Schnipsel: Pünktlich zur Mittagsstund

Fantasy

Ich holte das Verbandsmaterial, eine Wundsalbe, eine Flasche Wasser, eine Schale und die Taschenlampe. Dann ging ich vorsichtig den Weg wieder zu dem Fabelwesen. Ich befreite ihn von dem Unrat und sah mir die Wunde an. Wieder mal fluchte ich innerlich über meine Dummheit. Die Erde war mit seinem Blut verklebt. Ich lief zurück, holte mehr Wasser. Wieder bei dem Greif schnaubte ich. Er hat seine Wunde sauber geleckt.
„Du bist schlimmer als ein Kleinkind“, schimpfte ich und reinigte es nochmals mit einem getränkten Tuch. Nachdem ich die Salbe vorsichtig verschmierte und den Flügel am Einbinden war, versuchte er immer wieder den Verband, mit seinem Schnabel abzunehmen. Ich grummelte. Stolz auf mein Werk stand ich auf und sah ihn an. Da bemerkte ich eine zweite Wunde an seinem Hinterlauf. Sie hatte schon eine Kruste, es wahr die anscheinend von heute Mittag, da war ich mir sicher. Der Gedanke, dass die Kugel noch in seinem Bein steckte, ging mir nicht aus dem Kopf. Aber jetzt konnte ich ihm ja schlecht, die Kruste abreißen und darin herum Bohren. Ich konnte ja eigentlich schon froh sein, dass er alles brav mit sich hat machen lassen. Sein Blick ruhte auf mir. Hier liegen lassen konnte ich ihn nicht, das wurde mir klar. Aber wie zum Teufel sollte ich ihn in meine Hütte bekommen.