Viktoria 58

Plötzlich knallt die Tür auf und ein Mensch kommt hereingeflogen. Unsanft landet er an der Wand und ächzt. Nikolas steht da. »Bitte.«
»Was bitte?«, will ich wissen.
»Du wolltest den Professor, hier hast du ihn.«
»Bist du bescheuert«, fahre ich ihn an. »Wir wollen seine Hilfe und ihn nicht umbringen.«
»Der war schon bewusstlos, als Angelo ihn gefunden hat.« Er kniet sich zu dem Körper. »Und so, wie der stinkt, ist er einigen von unserer Art auf den Schlips getreten.«
Langsam erhebt mein Vater sich. »Das da ist euer Professor?«
»Ja.«
Bevor er auf Nikolas losgehen kann, greife ich nach seiner Hand. »Papa.«
»Er bringt dich in Gefahr«, knurrt er zwischen den Zähnen hindurch und seine Mimik ist wutverzerrt.
»Nikolas hat es gut gemeint, etwas übertrieben das definitiv, aber er ist auf meinen Wunsch eingegangen. Wir brauchen Verbündete.«
Nikolas richtet sich auf. »Bringen sie mich doch um, aber wie soll Viki dann gegen unsere Feinde ankommen?«
Wir müssen nicht atmen und doch bewegt sich die Brust meines Vaters auf und ab, wie wenn er tief ein und ausatmen würde. »Ich hoffe für dich, dass meine Tochter überlebt, ansonsten werde ich dein Herz herausreißen und essen!«
»Papa!«
»Ich frage mich«, brummt eine dunkle Stimme von der Tür her, »wer hier wirklich denken kann.« Ein Mann tritt ins Licht, ich erkenne ihn von dem Bild und der Ähnlichkeit mit Nikolas, dass es sein Vater ist, der erste Werwolf.
»Sei nicht so«, sagt Nikolas Mutter und kommt hinter ihm zum Vorschein, »du würdest genauso reagieren, wenn es um unseren Sohn gehen würde.«
»Es war ihre Idee.«
Sie schüttelt seufzend den Kopf und kniet sich zu dem Professor. »Wir sollten ihn festmachen.«

Viktoria treibt hier weiter ihr Unwesen.
Start ihrer Geschichte kannst du hier lesen

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: