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Los geht es mit Teil zwei zu Neomi

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Immer weiter fahren wir, ich habe keine Ahnung, wo wir sind, und ob das einen Sinn überhaupt hat. Ich blättere zur vorletzten Eintragung. „Ein bunter Strauß an Lichter am Himmel.“ Ich blicke zu ihm. „Sag mir nicht, das meine beste Freundin seit dem 3. Juli vermisst wird!“ Er schluckt. „Fast ein ganzes Jahr!“, brülle ich ihn an und zieh die Handbremse. Kreisend kommen wir zu stehen.
„Ich dachte, ich kann sie allein finden.“
„Ihr Körper …“ Mein Hals ist wie zugeschnürt, die Worte will ich nicht aussprechen. Er nickt nur, jetzt schlage ich zu. „Du verdammtes Arschloch“, brülle ich immer wieder, bei jedem Schlag. Schwer atmend lehne ich mich an.
„Geht es dir besser!“
„Sprich mich nicht an und sei froh, wenn die anderen nicht das Messer benutzen!“ Ich greife zu meinem Handy.
„Tu es nicht.“
„Die anderen müssen davon erfahren.“
„Keiner kann sie finden von den anderen. Nur du und Zayn.“
„Warum?“
Er nimmt meine Hand, fährt mit seinen Fingerspitzen über die Schwellung der Narbe. „Ihr Blut“, sagt er leise.

Damals hat sie mir mit ihrem Blut das Leben gerettet. Noch in Deutschland haben wir Erdbeeren gepflückt und sie kam auf die Idee, einen Erdbeerkuchen zu backen. Aus dem nie etwas wurde, mitten im Schneiden der Früchte ging die Tür auf und ein Wechselbalg stand in seiner wahren Gestalt da. Klauen, knöcheriger Körper und Fledermausflügel. Es hat mich an der Hand erwischt, besser gesagt an der Pulsader. Nika konnte es vernichten, doch ich sah schon die Helfer des Todes, den Sensenmann. Ich kann meiner Freundin so dankbar sein, dass sie so eine Reaktion hat und das Wissen. „Wir sehen uns“, sagte der Helfer und verschwand dann.
Jetzt verstehe ich auch, warum Nika sagte. „Träum weiter.“ Als halber Engel kann sie diese Kreaturen auch sehen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, sie meint mich.
„Korrekt, ihr Blut in deinen Adern.“
„Zayn sagt aber, er hat nichts von ihr, wie kannst du sicher sein.“
Keine Ahnung warum, aber er küsst die Narbe und sieht mich dann an. „Geben und nehmen ein uralter Pakt. Kain nahm Abel das Leben, Abel gab ihm den Fluch und der erste Dämon wandelte auf Erden.“ Er lässt mich los. „Etwas muss sie ihm geben.“
„Warte.“ Ich blättere durch das Buch. Kurz frage ich mich, was ich ihr dann gegeben habe, dass sie mir das Leben gerettet hat. „Hier! Versprechen auf ewig, einzeln und allein. Kann es das sein?“
Langsam nickt er. Überrascht sehe ich ihn an. Er flucht, nimmt Wörter in den Mund, die ich nie und niemals von einem Engel denken würde, seine Hand schlägt er auf das Lenkrad, dann steigt er aus und tritt gegen die reifen.

„Hey! Verdammt Hummi kann nichts dafür.“ Stille! Er ist weg. „Nathanial?“ Vögel schreien, es hört sich an wie Möwen, die an den Stränden der Küsten hin- und herflattern. Ich steige aus. Die Luft ist nicht salzhaltig, wir sind also nicht in der Nähe vom Meer. Ein Wind kommt auf, so heftig, dass er mein Hummer leicht hochhebt und ich Angst um Auto habe. Genauso schnell wie diese hurrikanähnlichen Luftströmung gekommen ist, so plötzlich ist sie verschwunden. Vor mir stand ein Mann. Schwarze kurze Haare und die gleichen grauen Augen wie Nathanial. Finster ist sein Blick auf mich. Seine Hand schnellt nach vorne und presst mich am Hals an die Seite meines Autos.
„Wo ist Nika!?“, brüllt er mich an.
„Michael, wenn Neomi tot ist, bringt sie dir nichts, sie ist die einzige.“ Nathanial zerrt am Arm von Michael.
Ich knalle auf dem Boden, weiß gerade nicht was mir mehr weh tut mein Hals oder die Schrammen auf meiner nackten Haut. Nathanial kommt zu mir und legt seine Hand auf. „Gleich geht es dir besser.“ Ein wohliger Schauer geht durch mich hindurch, wie eine warme Dusche nur irgendwie innerlich.
