DarkAngel Hader

Dark Angel 20

Morgenröte

Kaum habe ich diesen Gedanken mit einem Lächeln versehen, stehe ich wieder vor ihm im milchigen Jenseits, wo wir schon zu vor waren. »Du bist …« Ich stocke, den meine Umarmung ging durch ihn hindurch. Wie eine Statue steht er da, mit seinen schwarzen Flügeln. Wie mir das inzwischen auf den Geist geht.
»Was soll der ganze Hühnerhaufen überhaupt? Kann sich auch einmal jemand bitte klar ausdrücken?«
Ich seufze, den eine Antwort bekomme ich immer noch nicht.
Keine Mimik verzieht mein Engel. »An dem Tag als ich zu dir gebracht wurde und das Tuch wegnahm, sah ich die Sonne aufgehen. Es sah aus wie gemalt. Morgenröte mit einem Regenbogen. Daran habe ich mich erinnert, als ich gerade auf der Wiese lag.« Ich rieb meine Lider. »Warum konntest du mir nicht einfach die Wahrheit sagen, deine Wut herunterschlucken?« Noch mehr Erinnerungen drangen zu mir, auch den Trampelpfad hatte ich schon gesehen. Dort bin ich gestorben, einsam und allein. Niemand war da, der eisige Griff Gevatter Tod hatte sich um mich gelegt. Ich fing an zu weinen. Ich wusste immer noch nicht, warum man mir das zeigen musste und was das alles hier sollte, aber mir war klar gewesen, dass ich ihm auch unrecht getan habe. Er war die Morgenröte, ein wirklicher Schatz.
»Nein«, höre ich seine Stimme. »Du bist es und ich habe es missachtet.«
»Du bist hier?«, frage ich.
Seine Hand berührt meine Wange, die Wärme durchströmt mich. »Ja.«
Erleichtert fange ich an zu weinen und umarme ihn. »Ich habe keine Lust mehr auf das hier.«
»Wir beide brauchen einen Neuanfang«, sagt er zu mir.
»Wie meinst du das?«
»Wenn die Nachtigall singt, die Sonne den Boden berührt und man unter einen Regenbogen tanzen kann, wirst du es wissen.« Er gibt mir einen Kuss. »Wir sehen uns«, flüstert er mir zu.

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