QuinssReise Hader

Quinns Reise 8

Kurz vor Mitternacht brachte uns eine Limousine zurück zum Schiff. Meine Welt war vollkommen verquer geworden. An der Reling beobachteten Jendrik, Kian und ich, wie das Land immer kleiner wird. Meinen Stern drücke ich ganz fest an mir. Nur das Rauschen und das Platschen des Meeres sind zu hören, selbst der Mond scheint gerade mehr zu strahlen.
»Jetzt fehlen nur noch Sternschnuppen«, durchbricht Levi die Stille. Nicht nur ich sehe ihn verwundert an. »Was den?«
»Nichts großer Bruder«, sagt Jendrik.
Er lehnte sich neben Kian auf das Holz. »Glaubst du an den Mist?«
»Und da ist er wieder«, seufzt sein Zwilling.
»Wenn man sich vor Augen führt«, meine ich, »das jeder Mensch Glück anders definiert und es Zufall ist, kann es also gut möglich sein, dass man sich etwas wünscht und es passiert.« Ich drehe mich zu ihm. »Aber du wirst leider nicht von einem Kometen getroffen.«
Er grinste und streckte mir die Zunge heraus.
Kian lacht darüber und Jendik, er ist still. Immer wenn Levi in der Nähe ist, was ich schade finde. Ich stupse ihn an. »Mir ist kalt, lass reingehen.« Er nickte nur.
»Lass sie«, höre ich Kian sagen. Als ich über die Schulter sehe, bemerke ich, dass er seinen Bruder festhält.
»Ihm ist es anscheinend auch aufgefallen«, sagte Jendrick auf einmal leise.
»Hä?«
»Levi und du, ihr seid Magnete. Wenn du da bist, ist er nicht weit, wenn er da ist, bist du auch bald da.«
»Das ist doch Quatsch, er und ich können uns nicht leiden.«

»Es ist nur komisch.«
Ich zeige Jendrik den Vogel. »Ehrlich, wegen dir rede ich mit ihm, ansonsten würde ich ihn am liebsten zum Mond schießen.«
Er will etwas sagen, aber wir rempel eine Frau an, die ihre Tüte fallen lässt und nur dank Jendriks Reaktion nicht selber den Teppich küsst.
»Es tut uns so leid«, bricht es aus mir sofort hinaus.
»Schon gut«, sagt sie. Ich knie mich hin und sammle das Spielzeug ein, was aus der Tüte gefallen ist. Legos, ein Stoffhund und ein Sheriffstern. »Danke.«
Jendrik sagt nichts, aber er hält sie immer noch fest, was ich etwas komisch finde. »Jendrik?«
»Was, ja entschuldige.« Er lässt sie los. »Ich will nicht dreist sein, aber heißt du zufälligerweise Paloma?«
»Nein.« Ihr scheint es unangenehm zu sein. Sie sieht zu mir. »Danke noch mal.« Eilig läuft sie davon.
»Was ist den los?«
»Ich dachte ich, kenne sie aus der Schule.«
»Okay.«
»Sie ist von heute auf morgen verschwunden«, erklärt er mir. »Kein Anzeichen, das sie freiwillig gegangen ist oder entführt.«
»Kanntest du sie gut?«
»Wie war nicht so oberflächig wie die meisten in unserer Schule.«
»Sag doch einfach ja.« Ich sperre meine Kabine auf. »Willst du noch mit rein?«
Er lächelt und nickt mir zu. Wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich, ein Heißluftballon fliegt am Himmel. Nur die durch die Flamme ist er gut zu erkennen.
Er seufzt. »Nein, aber ich mochte sie.«
»Deine erste Liebe?« Wie niedlich rot er wird.

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