„Danke“, sage ich leise.
Er lächelt, das Erste mal und irgendwie ist es süß.
„Wo ist NIKA!?“, kommt bedrohlicher von Michael. Der Erzengel ist anscheinend sehr ungehalten.
„Wir suchen sie.“
Er schließt die Augen, streckt die Finger aus und ich befürchte schon, dass ich gleich wieder gewürgt werde. Aber sein Griff geht zu dem Buch, das sich in der Innentasche meiner Jacke befindet.
„Hey, das ist meines!“ Ich will es ihm wegnehmen, aber er ist schneller. Blättert es durch und wirft es hinter sich. „Du …“ Nathanial hält mir den Mund zu. Ja, zugegeben, ihn gerade zu beleidigen ist keine gute Sache. Jetzt zieht er das Messer, was ich von Nika habe.
„Warum hast du das?“
„Sie hat es ihr gegeben, weil sie ein Zweites hat.“
„Der Junge“, knurrt er, dann ist er verschwunden.
„Ich komme gleich wieder“, sagt Nathanial und dann ist auch dort, wo er gestanden hat nichts mehr zu sehen.
„Wahnsinn, lasst mich doch alle hier stehen!“ Ich rappel mich auf, mache einen Schritt zum Wagen hin und stoße in eine Brust. „Lass das“, fahre ich Nathanial an, „ich bekomme noch einen Herzkasper mit eurem ständigen, ich bin da und wieder weg scheiß!“

Sein Grinsen ist schief, er legt den Arm um mich und dann ist es um mich dunkel. Der Schweiß fließt aus meinen Poren, das Atmen fällt mir schwer, meine Augen sind trocken und am liebsten würde ich mir meine Kleider vom Körper reißen. „Wo sind wir?“
„Im Yellowstone Park.“
Ich fächere mir mit der Hand Luft hinzu. „Warum?“
„Vertraust du mir?“
„Was?“
Mit einer Handbewegung dreht er mich am Genick, dass ich den Halt verliere. Ich gebe einen Schrei von mir, aber er hält mich, nur knapp über das Gesicht meiner besten Freundin komme ich zu stehen. Sie sieht aus, als wenn sie Schlafen würde. Seidig liegen ihre langen Haare über ihre Schultern, von den roten Strähnen sieht man erst wieder etwas ab ihrem Kinn. „Was soll das?“, brülle ich und versuche mich aufzurichten. „Nathanial!“
„Vertrau mir bitte.“ Die Kälte spüre ich als Erstes, die über meinen Hals streicht, dann kommt das Brennen und ich verstehe, was er getan hat. Meine Hände presse ich darauf, doch mein warmes Blut lässt sich nicht aufhalten und benetzt ihren Hals. „Nika!“
Etwas Helles zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Silberner glühender Hauch. „Du wirst ihr nie wehtun“, höre ich die Stimme von ihr. Von der Hitze ist nichts mehr zu spüren.
Ich werde hochgezogen und er legt seine Hand auf meine. Ich spüre unter meinen Fingern, wie sich die Wunde schließt. „Denkst du auch so über Michael?“
„Das wichtigste hat er mir genommen, mehr kann er mir nicht wehtun.“
„Zayn lebt wieder“, keuche ich.
„Ich spreche nicht von ihm.“ Etwas gleitet über ihren Bauch. „Nichts kann mich bewegen zurückzugehen, mein Körper stirbt und bald kann ich dorthin, wo ich hingehöre.“
„Nika“, bringe ich heraus, meine Tränen verschleiern mir die Sicht. „Und wir?“
„Euer Leben ist hier, meins …“
„Deins ist bei uns“, schreie ich sie an. „Cosmo, Damian, Zayn, Rubia, Marlon und ich, hast du nicht gesagt, wir sind Familie, hast du mich nicht deine Schwester genannt?“
Sie sagt nichts, entfernt sich.
„Nika du musst verstehen, dass ich das nicht zulassen durften“, höre ich hinter uns die Stimme von Michael dieses Mal sanft und flehend. „Bitte Tochter, komm zurück.“ Nathanial zieht mich beiseite.
„Nein, wenige Tage noch.“
„Du wirst ins Fegefeuer gehen, du siehst sie nie wieder, willst du das?“
„Ich werde sie eh nie wieder sehen, es ist eine Illusion, ein Trugbild, erschaffen von euch, die meinen sie sind Gott, dabei seid ihr nichts!“
Keine Ahnung warum, aber Nathanial lässt mich los. Ich stolpere nach vorne. Die warme Aura von Nika ist um mich. „Aber du hast uns jetzt?“
„Du verstehst das nicht, ich weiß dinge …“
„Es ist egal! Wenn wir untergehen, dann gemeinsam, hast du das damals nicht ernst gemeint?“
„Nika“, dringt Zayns Stimme an mein Ohr und dann sehe ich ihn, wie er sich über sie beugt und das Blut aus ihrem Gesicht wischt. „Meine Liebe, bitte, komm zurück.“
„Sieht er dich nicht?“, frage ich leise.
