Viktoria Hader

Viktoria 3

»Ihr spinnt doch«, gebe ich von mir.
»Das passt auch zu dem, was gestern passiert ist.« Mein Blick gleitet zu meiner besten Freundin. »Und ich habe schon gesagt, dass es eine Vision sein musste.« Sicher muss ich mir eingestehen, dass es nicht ganz normal ist, dass ich die Träume habe, aber dass ich auf einmal kein Vampir mehr sein soll, ist doch verwunderlich.
»Sie glaubt uns nicht«, seufzt mein Freund.
»Wie den auch«, gebe ich von mir.
Jes zieht eine Klinge über ihr Handgelenk. »Dein Vater sagt zwar das sollen wir nicht machen, wegen irgendetwas mit Rausch, aber sonst glaubst du uns anscheinend nicht.« Ein paar Tropfen fallen auf den Boden. Es ist jetzt nicht so, dass der Geruch mich abschreckt, aber frohlocken tut er mich jetzt auch nicht. »Siehst du.« Liam legt seine Hand auf die Wunde und sie heilt.
»Aber was macht das für einen Sinn, als Engel bin ich doch anfälliger …« Ich sehe zu Liam. Trotz das seine Mimik eisern aussieht, weiß ich, dass es ihn schmerzt, daran erinnert zu werden, was damals passiert ist.
»Vielleicht bist du dadurch sensibler, statt eines Hybriden.«
Mit einem lauten Knall knallt die Wohnungstür gegen die Flurwand. »Du spürst nicht mal mehr deinen Vater«, flüstert Liam mir zu, »Ist das nicht ein Grund mehr uns zu glauben.« Langsam nicke ich.
»Kleines«, höre ich schon meinen Vater. Ganz kurz zuckt er in Richtung dem Glas mit Blut. Eine Angewohnheit, die sich nicht abschütteln lässt. Es ist, wie wenn Mann den Geruch von Vanille liebt und der einem in die Nase kommt.
»Papa, was soll der verdammte Scheiß?« Liam verdreht die Augen, darauf hingrinse ich ihn an.

Mein Vater versteht gerade nicht, warum ich grinsen kann. Und im Grunde hat er ja recht, aber ich mag es einfach, wenn Liam den strengen Lehrer eben mal nicht heraushängen lassen kann. »Bekomm ich ne antwort?«, frage ich ihn.
»Wir glauben, dadurch das du eine Reingeborene bist und nicht verwandelt, sie dir eine Aufgabe gegeben haben, was, kann ich dir nicht sagen.« Er setzt sich an mein Fußende. »Erzähl mir von deinen Träumen und was an den Tagen passiert ist.«
Ich und Jes haben zusammengetragen, was passiert ist. Von ihm bekomme ich einen strafenden Blick als Jes zu ihrer Lieblingstelle mit dem Professor erzählt.
Er schweigend läuft hin und her. »Dieser Nathaniel, hast du, ihn vorher so war genommen?«
»Sie hat doch nur Augen für Liam«, meint Jes und prompt rolle ich sie. Es ist ja nicht so, dass ich niemand anderes bemerke, sie interessieren mich einfach nicht. Liam ist wie ich und das verbindet einen schon mal mehr als alles andere.
»Dann ist er dir aufgefallen?«
Ich schnaube. »Er ist ein a… Angeber.«
»Du wolltest etwas anderes sagen«, seufzt Liam.
»Hab ich aber nicht und das zählt doch auch.« Ich blicke zu meinem Vater. »Er ist wie jeder dort. Bis jetzt hat er sich nicht getraut, mich anzureden.«
»War das seine Stimme, die du heute gehört hast?«, fragt er mich.
»Nicht, dass ich wüsste, ist ja nicht so, als wenn ich viel mit dem geredet hätte.«
»Ich schau, das ich mehr über ihn herausfinde. Halte dich von diesem Professor fern. Es ist mir zu merkwürdig, dass er genau dann auftaucht, als du Visionen hast.«
»Dann ist das gar kein Traum?«, will Jes wissen.
»Weder Engel noch Vampire brauchen wirklich schlaf. Von deiner Mutter weiß ich, dass sie so kommunizieren und Aufträge erteilen.« Ich wende mich meinen Füßen zu. Meine Mutter haben sie ausgeschlossen, als sie sich mit meinem Vater zusammen getan hat. Sie sagt zwar, ihr macht es nichts aus, aber ich fühle ihren Schmerz, als wenn es meiner ist, wenn ich bei ihr bin.

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.

Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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