Sophie 02

https://www.instagram.com/iv.writes/
https://www.instagram.com/iv.writes/
https://www.instagram.com/iv.writes/

Doch eine wirkliche Antwort hatte sie nie bekommen, herumgedruckst, wie es war nicht der richtige Zeitpunkt oder sie hätte etwas Besseres verdient. Auch die Frage, warum er sich dann so viel Mühe gegeben hatte, beantwortete er nicht wirklich, eher ergriff er die Flucht. Leider musste Sophie sich eingestehen, dass sie sich doch etwas Hoffnung gemacht hatte, mal jemanden zu finden, der sie so annahm, wie sie war.
Sie rieb ihr Genick, sperrte ab. »Nach einem Bad sieht die Welt besser aus«, sagte sie sich leise und begann sich auszuziehen.
Langsam tauchte ihr Fuß in das dampfende nach Tannennadeln duftende Wasser. »Heiß, heiß, heiß«, gab sie immer wieder von sich, aber sie liebte es so. Nur der Anfang, wenn man auch noch halb erfroren war, konnte schmerzlich sein. Endlich nahm ihr Körper die Wärme auf und es wurde angenehm. Entspannt legte sie sich hin und schloss ihre Lider. Es war so lange her, dass sie Finn gesehen hatte. Er ging ihr aus dem Weg. Zumindest sah es so aus. Sophie war auch nicht besser, sie tat es ja auch. Nur jetzt ging es nicht mehr. Kurz kam ihr der Gedanke, ihn noch mal darauf anzusprechen, aber was brachte es bis auf Kummer.
»Sophie, bist du eingeschlafen?«, rief Yvi von der anderen Seite der Tür ihr zu.
»Nein, bin gleich da.« Wie lange war sie wohl hier im Wasser gewesen. Sie sah zu ihrer Hand. Ja ihre Finger waren schrumpelig, wie das Gesicht einer faltigen Großmutter. Schnell wusch sie sich die Haare und den restlichen Körper. Das wasserabgelassen und die Seife abgeduscht. Kurz abgetupft und in frische Kleidung gehüpft. Mit der Hand wischte sie über den Spiegel. »Du schaffst das.«

Als Sophie die Küche betrat, stellte ihre Freundin gerade die Crème brûlée auf den Tisch. Finn lächelte sie an. Kurz zuckten auch ihre nach oben. Als sie ihn das erste Mal gesehen hatte, empfand sie ihn als hübsch. Nicht herausstechend, aber doch interessant. Vielleicht war es auch das, womit er sie zusätzlich überredet hatte. Sie schüttelte ihren Kopf und nahm Platz, es war egal, was gewesen war, jetzt war sie älter und würde sich nicht mehr einlullen lassen. »Sag mal Yvi«, begann sie, »Wie hast du dir das eigentlich vorgestellt?«
Ihre Mitbewohnerin setzte sich mit Schüsseln in der Hand. »Wie meinst du das?«
»Ja, so wie ich es gesagt habe.«
»Es wird ja nicht für immer sein, dass ich euer Wohnzimmer blockiere«, meinte Finn.
»Es geht ja nicht nur darum«, sagte sie und nahm das Porzellan. »Du musst auch lernen. Oder ist es dir nicht wichtig?«
»Doch!«
»Siehst du.« Sie blickte wieder zu ihrer Freundin. »Du kannst nicht still halten, wuselst durch die Wohnung, ich kann mich in mein Zimmer verziehen, aber er kann nicht flüchten. Ich prophezeie, dass ihr beide zu nichts mehr kommt, weil ihr euch ständig ablenkt.«
»Ich bemühe mich, nur noch in meinem Zimmer zu sein.«
»Und ich«, mischte er sich ein, »schnellstmöglich eine WG oder Kleien Wohnung zu finden.«
Es hörte sich für Sophie gut an, aber sie wusste, dass weder er schnell verschwand, noch, dass ihre Freundin nicht durch die Wohnung tigern würde. Aber jetzt nein zu sagen, konnte Sophie auch nicht, darum nickte sie. »Will ich auch hoffen.«
Sie nahm sich einen großen Löffel und erhob sich. »Ich bin dann mal in meinem Zimmer. Bis später oder gute Nacht.«
Yvi nickte und wirkte bedrückt. Sophie war sich nicht sicher, ob ihre Mitbewohnerin wusste, dass es ihr Bruder war, der ihr so weh getan hatte. Es spielte gerade auch keine Rolle mehr, jetzt musste sie da durch ihn für die nächste Zeit in ihrer Nähe zu haben.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: