Stella 3

Verständnis

Ohne weiteres Aufsehen kommen wir zum Portal neun. Es ist ein Wirbel mit türkisen Farben. »Bereit?«, frage ich.
Buh, bellt einmal kurz und Kian nickt. Ich nehme seine Hand und springe hinein. Es ist, wie in Wasser eintauchen im Sommer. Ein paar Schritte, und es ist schon vorbei. Hier riecht es modrig, wie in einem Sumpf. Überall hängen Lianen mit Algen herum. Wir schleichen uns weiter. »Was weißt du hier von?«, frage ich Kian.
»Nur, dass ein Monster hier lebt, das deswegen keiner mehr hier rein sollte.« Er seufzt. »Aber dich hat das ja noch nie aufgehalten.«
Ich schubse ihn leicht. Wir waren zusammen aufgewachsen, er kannte mich daher ausgezeichnet.
»Ich habe Verständnis dafür, wenn dein Papa dich bald zurückschickt.«
»Das wird er nicht, das …« Ich rede nicht weiter. Eine Geistererscheinung hat sich vor uns materialisiert. Ein Soldat, wie aus einer alten Zeit auf einem Pferd. Er trabt los auf eine Brücke zu.
»Sag es nicht«, fleht Kian.
Ich grinste ihn an und lief dem Geist hinterher.
»Nicht sagen, heißt nicht, es einfach machen«, mosert er.
Das Holz der Brücke ist schleimig. »Sag mal, kann es sein, dass es vor Kurzem noch eine Wasserwelt war?«
»AHHHHH«, macht er und als ich zu ihm sehe, bemerke ich, wie er die Planken hinunterrutscht bis zu mir. »Du bringst uns noch eines Tages um«, brummt er, als ich ihm helfe aufzustehen.

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