Thes Geschichte Hader

Thes 31

»Ich will hier raus.«
»Der Arzt kommt nachher, aber ehrlich, ich glaube nicht, dass er dich gehen lässt.« Ich verdrehe die Augen. »Hey es sind nur ein paar Tage«, sagt er und kommt zu mir. Er setzt sich auf den Rand des Bettes und nimmt meine Hand. »Das schaffen wir. Ich schau mir die Wunden an, vielleicht können wir die Schläuche heute schon herausnehmen.« Seine Stimme ist sanft.
»Wäre ein Anfang.«
»Siehst du.« Er streichelt meine Wange. »Also ich komme gleich wieder.«
Ich nicke und er verlässt das Zimmer.
Sie räuspert sich. »Ich weiß nicht, was vorgefallen ist, aber man sollte verzeihen lernen.«
»Er hat mich in einen Selbstmordversuch getrieben, als wir Jugendliche waren.«
»Das ist hart, wirklich.« Sie atmet tief durch. »Eine Freundin von mir hat ihr Kind verloren, als sie achtzehn war, wegen eines Unfalls. Der Unfallverursacher bekam ein paar Jahre gesiebte Luft aufgebrummt, wegen Totschlags.«
»Und warum erzählst du das mir?«
»Sie lernte vor ein paar Jahren einen Mann kennen«, erzählt sie weiter, ohne auf mich zu achten. »Sie ist inzwischen mit ihm verheiratet und erwartet das dritte Kind von ihm.« Sie mustert mich. »Frank war der, der das Leben ihres ungeborenen Kindes verursacht hat.«
»Musste sie mehrere Jahre mit der Schikane leben?«, gebe ich von mir.
»Nein, so vielleicht nicht. Aber du bist keine Mutter, doch solltest du mal schwanger sein, weißt du, wie tief so eine Narbe werden kann.« Sie legt sich hin. »Er hat Scheiße gebaut und er weiß es, aber vielleicht ist es an der Zeit, darüber hinwegzusehen.«
»Ich bin nur eine Pflicht für ihn.«
»Sicher«, gibt sie leicht lachend von sich.
Ich will nachfragen, aber da kommt er wieder. Er zieht so vorsichtig wie ihm möglich den Wundverband ab. Es ist süß, wie er dabei auf seine Lippe beißt.

Was weiter bei Thes passiert lest ihr hier.

Wie alles begann, könnt ihr hier lesen.

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