Lovestory Hader

Regenbogen und Tränen

Dieser Text entstand zum #Freitagstrigger und #Multiversemontag

Bild von @Jaromwestdesing auf https://www.instagram.com/jaromwestdesign/

Der Regen prasselt herunter, fast genauso schnell sind meine Tränen. Wie ein Meer rinnen mir die Tropfen über das Gesicht. Mal wieder wurde ich versetzt. Tausende Entschuldigungen wird er mir morgen wieder vortragen. Dieses Mal will ich aber nicht darauf hereinfallen, nie mehr, das schwöre ich mir.

An der Bushaltestelle lasse ich mich nieder. Mein Blick geht auf mein Handy, ich rede mir ein, um auf die Uhr zu sehen, aber im Grunde will ich doch noch mal nachsehen, ob er mir geschrieben hat. Nachrichten ungelesen und Anrufe unbeantwortet sind nur zu erkennen. Immer wieder wische ich mir die Tränen weg.

»Hier«, sagt eine männliche Stimme, sie hört sich an, wie ich mich fühle. Ich sehe auf. Taschentücher werden mir gereicht.

»Danke«, schniefe ich und nehme sie ihm ab.

Der Fremde lässt sich neben mir nieder. »Kommt der Bus bald?«

»Ja«, gebe ich von mir. »Brauchen sie auch?«, will ich wissen und zeige auf das weise Tuch.

»Nein, aber danke.« Er wendet sich zu mir. »Was ist ihnen passiert?«

»Sie lachen mich bestimmt aus.« Er verneint es. Ich wäge ab, soll ich es wirklich erzählen? Und da sprudelt es aus mir heraus. Wie ich ihn kennengelernt habe, wie oft ich schon allein bei unseren Dates saß und wie viele Ausflüchte er schon hatte.

Der Fremde schweigt, während ich rede und rede.

»Wissen sie was«; beginnt er, nachdem ich nur noch schluchze.

»Ja die Welt geht davon nicht unter.«

Er lächelt. »Das auch, aber wir sitzen im gleichen Boot.« Ich runzel meine Stirn. »Ich wurde auch versetzt.«

»Es tut mir leid.« Es hört auf zu regnen, die Sonne scheint und ein Regenbogen ist zu sehen.

»Danke.« Er steht auf und hält mir die Hand hin. »Am Ende des Regenbogens steht ein Topf voll Gold«, meint er.

»Nicht wirklich.«

»Dieses Mal schon.« Er zeigt hinter mich. Dort hängt ein Schild. Goldtopf, ist darauf zu lesen.

»Und jetzt?«

Er verbeugt sich. »Madam Unbekannt, wollen sie mit mir unseren Kummer in Reiswein ertränken?«

Ich sehe zu dem Regenbogen, es sieht wirklich so aus, als wenn er genau zu dem Lokal führt. Ich wische das Gesicht ab. »Mister Unbekannt, das ist eine grandiose Idee.«

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