Der Einband mit Schmetterlingen und Totenkopf würde ich überall erkennen. „Dort steht es drin, aber nichts davon, das sie etwas dagelassen hat.“
„Was ist ihr letzter Eintrag?“, fragt Zayn.
„Feuer
Glühend heiß
Kohlen zu Asche.
Tanzende Flammen knacksen lichterloh.
Marshmallow“, liest er vor.
Nathanial runzelt die Stirn. „Ein Elfchen, was soll das?“
„Du kennst sie echt nicht“, spotte ich. „Gut Damian, such nach Vulkanen, Zayn du nach Bergen mit Schnee, Cosmo durchsucht ihr Buch vielleicht gibt es weiter vorne noch ein Hinweis und ich überlege mir, wie ich Rubia davon abbringe auf die Suche sich zu machen.“ Wir nicken.
„Und ich?“, will Nathanial wissen.
„Kannst du keinen Fragen, dort oben?“
„Der einzige ist Michael und der … glaub mir, er sollte es nicht wissen.“
„Wer sagt, dass er es nicht schon weiß.“
„Ich lebe noch.“ Er atmet tief durch. „Wir spüren die Aura unserer Kinder, die ist mit der Seele verbunden, daher schöpft er keinen Verdacht. Aber ihm ist klar, dass die Seele nicht lange ohne den Körper überlebt.“
Mein Blick geht zu Zayn. „Er hat sich schon mal geweigert, was hält ihn auf, nicht einfach Zayn wieder in ein Zimmer zu sperren und nicht wiederzubeleben?“
„Dieses Mal steht Nikas Leben auf dem Spiel.“ Ich bezweifle, dass dies wirklich helfen wird, aber ich bejahe es schließlich. Mehr als hoffen kann ich nicht. Nathanial zieht mich neben sich auf das Bett. „Ihr steht zu ihr, es wird gut gehen.“
„Ich habe Angst“; gestehe ich leise.
„Wir finden sie und dann wird … ich kann nicht sagen, alles wird gut. Das Böse gibt es weiterhin da draußen.“
„Hätte ich dir auch nicht geglaubt.“

