Viktoria 54

Meine Mutter greift nach meinen Schultern. »Lass das die Männer regeln, du legst dich jetzt hin.«
»Ich rede für dich«, sagt Liam.
»Danke.« Ich weiß, dass er meinen Vater verstehen kann, aber ihm ist eben auch klar, dass diese alte Situation sich verändert hat. Werde ich deswegen keine Angst mehr vor Werwölfen haben? Oh, doch, weil ihr Blut uns immer noch umbringen kann.
Jes steht da und streckt die Hand mir aus. »Werd wieder gesund.«
Ich lege mich schwach lächelnd hin. »Ich versuch es.« Ihre Hand ist wärmer als meine. »Halt dich an unsere Abmachung.«
Sie nickt. »Sterbe einfach nicht.«
»Als wenn ich das beabsichtige.«
Sie seufzt.
Meine Mutter tritt neben sie, auf meiner anderen Seite kommt Nikolas Mutter zu mir.
»Schließ die Augen«, sagen die beiden, wie aus einem Mund. Meine Lider verdunkeln meine Sicht, ich sehe nur noch wie die beiden Engel ihre Hände aufeinanderlegen und über mich halten. Sie beginnen in Engelssprache zu reden. Grob übersetzt, vertauschen sie ihre Essenzen um zusammen, sie durch mich fließen zu lassen. Heiß und kalt wird meine Haut. Ich schreie vor Schmerzen. So einen hatte ich noch nie, es ist nicht das heilige Licht, dass ich von meiner Mutter kenne. Eher als wenn ich zeitgleich in Lava und am Nordpol stehe, und das vollkommen ohne Schutz.
»Vik«, höre ich verzweifelt von Jes, in meiner kurzen Atempause. »Bitte.«
Jemand streicht mir über meine Stirn und auch wenn ich nichts sehe, weiß ich, dass es Liam ist.

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.
Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen.

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