Viktoria 45

»Niemand stirbt hier«, höre ich Liam, der wie ein Wind auf einmal neben mir steht und meinen Kopf beugt. Seine Lippen legt er auf die blutende Stelle. »Bitter.«
»Was hat das zu bedeuten?«, will ich wissen.
»Nur das etwas in deinem Blut ist. Ich werde meines untersuchen lassen, vielleicht habe ich etwas drin, dass es bei dir auslöst.«
»Aber du fühlst dich doch gut.«
Seine Finger fahren über mein Kinn. »Wir bekommen das hin, mach dir keine Sorgen.«
»Bring sie davon ab«, bellt mein Vater.
Liam mustert mein Gesicht. »Eines nach dem anderen. So kann sie eh nichts erreichen.« Er erhebt und wendet sich an meinem Vater. »Und ich werde sie nicht aufhalten, wenn sie dadurch eine Chance hat, das alles, was vor uns liegt, zu überleben.«
Liam zuckt nicht mit der Wimper, als mein Vater sich vor ihm aufbaut. Jeder andere würde vermutlich schauen, dass er flüchtet. Aber genau deshalb wurde Liam auch als mein Beschützer berufen. Er stirbt lieber, als von seiner Aufgabe abzuweichen.
Beide fliegen in gegen gesetzter Richtung an die Wand. »Beruhigt euch«, befielt meine Mutter. Sie nimmt ihre Hand herunter. »Liam hat recht, erst das eine, dann können wir weiter reden.« Sie blickt zu mir. »Bis dahin, kann sich Neues ergeben.«
»Behaltet sie im Auge, ich komme wieder, wenn ich ein Ergebnis habe.« Liam gibt mir einen Kuss. »Ich brauch dich, mein kleiner Engel.«
»Und ich dich, mein großer Engel.« Er geht ein paar Schritte. »Liam!«
»Ja?«
»Pass auf dich auf.«
»Klar.« Weg ist er.

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.
Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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