Sophie 01

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Auf Instagram hat iv.writes zu einer Endlosgeschichte auf

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Sie rieb ihre Arme, um etwas mehr Wärme zu bekommen, sie hatte ja noch ein gutes Stück zu laufen. In ihren Gedanken brühte sie schon einen Tee auf und ließ die heiße Badewanne volllaufen. Am liebsten würde Sophie ihre Mitbewohnerin Yvonne anrufen, dass sie es schon mal vorbereitet. Was aber nicht ging, da sie ersten ihr Handy zu Hause liegen hatte lassen und zweitens nie wusste, ob sie störte. Da Yvi meist am Lernen war oder Besuch hatte, konnte sich das Sophie gut vorstellen, das sie es tun würde.
Endlich kam die Straße, in die sie einbiegen muss. Nur noch wenige Meter, und sie kann diese klammen Sachen ausziehen. Ihr Blick geht nach oben zu den Fenstern ihrer WG. »Och ne«, sagte sie enttäuscht, als sie bemerkte, dass in keinem ein Licht brannte. »Wenigstens bin ich allein.« Sie mochte ihre Mitbewohnerin, aber am liebsten war sie doch allein. Yvi stand ständig unter Strom, sie wuselte hin und her, selbst das Lernen ging ihr besser, wenn sie in ihrem Zimmer hin und her lief. Das Knarzen der Dielen war nach einiger Zeit lästig und nervig, aber Sophie nahm es hin. Im Grunde war sie ja froh, Yvi bei sich wohnen zu haben. Sie konnten sich die Aufgaben teilen und es war zu meist jemand da, mit dem man reden konnte, wenn es etwas auf der Seele lastete.
Sophie schloss die Tür auf. Schon hier im Treppenhaus war es deutlich wärmer als draußen. Schnell eilte sie die Stufen nach oben zu ihrer WG. Der Schlüssel speerte auf und sie trat in den finsteren Flur. Hier war es warm und es roch köstlich nach Gebratenen. »Yvi?«, rief sie aus, hätte ja sein können das sie sich hingelegt hatte. Doch es war Muckmäuschen still in der Wohnung.
Sophie zog ihre Jacke aus, hing sie auf und lief in die Küche. Dort stellte sie ihre Tasche ab und schaltete den Wasserkocher an. Kurz lief sie in ihr Zimmer und holte ihr Handy. Keine Nachrichten oder Anrufe.
»Hey wo treibst du dich herum?«, schrieb Sophie Yvi und holte eine Tasse heraus. Der zweite Griff ging zum Pfefferminztee, wo ein Beutel in das Porzellan landete.
»Komme gleich wieder, Finger weg vom Backofen.«

Aber so weit müsste Yvi sie kennen, das sie gerade dann es tat. Sie kniete sich hin und blickte durch das Glas. Jetzt war klar warum, sie es nicht durfte. Sie hat Crème brûlée dort versteckt. Jetzt fragte sich Sophie, wenn Yvi mitbrachte, da sie nur für bestimmte Personen es machte. »Zu oft frustriert es und dann wird es nichts«, hatte ihre Mitbewohnerin gesagt, also Sophie fragte, warum immer nur zu besonderen Gelegenheiten, wie wenn ihre Familie kommt.
Sophie verstand, dass sie ihr Besuch etwas Besonderes sein sollte. Nur zu Weihnachten und ihren Geburtstag sah Yvi sie. Die finanzielle Lage und die Entfernung machten mehr einfach nicht möglich. Sophie hingegen brauchte nur eine Etage tiefer gehen und schon stand sie in der Wohnung ihrer Eltern. Über ihr lebte ihr Bruder und neben an ihr Großeltern. Man könnte es meinen, aber das Haus gehörte ihnen. Aber sie lebten nur als Mieter darin.
Sophie machte sich einen Tee und ließ das Wasser einlaufen. Gerade als sie den Badezusatz dazugeben wollte, hörte sie das Schloss klicken.
»Arsch kalt«, vernahm sie Yvi.
»Und wie.«
Verwundert über Stimme von Yvis älteren Bruder Finn blickte Sophie aus dem Bad. »Hey.« Sie runzelte die Stirn, als sie die Kartons hinter den beiden sah.
»Äh ja«, machte Yvi.
»Du hast sie nicht aufgeklärt?«, wollte Finn wissen.
»Ne.«
Bei Sophie machte es klick, die Crème brûlée war für sie, als Besänftigung. »Wie lange?«, fragte sie und verschränkte die Arme.
»Ungewiss«, druckste sie herum.
»Also wenn es geht«, ergänzt er.
Dies konnte ja heiter werden. »Du arbeitest einen neuen Plan aus«, befiehlt Sophie und ihre Mitbewohner nicken beide freudig.
Yvi springt Sophie um den Hals. »Danke, Danke«, ruft sie immer wieder aus.
»Schon in Ordnung, müssen nur dem Vermieter Bescheid geben. UND.«
»Ja?«, hinterfragte sie.
»Ich will den Grund wissen.«
Er geht sich verlegen durch das dunkle nasse Haar. »Ich weiß ich bin etwas alt, aber ich beginne nächstes Semester mit dem Studium.« Er nahm ihre Hand. »Und wo wäre es sinnvoller, als jemand mir helfen kann.«
»Dann mal auf wenig Streit und gute Zusammenarbeit.« Sophie hoffte, dass es gut werden würde.

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