Hades und Liara

Fantasy

Heute gibt es den ersten Teil einer Geschichte, wo ich im VHS Kurs angefangen habe zu tippen und mir gedacht habe, das dies interessant wäre Weiter zu schreiben.
Könnt ihr nicht bis zum nächsten Blogbeitrag warten, dann schaut doch auf mein Instagram Beitrag immer Sonntags <3

Hades und Liara

Der Centaure Hardes graste auf der südlichen Weide, die vor den flauschigen Bergen lagen. Schon als Fohlen hat er sich gefragt, warum die so hießen. Diese Berge waren doch hart und steinig, da konnte auch das Gras und die Büsche darauf wachsen nicht ändern. Davon abgesehen, dass es nicht die Einzigen waren, die diese Begebenheit hatten.
Mürrisch wandte er mit seinem Blick über das Grün, was sich vor seinen Hufen erstreckte und suchte etwas anderes zu essen. Gerne würde er wieder etwas anderes zu sich nehmen, was nicht von Mutternatur geschaffen wurde, oder einfach anders kombiniert wurde. So wie es Liara zubereitete, mochte er es. Darum stand er hier auf dieser Weide, hat kaum etwas gegessen, sie hatte ihm ein Festmahl versprochen. Die Sonne ging langsam unter und sie war immer noch nicht zu sehen.
Ein Knacken schallte über die Wiese, er hob seinen Kopf und die Nüstern in den Wind. Der Geruch von Feuer wehte zu ihm. Schnell versteckte er die Freude. „Na endlich“, grummelte er, „du bist zu spät.“
Ein Kichern hallte zu ihm und er blickte in die Richtung. Die Feuerelfe Liara kam auf ihn zu.
Jeden Schritt, den sie machte, verbrannte die Erde unter ihren Füßen. In Rauch gehüllt, bewegte sie sich auf ihn zu. Sie lächelte vor Freude und wurde immer schneller, am Ende rannte sie. Kurz vor ihm blieb sie stehen. Die graue Schwade verschwand.
Hustend wedelte er der Hand den Dunst weg. „Warum musst du immer so übertreiben?“, fragte er brummig.
Sie lachte auf und umarmte ihn. „Weil ich es will“, neckte sie ihn, „Du Brummbär.“
„Ich bin kein Bär!“
Fest drückte sie sich an ihn. „Für mich schon.“ Ihre Stimme war leise.

Schon als Kinder kannten sich die beiden. Die Zentauren blieben lieber unter sich, eigentlich. Aber Hardes mochte sie nicht und fühlte sie deswegen nie wohl, darum lief er am liebsten einsam umher.
Liara hingegen war schon immer sprunghaft und niemand konnte sie aufhalten.
So kam es, dass die Elfe, die normal in der Vulkanebene lebte, sie verließ und durch die naheliegende Umgebung wanderte.
Als Hades sie damals entdeckte, war seine erste Reaktion, der Flucht! Aber ihr lachen ließ ihn innehalten. Jedes Mal, wenn sie sich danach trafen, freute er sich, was er ihr nicht zeigen wollte. Er zeigte ihr wo es essbare Kräuter gar und sie ihm, wie gut es schmeckte, wenn man sie kombinierte. Na ja, das meiste zumindest.
Aber je älter sie wurden, umso größer war Liaras Drang weiterzuziehen, mehr zu lernen und Neues kennenzulernen. Hardes ließ sie schweren Herzens ziehen, auch wenn er wusste, dass er sie ganz schrecklich vermissen würde. Liara und er, eine kleine Herde, in der er sich wohlfühlte.

Jetzt umarmte er sie seufzend. „Bleibst du?“, fragte er hoffnungsvoll.
Sie ließ ihre Schultern sacken. „Es gibt noch so viel zu lernen. Da kann ich nicht verweilen.“
Traurigkeit spiegelte sich in seinen Augen. „Wie lange?“
„Auf jedenfalls für ein gutes essen.“
Er schloss seine Lider, um ihr nicht seinen Schmerz zu zeigen. Ohne sie fühlte er sich einsam.

Liara griff nach seiner Hand und zog ihm zu der Vulkanebene. Schweigend folgte er ihr. Etwas liefen sie an dem kleinen Bach entlang. Das Rauschen, seine Hufe klappern und das Zischen ihrer Schritte war zu hören. Liara hatte ihre Füße noch nie unter Kontrolle gehabt. Ihre Haut konnte man überall berühren, wenn sie es wollte, doch ab den Knöcheln verbrannte sich jeder. Wie oft sie Hades das Fell angesengt hatte, als sie auf seinem Rücken saß, konnte er nicht zählen. Ihr schlechtes Gewissen war ihr danach immer anzusehen und das macht sie noch sympathischer.
„Ich will dir jemanden vorstellen“, unterbrach sie das Schweigen.
Er legte seine Stirn in Furchen. Bei all ihren Besuchen hatte sie nie jemanden hierher mitgebracht. Was war an diesen Wesen anders? „Eigentlich sind es mehrere“, erklärte sie weiter.
Er stockte. „Ahja?“
„Ja, aber erst später. Sie sind noch unterwegs.“ Sie beugte sie zu ihm und kicherte: „Etwas langsam.“
„Ich weiß nicht.“
„Ach komm schon Brummbär.“ Er atmete fest aus seiner Nase. „Sie sind wirklich nett und sie freuen sich, dich kennenzulernen.“
Er verschränkte seine Arme und musterte sie. „Du kommst ja auch mit jedem klar, was sagt mir, dass sie auch NETT zu mir sind?“
„Denkst du wirklich, ich würde etwas tun, was dir schadet?“
„Ach ja und was war mit dem Löwenzahn, dass du mit dem Seegras zusammen verkocht hast?“
Ihre Wangen glühten, was bei einer Feuerelfe noch dunkler wirkte, als bei allen anderen Wesen. „Sei nicht so gemein zu mir, das ist wohl ewig her und mit dem hier nicht zu vergleichen.“
Er schnaubte wieder. Er war schnell, die Flucht würde daher kein Problem sein. Sein Gesicht wandte er dem Himmel zu. Liara vertraute ihnen und er ihr. „Okay“, brummte er.
Lachend schlang sie ihre Arme um seine Taille. „Siehst du, du bist mein Brummbär!“