Viktoria Hader

Viktoria 8

»Ein Test«, flüstert sie mir zu.
»Was meinst du?«
»Schau nicht nach hinten, aber ich bin mir sicher, dass hinter ihm eine kleine Pfütze Blut ist.«
»Denkt er wirklich, so kann er uns aus der Reserve locken?«
»Frisch verwandelte höchstens«, sagt sie und ich stimme ihr zu. Ich hatte das nie. Vielleicht, weil ich zu sehr Engel bin oder weil ich damit groß geworden bin. Aber als Liam verwandelt worden ist, reichte schon aus, dass eine Frau ihre Tage hatte, dass er vollkommen durchgedreht ist. Ein halbes Jahr hat es gebraucht, bis er dieses Verlangen sich normalisiert hat. Es ist schlimm für mich gewesen, ihn so zu sehen. Ich kann mich an den Schmerz in seinen Augen erinnern und wie er gewimmert hat, dass er lieber sterben will, als jemanden etwas anzutun. Zu seinem Glück hat er ja uns gehabt. So allein, weiß ich nicht, ob er überlebt hätte.
Jes und ich biegen in den Hörsaal ein und nehmen auf unseren Plätzen in Beschlag. »Lass dich nicht wieder aus der Ruhe bringen.«
Ich verdrehe meine Augen. »Ich hasse Lügen, das weißt du.«
»Ich kenne dich nicht erst seit gestern, aber gerade in dieser Lage solltest du wirklich ruhiger sein.«

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.

Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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