Dark Angel 2

#Druck

»Du verstehst das nicht«, jammert er. »Sie ist weg, nie wieder wird sie …« Seine Stimme bricht.

»Ich verstehe das Besser, als du denkst.« In meinem Brustkorb herrscht ein Druck, dass ich das Gefühl habe, mein Herz zerreißt es gleich. Tränen fließen mir heiß über meine Wangen. »Ich bin daran schuld«, wimmere ich. Ob er mich durch mein Weinen versteht, weiß ich nicht.

»Ich hätte besser aufpassen sollen.« Seine Kälte verletzt mich noch mehr, gerade als ich gedacht habe, dass er doch herzlich sein kann, ist sein Ton wieder schneidend, arrogant und gepresst. »Sie liebte dich sehr.«

»Ist das alles, was du zu sagen hast«, fuhr ich ihn an.

»Was verlangst du von mir?«

»Nichts!« Ich wende mich ab.

»Ich bin ein Engel, kein Heiliger Isabella.«

»Nein du bist ein Arsch!« Ein paar Schritte kann ich zur Tür machen. »Menschen haben Herz, sie lieben. Doch du …«

»Ich bin ein Engel«, wiederholt er gepresst.

»Und ich bin ein Mensch und du vergiftest mich.« Ich drehe mich zu ihm. »Lass mich gehen.«

Kurz denke ich, er stimmt zu, aber da greift er nach meinem Oberarm. Er ist zu schnell für mein menschliches Auge. »Das kann ich nicht, ich kann dich nicht auch noch verlieren.«

»Was …«, beginne ich und in diesem Moment verstehe ich es. Mein Leben ist vorbei. Der andere war der Engel des Todes, der mich zu ihm gebracht hat. »Ich bin Tod«, keuche ich und halte meinen Mund.

»Nur dieser Ort, lässt deine Seele in deinem Körper verweilen.«

Ich schlage weinend auf seine Brust ein. »Du lügst!«

#Sensucht

Alles in mir will, das es nicht stimmt. Ich darf nie wieder Freunde sehen, nie wieder von einem Berg schreien oder etwas anderes sehen als hier. Nur er diese Seelen und ich.
Jeden Schlag hält er aus, bis ich keine Kraft mehr habe und mich einfach von ihm wegdrehe. Wo soll ich hin? Hier leben oder sterben? Nichts anderes gibt es für mich. »Isabella«, sagt er leise.
»Lass mich in Ruhe«, schniefe ich und reibe meine Arme.
»Jetzt«, redet er weiter, ohne auf mich zu achten, »wo du die Wahrheit weiß, können wir neu beginnen.«
»Nein«, wimmer ich und schüttel meinen Kopf. »Du erweckst keine Sehnsucht in mir, warum solle ich das wollen?«
»Weil sie für dich gestorben ist und du nur hier leben kannst.« Ein Schritt ist zu hören. »Deine Mutter, sie wird nie wieder lachen, nie ein Kind in ihren Armen halten, nie wieder lieben, weil …«
»Hör auf, mir ein schlechtes Gewissen zu machen«, gebe ich von mir und wische mir die Träne weg.
»Du versuchst nicht mal, über deinen Schatten zu springen. Uns eine Chance zu geben.«
Ich drehe mich zu ihm. »Du bist gefühlskalt, siehst mich als dein Eigentum und lügst, für mich gibt es keinen Punkt, der mich dazu bringen kann, mehr als Hass zu empfinden.« Das Holz knarzt unter meinem Stampfen nach draußen.
Das Letzte, was ich von ihm höre, bevor die Tür ins Schloss knallt. »Warum versteht sie mich nicht?«

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.