Viktoria Hader

Viktoria 37

»Ich bin aber nur ein Halber und ich darf das. Also kommst du jetzt her und zeigst, dass es dir ernst ist mit mir, oder du kannst gehen, aber für immer!«, fauche ich ihn wütend an. Langsam glaube ich, dass ich zu einem Menschen mutiere.
»Was ist, wenn …«
»Sei einfach vorsichtiger.« Ich verschränke die Arme. »Ich bin immer noch ich. Egal mit welcher Kraft, oder nicht? Wenn du mich wirklich liebst, gehst du darauf ein und ziehst nicht deinen Schwanz ein.«
Jetzt sind seine Augenbrauen am Haaransatz. Ja, so habe ich noch nie mit ihm geredet, aber gerade ist in mir ein Chaos an Gefühlen und er tut einen Batzen dazu. Das kann ich gerade einfach nicht gebrauchen. »Ich will mich nicht ständig fragen müssen, ob du das nur sagst, damit du in meiner Nähe sein kannst, wegen eines Befehls oder weil du es wirklich willst. Ich brauche gerade Personen, auf die ich mich verlassen kann.«
»Ich will dir nicht wehtun, du bist wichtiger als ich.«
»Ihr versteht es nicht, oder?«
»Was und wer?«
»Jes, du, Mam, Papa, einfach jeder. Ich bin nichts ohne euch. Ich bin aus wahrer Liebe entstanden, von dem Guten und dem Bösen. Uralte Gene und doch bin ich eine junge Frau, die gerade vor einem Loch steht und keine Ahnung hat, was sie tun soll.«
»Viktoria, du bist so viel mehr als alles andere, als dein Vater, als deine Mutter. Du bist das Wertvollste auf dieser Welt, besonders für mich.«
»Dann zeig es doch auch und geh nicht, nur weil du gerade aufpassen musst.«
»Ich kann …«
»Ja, das bezweifle ich nicht. Doch damit müssen wir gerade leben. Danach nehme ich dich wieder hart ran.«
Seine Mundwinkel zucken nach oben. Ja, dieses unterdrückte laszive und teuflische Grinsen gefällt mir.
»Na komm schon.« Ich strecke ihm die Hand entgegen.

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.

Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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