WGC21 Woche 40

Sternzeichen Waage:
Gleichgewicht ist alles. Erzähle, wie dein Charakter etwas Schlechtes bereinigt.

Andrew:

Maddy sitzt da und weint. Ich weiß nicht, was ich tun kann. »Was ist los?«, frage ich sie und setze mich zu ihr. Ich habe es noch nie gekonnt, sie so zu sehen. Ja, ich habe gesagt, ich will keinen Kontakt mehr mit ihr, aber das hat doch nur die Wut aus mir gesprochen.
»Geh«, wimmert sie und wendet sich ab. »Lass mich in Ruhe, geh einfach, das willst du doch.«
»Du weißt, doch, dass ich das nicht so meine.« Meine Hand lasse ich über ihren Rücken gleiten. »Du weißt, dass ich dich liebe. Maddy, ich habe das Land nach dir abgesucht. Es frustriert mich gerade gegen deine Mauer zu laufen.« Vorsichtig ziehe ich sie zu mir. Wie ich dieses Gefühl vermisst habe, sie in den Armen zu halten. Ihr Duft zieht in meine Nase. »Maddy, kannst du mich nicht verstehen?«
Sie zuckt mit den Schultern, hat aber aufgehört, Tränen zu vergießen.
Ich lege meine Lippen auf ihr Haar. Sie seufzt. Schon damals hat sie es immer getan. »Ich vermisse dich«, kommt schneller aus meinem Mund, als dass ich es aufhalten kann.
»Andrew«, sagt sie leise.
»Du und ich, wir sind mehr. Ich verstehe nicht, warum du dich so dagegen wehrst.«
Sie dreht sich zu mir und ich weiß jetzt schon, bevor sie es sagt, dass ich wieder einen Korb kassiere. Sie hält an ein Leben fest, ohne mich und ohne ihre Tochter. »Wie würdest du dich fühlen, wenn ich dir Denis wegnehmen würde?«
»Dann wäre unsere Tochter bei ihrer Mutter und ich würde sie so oft besuchen, wie ich will.«
Sie starrt mich an. »Du würdest also klarkommen, dass Richard ständig durch dein Haus läuft?«
»Wenn ich dich dafür in den Arm halten kann, ja.« Ich seufze. »Wir drehen uns im Kreis, meine Liebe. Und es ist ungerecht.«
»Du stellst dir das so leicht vor«, sagt sie und steht auf.
»Ich habe dich sterben gesehen, habe sechs Jahre nach dir gesucht. Maddy, sag mir, was ist daran leicht?« Ich wollte den vorwurfsvollen Ton nicht anschlagen, doch es entspricht der Tatsache. »Du willst nicht, dass ich gehe, auch nicht, dass ich bleibe.« Ich erhebe mich. »Okay, dann nimm Denis.« Sie dreht sich zu mir. Wenigstens kann ich so meiner Tochter etwas Gutes tun.

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