Maila Hader

Maila 4

Uras zieht eine Augenbraue nach oben. »Das weiß ich genauso wie du, das auch deswegen sie nicht schon längst weggeschickt habe.« Er klopft mit der Faust auf seine Brust. »Ich bin dafür da, dich zu beschützen, und das tue ich. Selbst vor deinen Gefühlen zu den Menschen, wenn es sein muss.« Er blickt zu ihnen. »Seid also lieber loyal.«
»Das sind sie!«
»Dann haben wir auch keine Probleme. Abgesehen von den Spitznamen.« Ich verdrehe meine Augen. Er grinst mich an und ich weiß, dass er sie ihnen eigentlich nur gibt, weil er sie irgendwie gern hat. »Okay, da das ja geklärt ist. Sollten wir weiter, sonst gibt es wirklich jemanden, den wir nicht dabei haben wollen.«
Immer noch nicht kann ich so ganz glauben, dass Nora mich betrügt, bei Enja, war ich mir nicht sicher, sie kenne ich auch erst seit Kurzen. Aber darüber darf ich mir jetzt keine großen Gedanken machen, wir müssen weiter, daher nicke ich ihm zu. »Danke«, gebe ich fast lautlos von mir. Er nickt mir zu. Zugegeben, wider Stunden in einer Kutsche zu sitzen ist nicht gerade etwas, was mir gefällt, aber irgendwie müssen wir ja vorankommen. Ich kann ja auch schlecht die ganze Welt überfluten. Können vielleicht schon, aber ob das sinnig ist, bezweifle ich doch.
Uras legt den Arm auf meine Schulter. »Wir schaffen das.«
Dieses Mal bin ich die, die grinst. Mein Blick geht zu den beiden anderen, die schon Taschen Schultern. Was würde ich ohne sie tun?

Loreley plappert und plappert, sie versucht mich abzulenken. Seit einer Stunde sind wir in einem sehr dunklen Gebiet, obwohl die Sonne hoch oben hinunter strahlt, kommt davon nichts an. Es ist wie eine finstere Blase, die es nicht durchkommen lässt. Auch ist es kalt und riecht nach Moder. Der Apfel, den sie mir vorhin gab, schmeckt genauso schlammig, dass er immer noch in meiner Hand liegt.
Mein Blick geht zu Uras, seine Pupillen huschen wild umher. An seiner Hand kann ich sehen, wie angespannt er ist. Da er die Zügel so festhält, dass seine Venen hervortreten. Seit unserer letzten Rast, sitzt auch Andrew auf einem Pferd, selbst ein Schwert ziert jetzt seinen Gürtel. Ich frage mich, ob Uras das geahnt hat, oder ob er lieber auf Nummer sichergehen wollte. Er wendet sich an mich und nickt mir nur zu. Er lächelt mich sonst immer an, ein weiteres Zeichen, das er an Gefahr denkt.
»Hoheit, es wird schon nichts sein«, sagt Loreley als ich mich auf die andere Seite zu Andrew wende.
»Du kennst Uras schlecht, er hat ein gutes Gespür. Wir müssen uns gefasst machen, dass etwas passiert.«
»Ich wollte nicht zweifeln an ihm, nur …«
»Dafür danke ich dir auch Loreley. Aber wie du selber gesagt hast, wir kennen uns gut, dass ich weiß, dass dies nicht so leicht ablaufen wird.«
Sie blickt ebenfalls zu Andrew. »Ist er in Gefahr?«
»Uras wird uns verteidigen, aber mach dich darauf gefasst, seine Wunden zu versorgen.«
Sie schluckte hörbar. Ich griff in meine Tasche und zog meinen Dreizack heraus.

»Aber Hoheit …«, keucht Loreley, weiter kommt sie nicht, sie unterbricht sich selber in einem Schrei, da gerade ein Pfeil durch unsere Kutsche fliegt. Das Klirren, wenn Metall auf Metall trifft, sagt mir, das Uras ihn abgewehrt hat.
»Schutz«, brüllt er mir zu.
Ich lege meine Hand auf das Holz, bevor es, aber uns umhüllt, bricht von oben jemand hindurch. »Tür«, rufe ich zu Loreley. Aber sie schreit nur hysterisch herum. Magisch halte ich den Fremden in der Luft und schleudere ihn gegen die Tür. Ich öffne sie und schubse es hinaus. Ich bekomme einen Tritt in den Rücken. Gerade so, dass ich mich am Rahmen festhalten kann.
Loreley schreit, aber nicht mehr vor Angst. Als ich hinter sehe, bemerke ich, wie sie auf einen zweiten Fremden einschlägt. Ich bin verwundert über ihren Mut. Die Kutsche bleibt ruckartig stehen und die Pferde wiehern auf.
»Wasser«, rufe ich aus und hebe den Dreizack in die Höhe. Plötzlich platscht von oben Tropfen auf unsere Kutsche, den Weg und uns. Statt abzuperlen, schlingt sich das Wasser um den Fremden. »Was wollt ihr?«, frage ich ihn.
»Maila!«, höre ich Uras, der die andere Seite aufreißt.
»Ihr seid hier eingedrungen«, gibt rau eine Stimme, sie klingt sehr verzerrt.
Uras zieht die Maske ab. Darunter kommt ein junger Mann mit langen Ohren und dunkler Haut zum Vorschein.
»Lasst unseren Mann frei!«, hören wir von draußen.
»Seehaufen, die haben unseren Guppy!«, schimpft Uras. Ich steige aus und sehe wie drei unseren Kutscher festhalten und genauso viele Andrew.

Einer steht in der Mitte. Sein Gesicht verdeckt das gleiche schwarze Tuch, wie der in der Kutsche es anhat. Statur kommt auch circa gleich. Waren das alles Jünglinge? »Warum sollte ich?«, frage ich.
»Weil …« Sein Blick zu einem anderen.
»Hör zu, ich glaube nicht, dass ihr euch wirklich mit mir oder meiner Wache anlegen wollt, daher gibt uns unseren Freund, wir reiten zur Grenze und ihr bekommt euren wieder.«
»Warum sollten wir auf das Wort einer Hexe vertrauen?«
»Weil sie euch alle umbringen kann mit einem Schnipsen«, schreit Andrew.
Wild schauen sie sich alle kurz an.
Ich lege meinen Dreizack auf den Boden. »Nein, Uras.« Ich spüre förmlich den wütenden Blick, der er mir zuwirft. Langsam gehe ich auf sie zu. »Mein Name ist Maila, die letzte Königin, des Mittelozeans. Ich, besser gesagt wir, sind auf der Durchreise zu den Magiern, weil ich Hilfe brauche.«
»Du kannst selber zaubern, wofür sollst du Hilfe brauchen?«
Ich schließe meine Lider, rufe das Wasser zu mir, das leise Platsch sagt mir, dass der Zauber funktioniert. Immer mehr bilden eine Kugel. »Seht es euch selber an.« Der Drache brüllt, seine spitzen Zähne sind zu sehen, sein Grün schimmert wie Smaragde. »Dieser Wasserdrache, hat mein Volk fast vollständig vernichtet. Ich würde alles tun, dass wir wieder in unser Schloss können und dort in ruhe Leben.«
Der vordere zieht seine Maske ab. Ein schlaksiger junger Bursche kaum älter als Andrew kommt zum Vorschein. »Dann seid ihr auf dem Weg zu den Falschen.«

Hier geht weiter mit Maila.

Wollt ihr wissen, wie alles kam, dann könnt ihr es hier lesen.

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