Maila Hader

Maila 31

Endlich habe ich ruhe. Selbst Uras schläft. Ich ziehe eine Schale mit Wasser zu mir und gebe sechs Tropfen meines Blutes hinein. Sofort wirbel es herum und fängt an Rot zu glühen. »Zeig ihn mir«, bitte ich und lasse weitere Tropfen hinein. Doch so wie beim ersten Mal wirbelt es immer weiter.
»Hoheit«, sagt Loreley und kniet sich zu mir.
»Irgendwie habe ich gehofft …«
»Vielleicht zeigt dieser Zauber nichts, weil es an Ihnen liegt. Sie sind anders, als alle Geschichten, die ich über ihr Volk gehört habe. Sie verbinden Menschen und Schattenelfen. Werden einen Drachen reiten und was noch alles tun. Schauen Sie sich Andrew an, er war ein Kind gerade mal neun und jetzt. Ich glaube nicht, dass dies Schicksal ist, sondern Ihr freier Wille.«
»Du hast vielleicht recht.« Trotzdem hatte ich die Hoffnung, endlich zu wissen, wer zu mir gehört. Selbst mit einer zweiten Wahl wäre ich zufrieden gewesen. Ich schütte das Wasser in das Feuer. Plötzlich gibt es eine Stichflamme.
»Hoheit«, keucht Loreley und zeigt auf das schemenhafte Bild einer verhüllten Person.
»Wer zum Wasserdrachen ist das?«, will Uras wissen.
»Ich weiß es nicht.« Ich blicke zu meiner Wache, der gerade sein Schwert wieder in seine Scheide steckt. »War das bei dir auch so?«
»Nein, ich habe sie klar gesehen im Wasser.« Er mustert das Flammenbild.
Aufgeregt wendet sich Loreley an mich. »Der mächtigste Verbündete, nicht durch Eid, sondern durch die Liebe gebunden, entfesselt das Universum.«
»Was?«, hinterfragen Uras und ich verwirrt.
»Eine Legende.«

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