Romantasy Hader

Schnipsel: Die Amazone in mir

Immer wieder zog es mich hier her, an den Strand, an dem ich gefunden wurde. Das schon seit ich ein Kleinkind war, immer wieder wollte ich hier her. Zu meinem Glück lebten meine Pflegeeltern hier und so war es kein Problem für mich, dieses Flecken Sand aufzusuchen. Ich brauche kein Buch, kein Handy oder sonst irgendetwas, wenn ich hier war und auf das Meer sah. Immer wieder zog mich mein Pflegebruder damit auf, dass ich wie eine Statue dasaß und nur das Meer beobachten konnte. Dabei war es eher der Horizont, so der Wasser den Himmel küsste.
So war es auch kein Wunder, das ich Meeresbiologie anfing zu studieren. Auch wenn es für mich hieß, dass ich mein geliebtes Stückchen Erde eine Zeitlang nicht betreten zu könnten.
Um so glücklich war ich, als ich in den Semesterferien wieder dorthin kam.

Wir hatten neue Nachbarinnen bekommen, drei Frauen, die sich von Statur und Farbe absolut nicht unterschieden. Alle drei sahen aus wie Bodybuilderinnen, diese die kein Gramm Fett mehr hatten, weder im Busen noch im Hintern. Jede hatte schwarze halblange Haare und hellblaue Augen.
„Ich finde das ekelig, du nicht auch?“, wollte mein Pflegebruder wissen.
„Was genau meinst du? Drei Lesben oder das sie mehr Muskeln haben, als du je kriegen wirst.“
„Wie witzig du bist.“
Ich schmunzelte. „Jetzt sag schon, was du meinst.“
„Na beides.“
Ich zuckte mit den Schultern. „Ich glaube nicht daran, das sie Lesben sind, sie sehen sich zu ähnlich, ich würde eher tippen, dass es Geschwister sind.“
„Sie müssen lesbisch sein, sie sind nicht auf meine Flirts eingegangen.“
Ich winkte lachend ab. Mein Bruder hielt sich für unwiderstehlich, dabei hatte er mit zweiundzwanzig immer noch nur eine Freundin gehabt und diese Freundin, kannte er seit der ersten Klasse. So langsam hatte ich auch das Gefühl, das sie auch diejenige ist, die ich Schwägerin irgendwann nennen darf. „Ich bin draußen, ruf mich, wenn es Essen gibt.“
„Da bin ich nicht mehr da“, rief er mir hinterher. Ich antwortete nicht, warum auch, er würde es meinen Eltern sagen und die holten mich dann, so war es doch schon immer.
Ich zog meine Schuhe aus und stellte mich ins Wasser, immer wieder umspült der weiße Schaum um meine Füße. Seufzend schloss ich meine Augen, sog den salzigen Geruch des Meeres auf.
„Dich kenne ich ja noch gar nicht“, hörte ich hinter mir eine Frau.
Ich blickte über die Schulter eine der neuen Nachbarinnen. „Ich wohne nebenan, Besuch gerade meine Eltern.“
„Aso, dann bist du Nika.“
„Ja die bin ich, und Sie sind?“
„Sag du, ich bin Robina.“
Ich ging zu ihr und reichte ihr die Hand. „Schön dich kennenzulernen.“
Dann passierte etwas, was ich nicht beschreiben konnte. Sobald unsere Haut sich berührte, zuckten Bilder durch meinen Kopf, von einer Insel. Keuchend zog ich meine Hand zurück.

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