Viktoria 42

Kurz danach geht die Tür auf und meine Mutter steht da. »Warum hat er dich gebissen?«, fragt sie mich und klingt mehr als entrüstet.
»Warum nicht?«, frage ich leise.
Schnaubend legt sie mir die Hand auf. Ich spüre ihre Energie, die wie ein warmer Windzug über mich gleitet. »Dir jetzt auch noch Kraft zu rauben, ist nicht das, was du gerade brauchst.«
»Das tun wir schon, so seit er mein Freund ist.«
Sie bläst die Luft aus ihrer Nase und schüttelt dabei verständnislos ihren Kopf. »Du bist aber nicht mehr die von damals.«
»Und mir macht das normal nichts aus, aber die Dinger hören nicht auf zu bluten.«
»Das sehe ich«, seufzt sie. Ihre Flügel schüttelt sie hervor und streckt sie aus. Jeder andere würde vermutlich erblinden, ich hingegen empfinde es als ein schönes sanftes Weiß. Ihre Arme streckt sie noch oben. Die Energie, die sie jetzt holt, ist von ganz oben. Das Licht trifft mich und ich habe das Gefühl zu schweben, endlich glücklich zu sein und vollkommen.
Kalte Realität, von der einen auf der anderen Sekunde. Meine Mutter keucht: »Wir haben ein verdammtes Problem.«
Sie flucht, das tut sie nicht, sie ist ein Engel. Ich schlucke. »Kannst du es nicht heilen?«, frage ich sie.
»Liebes«, höre ich meinen Vater, der sofort zu ihr eilt. Sein Blick geht zu mir. »Hast du etwas getrunken, was du nicht sollst?«
»Nein. Es ist vielleicht einiges anders bei mir, aber ich bin nicht dumm.«
»Wie geht es Liam?«, will sie wissen.
»Gut, also heute Morgen, war er wieder normal.«

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.
Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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