Thes Geschichte Hader

Thes 15

Kurz vor zwei schaut Thomas noch mal rein. „Na?“
„Was?“
„Oh schau nicht so griesgrämig.“ Er nimmt einen der Stühle und setzt sich zu mir. „Was ist den los?“
„Ich will nach Hause.“
„Warum?“
„Ich will mich begraben.“
„Ändert sich etwas an deinem Leben großartig, wenn du einfach mal paar Tage ausruhst?“ Ich zucke mit den Schultern. „Ich weiß, das hier ist kein Luxushotel, aber das wird schon.“ Ich seufze. „Ich habe deine Mutter angerufen.“ Jetzt rolle ich mit den Augen. „Sie kommt, sobald sie kann.“
„Und ich setzte Pilz an.“
„Vorschlag, ich fahre bei dir vorbei, hole dir frische Kleidung und Duschsachen, bist du dann etwas glücklicher?“ Mein Gesicht brennt beim Gedanken, wie ein Fremder in meiner Unterwäsche herumschnüffelt. Ich schüttel meinen Kopf. Er lacht mal wieder. „Was dann?“ Meine Schultern heben sich. „Komm, sag schon ja.“
„Meine Mutter wird schon kommen die Tage.“
„Okay, aber wenn du es willst, dann sag Bescheid.“ Er steht auf. „Also dann bis morgen.“
„Viel Spaß“, sage ich und selbst für mich klingt es enttäuscht und sarkastisch.
„Ich werde schlafen, heute Abend trainieren und dann wieder ins Bett.“
„Du siehst auch sehr müde aus.“
Er drückt meine Hand. „Mach dir um mich keine Sorgen.“
„Hab auch kein Anrecht darauf.“
„Ach ja und warum nicht?“
„Weil ich erstens dich ja nicht kenne und zweitens nicht …“ Ich druckse herum.
Er quittiert es mit einem breiten Grinsen. „Man muss nicht zusammen sein, um sich um jemanden Sorgen zu machen.“ Er streckt sich. „Also schlaf gut und wenn was ist, meine Kollegen sind da.“ Ich nicke und er geht in seinen wohlverdienten Feierabend. Ich langweile mich zu Tode, bis auf die Dritten, hat der Fernseher nichts zu bieten, das Radio spielt, langweile Musik und quatscht über noch langweiligere Themen. Also verbringe ich, den Nachmittag zu schlafen, dem Putzmeister zuzusehen, wie er das Zimmer reinigt und dumm aus dem Fenster zu starren.
Auch das Essen ist keine wirklich gute Abwechslung, weder das am Abend noch das in der früh.

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