Stella 8

Abhängigkeit

Je tiefer ich sinke, umso größer wird der Druck auf meine Lungen und der Wunsch zu atmen.
Unter mir wird es heller und wärmer, ich drehe mich und erkenne ein Portal. Es ist schwer zu sagen, ob es das Gleiche ist, wie das, wo ich hergekommen bin, zumindest sieht es dem ähnlich. Mein erster Gedanke ist einfach hindurchzugehen, dann ist dieser Alptraum zu Ende. Aber ohne Kian und Buh, würde ich lieber sterben wollen, als ohne sie in Sicherheit zu sein.
Beim Sinken entdecke ich eine Art Hochebene, auf der ein großer Baum steht und die Riesin. Sie steht da mit Pfeil und Boden in der Hand. Ich erkenne, wie sie schwer atmet, und ihr Blick ist finster auf das Portal gerichtet. Tentakeln und Reiter mit Flammenschwerter kommen heraus, so wie der Geist, der uns zu ihr geführt hat. Erst jetzt bemerke ich, das ist die Lichtung, wo wir sie gesehen haben.
Sie stampft auf und der Graben entsteht, einige schaffen es herüber, andere wiederum fallen. Warum schwimmen sie nicht? Waren sie nicht von Sauerstoff abhängig? Erst jetzt fällt mir auf, dass ich auch atme. Ich greife nach meinem Hals. »Keine Kiemen«, sage ich erleichtert.
Ein Blitz, der auf die Riesin zu fliegt, lässt mich ›NEIN‹ schreien. Knapp verfehlt es sie und trifft den Baum.
»Stella wach auf«, höre ich Kian flehend. In diesem Moment ist alles schwarz. Ein kurzes Blinzeln und ich liege in dem Grau in Grau, der Lianen, Steine und komischen Bäumen.
»Gottes-danke«, keucht er und drückt mich an sich.
»Wir müssen den Baum retten«, stoße ich aus.
»Erst mal nach Hause und dann können wir nachdenken.« Erst will ich es verneinen, aber ich spüre, dass er recht hat und nickte.

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