„Nur du und ich haben dieses Band.“
„Wie sehen?“, will er wissen.
„Sie ist hier, neben mir.“
„Nika, mein Schneewittchen, bitte tue mir das nicht an, tu deiner Familie das nicht an. Liebst du mich nicht mehr?“
„Doch“, sagt sie traurig. Ich nicke für ihn.
„Dann lebe für mich.“ Er nimmt ihre Hand. „In meinem Zimmer habe ich mir immer vorgestellt, wie sie aussieht.“ Tränen landen auf Nikas Körper. „Blond wie ich oder schwarze störrisches Gestrüpp wie du.“ Nika schluchzt. „Definitiv unsere Grünen Augen, was anderes hätte mich gewundert. Ich bin mir sicher, dass sie nie gewollt hätte, dass du dies hier tust.“ Ich spüre, wie die Wärme von Nika von mir geht. „Nika ich bin schon tot, aber trotzdem macht es mich traurig, dass sie uns genommen wurde. Dein Tod, vor allem aber so, verhindert auch, dass wir uns wieder sehen und sie!“
„Tu das nicht Zayn.“
Ich wiederhole das nicht. In mir spüre ich, dass er genau das bewirkt, was wir wollen. Kurz kommt mir der Gedanke auf, ob wir sie nicht gehen lassen sollen, sie hat so gewählt. Anscheinend kennt sie die Zukunft. Wurde aber nicht gesagt, die Zukunft sei noch ungeschrieben, sie kann man verändern? „Ich kann verstehen, das dies traumatisiert hat. Ja ich war nie Mutter und ehrlich will ich es auch nie sein und doch haben wir uns für dich gefreut. Räche dich nicht an uns dafür.“
„Nika mein Kind“, kommt von einer mir vollkommen Fremden, aber ich weiß trotzdem, wer es ist, die Ähnlichkeit von Mutter und Tochter, ist schon damals verblüffend gewesen und da hatten wir nur ein Bild. „Ich habe dich weggegeben, weil ich es musste, so konnte ich dein Leben garantieren. Du hast deines verloren. Ich konnte zu dir, nach dir sehen. Sich aber nicht in den Arm nehmen zu können, ist der gleiche Schmerz.“ Sie kann sie anscheinend sehen, denn sie läuft auf das silbrige Flimmern zu. „Du hast einen Halt, den ich auch hatte und noch viel stärker. Du bist von Liebe umgeben, gräme dich nicht dafür, was dir genommen wurde, sondern nimm das was du hast in den Arm.“ Diese Tat ihre Mutter auch, Nika schluchzte. „Cosmo würde für dich sterben, seit er dich kennt. Zayn ist für dich gestorben. Du kannst jeden deiner wahren Freunde fragen, sie würden, alles für dich tun. Marlon hat nicht nur auf deinen Vater geschossen, wohlwissend, das es seinen Tod hätte sein können.“
„Ich kann das nicht“, wimmert sie leise.
Ich folge ihrem Beispiel und nehme Nika in den Arm. „Und wenn es in die Hölle ist“, flüster ich ihr zu.
„Du kannst auf jeden von uns zählen“, sagt Zayn fest und kommt zu uns.
„Ich schaff das nicht“, gibt sie leise von sich.
„Doch und weißt du warum?“, meint Nathanial. Ich blicke zu ihm. „Noch nie habe ich einen so großen Zusammenhalt gesehen, wie eure Gruppe. Jeder von ihnen war sofort bereit, dich zu suchen, selbst Rubia.“
Nika schluckt hörbar, anscheinend ist ihr bekannt, das Rubia ein Kind erwartet.
„Komm Schneewittchen, lebe für unser Kind und mich.“
Ich habe keine Ahnung mehr, was ich machen kann, damit meine beste Freundin einsieht, dass sie Leben soll und muss. Ich stehe auf. „Weißt du was, ich dachte, du bist anders, aber mein erster Eindruck war richtig, du hast das gar nicht verdient.“
„Neomi“, knurrt Zayn.
„Was den? Sie gibt alles auf für ein paar Rückschläge. Sie hat nie das alles verdient, sie hat dich nicht verdient, Cosmo nicht, den Titel oder gar meinen Cousin. Eine eingebildete Kuh, der alles in den Hintern gesteckt wird.“
„Wie kannst du das sagen?“, fragt sie mich.
