Viktoria Hader

Viktoria 35

»Du bist in den ersten Monaten wie tot. Es muss aber jetzt gehandelt werden, nicht erst in einem halben Jahr. Und Liam wird sich weigern, von jemand anders zu trinken. Muss ich dir sagen, was passiert, wenn er kein Blut bekommt?«
»Nein«, grummelt sie, starr ist sie auch den Tisch gerichtet.
»Jes du bist wie eine Schwester für mich, das weißt du. Aber selbst ich würde dieses Gen lieber nicht in mir haben.«
»Dann muss es ja für dich gerade toll sein.«
»Ich vermisse die Vorteile, gebe ich zu. Aber du bist nicht im Bilde darüber, wie es ist, ständig das Klopfen von Herzen zu hören, der Geruch deines Lieblingsessens in der Nase, oder diese Angst, dass ich dir oder einen anderen Menschen weh tue, wenn ich meine Kraft nicht unter Kontrolle habe.«
Sie hebt ihren Kopf. »Aber ich will dir helfen.«
»Tust du, in dem du bei mir bist und mit mir redest, deine Gedanken teilst. Deine Auffassungsgabe ist weitaus besser als die Meine. Ich sage nur Professor.« Ich lege meine Hände auf ihre. »Du hältst Liam am Leben.«
Sie lacht kurz auf.
»Es ist nicht nur dein Blut. Wie oft möchte ich ihn schon den Kopf umdrehen und du hast mit mir geredet.«
»Dafür sind Freundinnen doch da.«
»Ja, siehst du, ich brauche dich.«
Seufzend wendet sie ihre Hände und drückt meine. »Aber du wirst da nicht rumkommen, ich will nicht hundert sein, bis du es tust.«
»Werden wir sehen, erst mal dieses was-auch-immer überleben.« Ich stehe auf. »Aber du solltest ein heißes Bad nehmen und ins Bett, dass du morgen fit bist.«
»O ja!«
Beim Herausgehen winkt sie mir noch.

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.

Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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