WGC Traun Hader

WGC21 Woche 20

Inspiration von einem Bild

Andrew

Maddy zu sehen und nicht zu ihr zu können ist das Schlimmste für mich. Nicht mal ihr Tod hat mich so sehr getroffen wie das hier. Es ist wie eine riesige Kluft zwischen uns. Es ist alles komplizierter als je zuvor. Ich kann ihr gegenüber stehen und sie erkennt mich nicht. Hat sie mich etwa vergessen?
»Papa«, ruft Denis aus und kommt auf mich zu gerannt. Ich lächle sie an, obwohl ich gerade lieber sterben wollen würde. »Komm mir«, befiehlt sie und zieht mich an der Hand zu ihrer Nora. Kein Wunder, das sich die beiden Mädchen so gut verstehen, im Grunde sind sie Geschwister, was auch äußerlich gut zu erkennen ist.
»Das ist mein Papa, jetzt kann Nora zu mir«; eröffnet sie Maddy.
Deutlich erkenne ich, dass Maddy schluckt. Sie hat mich also doch erkannt. »Heute nicht, Okay?«, sagt sie leise.
Die Kluft wird immer größer, warum tut sie das nur? Ich will was sagen, doch Nora ist schneller. »Mama bitte.«
»Ich muss Sascha abholen und du musst Hausaufgaben machen.«
»Und danach?«, betteln die beiden Mädchen.
Ich strecke ihr die Hand entgegen. »Ich bin Andrew Johnson.«
»Madlen Meier«, sagt sie und wendet ihren Blick ab.
»Also von mir aus, können wir auch uns später treffen.«
»Nein!«, ruft sie aus, greift nach dem Arm von Nora und eilt davon.
»Papa?«
Ich sehe zu meinem Kind. »Was?«
»Hast Mama mich?«
»Nein«, seufze ich. »Es ist schwer für sie.« Pierce hatte mich gewarnt, Denis die ganze Geschichte zu erzählen. Aber ich wollte, dass sie die Wahrheit weiß und jetzt müssen wir einen Weg finden, dass unser Traum in Erfüllung geht.

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