Viktoria Hader

Viktoria 32

Liam kommt wieder hoch. Er zieht die Augenbraue hoch. »Ist was?«
»Nein«, sage ich. Nichts an ihn lässt erahnen, dass er da unten mindestens einen Boxsack geliefert hat und wir bald ein neues Laufband holen müssen. »Abgeregt?«
Er schüttelt seinen Kopf.
»Und jetzt?«
»Muss ich wohl akzeptieren, dass sie mich für schwach halten.«
»Liam …«
»Nein, in Ordnung. Ich bin nur mein lebenslang darauf trainiert worden, dich zu beschützen, das zählt eben nicht.«
»Zickst du gerade echt rum?«, fragt Jes.
Er verschränkt seine Arme.
»Sei doch droh, dass dir etwas abgenommen wird und sie hinter euch stehen.« Jes nimmt einen Schluck Wasser. »Ich an ihrer Stelle, hätte Vik irgendwo eingebunkert, das niemand ihr zu nahe kommt.«
»Du verstehst das nicht.«
Sie steht auf. »Ich verstehe das nicht?«
Seufzend will ich ihre Hand nehmen.
»Nein. Nur, weil ich ein Mensch bin? Habe ich keine Gefühle?«
»Jes«, versuche ich erneut zu schlichten.
»Ich bin hier, riskiere mein Leben und ich bin nicht unsterblich. Ich werde bei den allen ignoriert und übergangen und der regt sich darüber auf, dass deine Eltern dich lieben und auch beschützen wollen!«
»Ehre Jessica, falls du das nicht verstehst!« Liam beugt sich vor. »Ich bin ihr Beschützer!«
»Und?« Sie verschränkt die Arme. »Ich bin anscheinend nur euer lebender Blutbeutel, also nichts wert, in deinen Augen.«
Ich knalle meine Faust auf den Tisch. »Ruhe beide. Ich brauche euch beide.«

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.

Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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