„Wie Nika, das kann ich dir sagen, mit dem Mund, ich habe so die Nase voll von dir. Weißt du, was da draußen los war, wie es uns erging, als wir das hier erfahren haben?“ Ich zeigte auf ihren Körper. „Weißt du, was du uns damit angetan hast?“
„Und du bist immer noch die mit großer Klappe und nichts dahinter“, faucht sie jetzt und in der schummrigen Seele, sind leicht Konturen zu erkennen.
„Ach echt, denn du liegst da und gibst auf. Du hast geschworen zu Kämpfen, stattdessen, lässt du dich umbringen.“
„Ich mach dich immer noch fertig Neomi!“
„Wie den? Als süße kleines Seelenkügelchen? Da hab ich aber Angst.“
Anscheinend hat jetzt Zayn auch verstanden, was ich vorhabe, denn er verschränkt die Arme vor der Brust. „Sie hat eigentlich recht, vom Kampfgeist sehe ich bei dir gerade nichts, nur einen halb toten Körper.“
„Du wagst dich?“, wendet sie sich an ihn.
„Ich würde versuchen, dich stolz zu machen und nicht … Kann es sein, dass du mich nie geliebt hast?“
„Vermutlich ist sie einfach eine Schlampe!“
Dann geht irgendwie alles sehr schnell. Der Schimmer ist verschwunden und schwungvoll erhebt sie Nika von ihrem Steinbett. Schon habe ich ihre Faust auf meinem Kinn, ich strauchel und mein Hintern küsst den Boden. „Bin ich dir immer noch zu Schwach, du …“
Mein Lachen unterbricht sie. Zayn hebt sie hoch und gibt ihr einen Kuss. Erst schimpft sie und schlägt ihn, aber er lässt sich nicht davon abbringen, ihr immer wieder die Lippen aufzudrücken.
„Gut gemacht“, höre ich von ihrer Mutter. Neben ihr steht Michael, der seine Hand auf ihre Schulter hat und dann verschwunden ist.
„Du kennst sie halt doch am besten“, flüstert mir Nathanial zu, der mir aufhilft.
„Eigentlich war ich nur Sauer und traurig.“
„Es ist genau das Richtige gewesen.“
„Lassen wir sie allein.“ Er blickt zu ihnen und runzelt die Stirn. „Glaub mir, das bleibt nicht so harmlos.“ Zu oft habe ich es schon mitbekommen, wie die beiden von der einen auf der anderen Sekunde sich die Kleider vom Leib reisen, da ist es ihnen auch vollkommen egal, ob da jemand zu sieht oder nicht. Ich folge Nathanial einen engen Gang, der immer wieder auf und ab geht. Manchmal sehe ich nichts und muss auf ihn vertrauen und dann ist alles irgendwie taghell, trotzdem bin ich froh, als wir am Höhleneingang angekommen sind. Damian, Cosmo und Marlon stehen am Fuß des Vulkans.
„War um sie eigentlich hier?“, frage ich ihn.
„Ich musste sie doch vor Kälte und der Witterung schützen. Da sie hier in der Nähe gewesen ist, war dies der ideale Ort für sie. Mit etwas Engelsmagie natürlich.“
„Was ist mit Nika?“, fragen die drei, als wir sie erreichen, wie aus einem Mund
„Sie lebt wieder, was jetzt passiert, weiß ich nicht.“
„Ist er bei ihr?“, will Cosmo wissen.
„Ja“, antwortet Nathanial, ihm in die Augen zu sehen traue ich mich nicht.
„Was passiert jetzt mit ihm?“
Nathanial atmet tief durch und blickt zum Berg. „Das liegt im ermessen von Michael. Ihr müsst für Nika da sein, wenn er sich dagegen entscheidet.“
„Es wird kein wenn geben“, brummt Michael plötzlich neben mir. „Die Linie Adams gehört in die heiligen Hallen! Ich werde nicht zulassen, dass er ins Fegefeuer geht, genauso wenig, wie sie.“ Wie ich dieses plötzliche Erscheinen von ihm und Nathanial hasse.
