Wunschbaum Hader

Wunschbaum 6

„Ich habe keinen Chef, somit bin ich dein Boss und ich habe dir erklärt, warum mir das nichts macht.“
„Du?“
„Ja, willst du deswegen ablehnen?“
„Warum machst du das?“
„Weil ich jemand brauche und du dafür geeignet bist.“
„Und das andere?“
„Was für anderes?“
„Dein ständiges berühren, das Essen bei deinen Eltern, das ewige …“
„Stopp. Das mit meinen Eltern hat sich so ergeben, sie wollten sich auch bedanken.“ Er hält vor meinem Haus und lässt den Motor aus. „Ich gebe zu, das ich einfach nicht aufhören kann dich anzufassen.“
„Es ergibt keinen Sinn.“
„Doch.“
„Ach ja und warum?“
„Mal in den deinen Kopf gekommen, dass man sich vielleicht zu dir hingezogen fühlt?“
Ich lache. „Der Witz ist gut, …“
Grob packt er mich am Genick und drückt mir seinen Mund auf. „Absoluter ernst“, raunt er gegen meine Lippen in einer kurzen Pause.
Ich muss ja nicht erwähnen, dass ich meine unterdrückte Lust, dann nicht zurückhalte, auch auf der Gefahr hin, dass ich es bereuen werde.

Als ich in der früh in die Küche komme und Kaffee für zwei mache, geht mein Blick zum Baum. Gestern strahlten drei Äste in bunten grün, heute nur noch einer. „Guten Morgen“, höre ich gähnend hinter mir und spüre dann seine Arme an meinem Hals.
„Guten Morgen, Kaffee ist gleich fertig.“ Er drückt seine Lippen auf meine Schläfe. „Gut geschlafen?“
„So gut wie schon lange nicht mehr.“ Er nimmt die eine Tasse und lässt mich nicht los. „Hast du dir das wegen heute Abend schon überlegt?“
„Denkst du nicht, dass es alles etwas schnell geht, wir sind keine Jugendlichen mehr?“

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