Das Tippen auf den Laptops und das Rascheln von umgeblättertem Papier ist das Einzige, was in diesem Motelzimmer zu hören ist. Nathanial liegt auf dem Bett, starrt die Decke an. Ich sitze da und zerbreche mir den Kopf. Ein langes Hupen lässt mich zusammen zucken. Jetzt ist für mich also die Stunde der Wahrheit.
„Soll ich mit?“, fragt mich Damian.
„Nein, das schaffe ich allein.“ Ich nicke zum Engel. „Hab ja einen Lauscher und Aufpasser.“
„Okay“, knurrt er.
Der Geländewagen steht da und an ihm ist Marlon angelehnt. Seine Hand unter der Jacke, so wie ich den Ausbilder kenne, immer bereit zu schießen. „Hey“, gebe ich mich betont fröhlich. Er wirft mir eine Flasche zu. „Echt jetzt?“
„Sicher.“
Seufzend schütte ich es über meine Hand, nehme einen Schluck. „Das wird einfach nicht bekömmlich“, schüttel ich mich, als das Weihwasser mit Silber Partikeln meine Kehle entlangläuft. „Zu Frieden.“
„Erkläre es!“
Toll, bei Nika wäre er sanfter. „Man Marlon, es ist Scheiße kompliziert, ich verstehe es selber nicht warum und wieso. Aber ich bin nicht besessen und auch Zayn nicht. Ich war im Himmel und an seiner Tür und dann waren wir hier.“
„Und der Engel?“, fragt aus dem Auto Rubia.
„Das …“ Ich reibe mein Genick. „Habt ihr gewusst, dass Nika ein Nephelem ist?“
Marlon sieht ins Innere und seufzt. Rubia steigt aus und kommt zu mir. Natürlich wussten sie es. Rubia war ja die beste Freundin von Nikas Mutter. „Lass uns hineingehen“, sagt sie sanft. Die Schwangerschaft und die Sorge um Nika hat sie noch sachter werden lassen. Schon damals war sie eine, die selten hart zugriff, immer ruhig hat sie versucht, die Probleme zu lösen. Und zwischen mir und Nika gab es am Anfang sehr viele davon. Marlon hingegen war nur zu einer behutsamer und das war Nika. Das hat mich am Anfang so genervt, inzwischen kann ich es verstehen.
Wir betreten das Zimmer. Schon Knall ein Schuss neben meinem Ohr, ich habe das Gefühl, mein Trommelfell platzt. Ich verstehe nichts, was gerade geredet wird, na ja eher gebrüllt. Ich spüre Hände auf meinem Rücken, vermutlich von Rubia.
„Warnung sein“, schreit Marlon, das Piepsen wird langsam weniger.
„Warum?“, will ich wissen und dann verstand ich, was er getan hat. Sicherlich kann eine Kugel Nathanial anhaben. Aber muss man ihn deswegen provozieren?
Wenn ich dachte, Nathanial sah schon wütend aus, als Zayn ihn das Messer in die Brust gerammt hat, ist das nichts gegen das Gesicht, was er jetzt zieht, vielleicht wirkt das auch nur so, weil aus dem kleinen Loch, eine feine Blutspur zu seiner Augenbraue verläuft. „Noch einmal und du bist tot“, presst er zwischen seinen Zähnen hindurch. Zayn habt sich den Mund. Klar, dass er es irgendwie witzig findet. Uns ist allen klar, solang Nika nicht wieder richtig lebt, wird er nichts und niemand aus ihrem Umkreis das Leben nehmen. Was wiederum danach sein wird, habe ich keine Ahnung. Aber wie ich meine beste Freundin kenne, wird sie das nicht zulassen.
„Okay, hört mal zu“, sage ich und atme tief durch. Endlich ist das Summen ganz verschwunden. „Wir müssen zusammen halten, hier geht es nicht um ein Vampir, Ghul oder was weiß ich für einen Dämon. Es geht um Nika, wir sind hier, weil wir sie lieben und wieder bei uns haben wollen. Also verdammt hört auf, den einzigen umbringen zu wollen, der weiß, wo ihr Körper ist und ihre Seele wieder hineinbringen kann.“ Kurz blicke ich zu jedem, bis sie es stumm bejahen. „Okay, Rubia du fährst wieder heim, bist unsere Zentrale. Marlon und Damian übernehmen den Süden von hier. Zayn und Cosmo nehmen den Westen. Ich werde mit Nathanial Osten und Norden übernehmen. Wir haben als Anhaltspunkt Vulkane und Berge mit Schnee. Wir alle kennen Nika, manche mehr manche weniger, also denkt nach. Sollte einem von uns etwas einfallen, was hilft, eine Nachricht an alle!“, gebe ich die Befehle, was mich wundert das alle zustimmen.

Keine zehn Minuten später wird Splitt von den Reifen in die Luft geworfen und drei Autos verlassen den Parkplatz. Nathanial sitzt am Steuer, weil ich das Buch durch gehe. Bis zum Tod von Zayn kenne ich es. Schmunzelnd muss ich trotzdem, als ich lese, was wir erlebt haben und dann fange ich sogar an zu weinen.

Sie hat mir nie gesagt, dass sie mich als ihre Schwester bezeichnet, aber so hat sie es geschrieben, als wir in Deutschland waren, in dieser kleinen Stadt mit dem komischen Namen Heidelberg. Ich kann mich noch erinnern, wie sie den Barkeeper sagte, er solle sie mit etwas überraschen. Er stellte ihr ein Eis hin, es sah zermahlen aus, nannte es Tschunk und es hatte es wirklich in sich. Ich habe sie nie so gesehen, wie an diesem Tag, nicht als das mit Zayn anfing, oder sonst wann.
„Was ist?“, fragt der Engel neben mir.
„Liest du nicht meine Gedanken?“
„Glaub mir, das ist zu anstrengend, wenn ich das dauernd machen würde.“
„Ich habe mich an etwas erinnert.“
„Schöne Erinnerung“, sagte er nur und ich nickte.
„Du sagtest, Michael kann ihre Aura spüren, warum fragen wir nicht nach?“
„Wenn ich spüren sage, sagt, dass nicht Breiten- und Längengrad aus, nur dass sie da ist und es ihr gut geht. Er muss sie genauso suchen wie wir auch.“
Ich seufze, ist ein Versuch wert gewesen.

.

Teil eins endet hier.
Nächsten Monat erfahrt ihr, ob Neomi und ihre Freunde Nika finden. 🙂

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: