Stella 2

Lüge

Das Schnarchen meines Vaters schallt zu mir, ich beuge mich zu dem schwarzen Knäuel, das auf dem Boden liegt. »Ganz leise.« Buh hebt ihren Kopf und fängt an, ihren Schwanz zu wedeln. Unsere kleine Blockhütte ist im Grunde nur ein größer Raum. Mein Schlafbereich ist nur mit einem Vorhang von meinem Vater getrennt. Vorsichtig und so leise wie möglich stehe ich auf und spitze an der Seite hindurch, ob er wirklich schläft. Schmunzelnd stelle ich fest, ja das tut er wirklich, halb aufgedeckt und irgendwie verdreht. Ich schlüpfte in meine Leggings und werfe mir mein Shirt über. Buh, steht schon an der Tür.
Wir schleichen uns heraus.
»Das sind Lügen«, höre ich aus einem der Zelte. »Er hat ihr das Leben ausgesaugt.«
»Nein«, brüllt ein zweiter Mann. »Sie hat es ihm gegeben.«
Ich schüttel den Kopf und schleiche weiter. Kaum einer, der hier lebte, Verstand wirklich wie manche Welten funktionierten. Ich bin mir sicher, wenn sie im Portal fünf waren, dass der Zweite recht hat, aber da mische ich mich nicht ein. Ich muss weiter. Mein Ziel ist dieses Mal Portal neun. Erst gestern ist mein Vater darin gewesen und hat es mir strikt verboten, aber ich habe noch nie was davon gehalten regeln zu befolgen.
Ein Klicken lässt mich zusammenzucken. Ich blicke über die Schulter und sehe Kian. Er ist der Sohn von einem Soldaten und somit meinem Vater unterstellt. Sein dunkles Haar und seine dunkle Haut sind fast die perfekte Tarnung. Nur, dass er eben mich angrinst und seine weißen Zähne strahlen mich an.
»Wolltest du ohne mich gehen?«
Ich sehe zu meinem Hund. »Du bist mir echt eine tolle Wachhündin.« Buh, streift ihre Pfote über ihre Nase. »Na komm endlich«, sage ich zu Kian und schleiche weiter.

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