Hader Fantasy 2

Das blaue Licht

#Multiversemontag
Bild von @kooshgfx von Instagram

Das blaue Licht aus dem Haus meines Nachbarn hat mich schon interessiert, als ich das erste Mal gesehen habe. Was ich mir da alles schon vorgestellt habe. Mein Großerbruder hat mich ausgelacht, als ich ihm davon erzählt habe. »Das wird ein Aquarium sein«, meinte er.

Doch ich glaube das nicht. Darum schleiche ich mich, als meine Eltern im Bett sind aus unseren Haus und in den Garten unserer Nachbarn. Ein der Schimmer ist zwar zu sehen, aber woher er genau kommt, kann ich bei keinem der Erdgeschossfenster erkennen. Schnell und so leise wie möglich hole ich eine Leiter. Ich lehne es an die Hauswand und schaue die Fenster des ersten Stockes durch, aber auch hier finde ich nichts, was es erklären kann. Ich bin mir aber mehr als sicher, dass es kein Aquarium ist, das hätte ich nicht übersehen.

Nur noch zwei Fenster im zweiten Stock und langsam bin ich gefrustet. Mein Elan ist bei fast null angelangt. Im Grunde will ich einfach nur ins Bett und schlafen. An der letzten Sprosse angelangt, schaue ich hinein, aber auch hier kann ich meine Nase plattdrücken, es ist nichts Ungewöhnliches.

Plötzlich geht das Fenster auf und ich falle hinein. Laut schreie ich vor Schreck auf, schlage meine Hände vor dem Mund, hoffentlich hat mich keiner gehört … Da fällt mir auch, dass ich nicht mal jemanden im Haus gesehen habe. Ich will wieder aus dem Fenster klettern, da höre ich ein Surren, was meine Neugier weckt. Vorsichtig schaue ich in den Flur und gehe dem Geräusch nach und da sehe ich eine blaue Wand, die aussieht wie ein Wasserfall. Langsam strecke ich meine Hand danach aus. »Was ist das?« Kurz davor bekomme ich kalte Finger und will zurückziehen. Ein Kichern und etwas schlingt sich um mein Handgelenk.

Mein Blick geht auf das Schwarze, es zieht mich in das blaue Licht. Ich Stämme mich dagegen. Meine Beine geben nach. Mein Hintern landet auf den Holzboden. Mit den Füßen versuche ich mich, dem Sog standzuhalten. Aber alles hilft nichts, es zieht weiter. Kurz lässt es locker und plötzlich, ein kräftiger Ruck geht von dem gegenüber aus und meine Hand landet in eiskalten und glibberigen Nass. Ich kann nicht mal wirklich beschreiben, weil ich so etwas nie gefühlt habe. Kommt es Götterspeise nah? Ich weiß es nicht. Meine Zähne fangen an zu klappern, dabei bin ich nur bis zum Ellenbogen versunken. Weiter zieht es mich hinein, der Glibber schiebt sich zusätzlich langsam höher, wie eine Schnecke. Ein zweites Etwas schlingt sich um mein Bein. Ich habe keine Chance mehr, mich zu wehren. Viel zu schnell stecke ich bis zum Hals darin. Gerade noch rechtzeitig kann ich Luft holen und meine Lider zusammen kneifen. Selbst ein Schneeball im Gesicht war nicht so schlimm wie dieses Gefühl. Zusätzlich kam die Angst des Erstickens.
»Ich sagte doch, er ist ein Feigling«, hörte ich eine Stimme, verzehrt wie aus einem schlechten Empfang eines Radios.
»Los sieh mich an«, dröhnte es tiefer und ich wurde in den Bauch gepikst. Erschrocken reiße ich meine Lider auf. Doch am liebsten würde ich sie wieder schließen. Vor mir stehen zwei Wesen. Augen wie Fische, ein Maul wie ein Hai, die Haut Grün, Lila und Blau. Der Körper ab der Brust, wie eine schwarze Krake. Wo bin ich hier nur hineingeraten und wie komme ich wieder zurück?

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: