Stella 20

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Schwarze Dunkelheit und ich treibe wie ein Stück Holz schwerelos durch etwas. »Anpuka«, schreie ich. Doch es ist, als wenn ich in einer Druckkabine unseres Raumschiffes wäre. Kian hat es mal mit einem viel zu kleinen Tonstudio bezeichnet, irgendwie muss ich ihm da recht geben. Hinter mir schimmert plötzlich ein Licht, als ich mich dem zu wende, erkenne ich die Göttin. Strahlend schön, wie ich sie beim letzten Mal gesehen habe. Nicht wie bei unserer ersten Begegnung. Langsam geht sie in einen blutroten See.
Meine feinen Härchen stellen sich auf, als ich darüber fahre, ist es wie bei einer gerupften Ente und das Gefühl, das mein Essen wieder hochkommt, ist stark. Instinktiv weiß ich, dass dies nicht nur die Farbe von Blut, sondern es wirklich ist. Eine Bewegung darin zieht meine Aufmerksamkeit wie ein Magnet an. Ein Arm, ohne Körper treibt an ihr vorbei.
»Ah, eine neue Opfergabe«, höre ich ihre Stimme. Als sie beiseite tritt, erkenne ich ein Kind, gefesselt an dem Baum. Immer mehr würge ich. Sie zieht ein Schwert und sticht zu. »NEIN!«, schreie ich, wie kann sie das tun, besser gesagt, wie konnte sie, dies tun. Die Schwärze verblasst langsam.
»Stella«, vernehme ich Kian und dann seine Wärme, wie er mich an sich drückt. Ich habe keine Ahnung mehr, was ich glauben oder fühlen soll.
»Warum?«, frage ich.
»Es gibt immer zwei Sichten«, sagt Anpuka. »Rache ist ein zweiseitiges Schwert.«
Ich nicke. »Bring mich heim«, bitte ich Kian. Ohne nachzufragen, was ich gesehen habe, hebt er mich hoch und tut, was ich ihn gebeten habe.

Nächster Teil von Stella: Hier
Hier startete ihr Abenteuer.

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