„Ich …“
Michael hebt seine Hand und unterbricht Nathanial. „Du Bruder, hast gegen die Regeln verstoßen, die Linie Evas in Gefahr gebracht. Denkst du, das kommt ohne eine Bestrafung aus?“
„Halt den Rand, du eingebildeter Stelzen Heini“, knurrt Zayn hinter uns, „du hast nicht mal ansatzweise das Recht hier von Tochter zu reden, nicht mal ein kleines bisschen, da du einen niederen deine Aufgabe hast übernehmen lassen, weil du ihr nicht mehr unter die Augen hast treten können!“ Nika und er kommen auf uns zu. „Und glaube mir, meine Rache, wirst du noch spüren.“
Nika haut ihn. „Du solltest gehen“, meint sie ruhig zu dem Engel, ihre Anspannung kann sie aber nicht verbergen.
Eine kurze Handbewegung und ich habe das Gefühl von jemand gedrückt zu werden. Jetzt weiß ich, dass Michael die Zeit angehalten hat. „Es tut mir leid, wirklich“, höre ich ihn hinter mir und dann vor mir. „Verbannung!“
So schnell wie dieses Beklommenheit gekommen ist, so ist sie auch wieder verschwunden. Nika schreit und mir ist klar, warum. Michael hat Zayn mit genommen und das sie nicht diskutieren kann, hat er die Zeit angehalten. Nathanial zittert.
Hin- und hergerissen was ich tun soll, bleibe ich stehen. Die Männer laufen zu ihr und versuchen zu trösten.
„Ich kann nicht mehr verschwinden, geh zu ihr.“ Ich nehme ihn mit zu ihr, auch wenn ich weiß, dass er der Letzte ist, den sie sehen will.

Zwei Monate ist Nika ein häufchen Elend, für sie sind die Wunden seines ersten Todes wieder aufgebrochen. Noch mal in den Himmel kann sie nicht, die Wege sind wegen Nathanial blockiert. Nur andere mit Verbindung nach oben können noch an gewisse Stellen hoch und runter, aber immer sehr weit weg von Nika. Cosmo sitzt jeden Tag bei ihr und versucht sie aufzumuntern. Ich trainiere mit Nathanial, ohne seine Magie ist er recht schwach, sein Wissen jedoch enorm. Meine beste Freundin leidet und ich habe keine Ahnung, wie ich ihr helfen kann, zumindest halte ich sie von Hexenwesen und Hexenbiester fern, nicht das sie dies noch mal tut.
„Hey“, sagt sie, als ich gerade mich umgezogen habe.
„Wie geht es dir?“
Sie zuckt mit den Schultern und setzt sich auf die Bank vor den Umkleiden. „Bevor er Zayn mitgenommen hat, sage er, es tut ihm leid.“
„Habe ich gehört.“
„Als wir den Berg zu euch sind, hat er mir ein Versprechen abgenommen.“
„Zayn war klar, das Michael ihn wieder mitnimmt?“, frage ich erstaunt und nehme neben ihr Platz.
„Uns beiden ist es klar gewesen. Er hat mir seine Enkelin entrissen, denkst du wirklich, er lässt mir dann Zayn, das dies vielleicht noch mal passiert?“
Da hat sie leider recht, damals dachte ich nicht mal im geringsten daran. „Was musstest du ihm versprechen?“
Sie steht wieder auf und läuft hin und her. „Verstehst, ich kann es einfach nicht.“
„Was kannst du nicht?“, frage ich mit gerunzelter Stirn.
„Cosmo, er … ich will meinen besten Freund nicht verlieren.“ Sie kniet sich vor mich. „Gehen wir beide wieder auf die jagt?“
„Tut mir leid, aber …“ Ich seufze, das hätte mir wieder klar sein sollen, aber jetzt ist es nun mal, wie es ist. „Nathanial und ich …“
„Ihr seid ein Paar?“
„Was? NEIN!“ Nika kichern und mein Gesicht brennt. „Wir haben trainiert und keine Ahnung es irgendwie cool mit ihm.“
„Du lügst, du hast dich sehr wohl verliebt, so wie damals in Cosmo.“
Ich antworte jetzt mal nicht darauf. „Frag ihn, er ist der Richtige.“
„Ich kann nicht, er wird … Du kennst ihn, besser als ich.“
Da muss ich ihr leider recht geben, Damian ist deswegen auch eine schlechte Lösung. „Lehrerin“, kommt mir die Idee.
„Was?“
„Du hast ein unsagbares Wissen. Seit Bela von uns gegangen ist, fehlt ihm ein Lehrer in diesem Bereich und du bist Ideal dafür und sicher ist es auch.“ Unser Lehrer damals für das Fachwissen der Dämonenwelt, ist vor unserem Abschluss in den Himmel gekommen.
„Denkst du?“
„Klar.“ Ich grinse. „Und das beste Cosmo muss dann mit Damian losziehen, dann versöhnen die beiden sich auch endlich.“
Sie lacht. „Lass uns Rubia und Marlon fragen.“

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