Sophie 03

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Statt zur Teebox griff sie zu dem Espresso. Sie wusste, dass es gerade besser ist, als ein Tee, der sie beruhigte und sie vermutlich auch noch einschlafen würde.
»Wir haben nicht über dich geredet«, meinte Finn, der in die Küche kam, »also nicht so, wie du denkst.«
»Ich denke gar nichts Finn.« Sophie legte die Pads ein und ließ die Senseo aufbrühen.
Tief atmete er ein und aus, lehnte sich anschließend an die Arbeitsfläche. »Ich habe Yvi gesagt, dass es eine dumme Idee ist.«
»Auch einen?«, fragte sie und hielt ihm die Pads hin.
»Nein.«
»Hör zu«, begann sie und richtete alles andere für ihren Kaffee her, »ich habe ja gesagt, dann ist es auch in Ordnung.« Sie stellte die Tasse unter die Düse. »Es ist nur gerade etwas viel, muss ich gestehen, dein Auftreten …« Sie seufzte. »Ich habe nicht daran gedacht, dich je wiederzusehen.« Der Finger legte sich auf den Knopf und betätigte zwei Tassen. Wieder ja, aber nicht jetzt, da sie sich konzentrieren musste und keine unlösbare Aufgabe haben wollte.
»Meine Schwester wohnt hier«, meinte er und der Blick zu ihm, sagte, sie hatte sich nicht verhört, er schmunzelte. »Das wir uns wieder sehen, war doch vorprogrammiert.«
»Denkst du«, hinterfragte sie und wandte sich wieder ab.
»Ja, doch.«
»Nun wir wohnen schon eine Zeit lang zusammen und du warst nie dabei, wenn deine Eltern hier waren, oder bei sonstigen Feiern, also wie sollte ich kombinieren, dass du auf einmal Gefühle hast und doch bemerkst, dass du eine Schwester hast?«
»Du weißt, warum ich nicht hier hergekommen bin.«
»Weiß ich das?« Sie zog die Tasse heraus, gab zwei Löffel Trockenmilch hinzu und rührte ihn um.
»Schon.«
Sie drehte sich. »Nun, offen gesagt, weiß ich gar nichts.«

Der Schluck heißen Kaffee gab ihr einen Augenblick sich zu sortieren. »Was sollte ich den von dir wirklich wissen?«
»Du …« Er brach ab.
»Ich weiß, dass du der Bruder von Yvonne bist, Gedichte schreibst und gerne Mädchen ihr Gefühle vorgaukelst.« Ein weitester Schluck, um das Zittern ihrer Hände zu verstecken. »Doch, da muss ich dich enttäuschen, es hat mir nichts ausgemacht, dass du einfach gegangen bist.« Sie ging zur Tür. »Ich muss lernen, es wäre also hervorragend, wenn ihr beiden leise seid.«
»Ich muss eh schlafen gehen.«
Kurz blickte sie noch mal zu ihm. Sein Lächeln war nicht echt, seine Augen wirkten eher traurig glänzend, aber was wusste sie schon, sie kannte ihn ja auch nicht wirklich.
»Es tut mir leid«, sagte er leise, als sie gerade aus der Küche trat. Sie wollte nachfragen, was er meinte, traute sich aber nicht. »Keine Ablenkung«, brummte sie leise sich zu und eilte in ihr Zimmer. Doch es war zu spät, mal wieder war er der Herr ihrer Gedanken. Sie konnte sich so sehr dagegen wehren, wie sie wollte, aber ihr Kopf kannte nur ein Thema: Finn war wieder in deinem Leben!
Ohr Kopf hatte gut reden, ihr Herz war, doch das was bestimmte und das schmerzte wieder.
Trotzdem zog sie ihren Ordner aus der Tasche und begann zu lesen.
Es klopfte, gerade als sie auf geblättert hatte. Yvi sah sie an. »Komm fernsehen, das hat heute eh keinen Sinn.« Sie nahm ihr den Ordner ab.
»Warum?«, wollte Sophie wissen.
»Weil du hibbelig bist ohne Ende, der Espresso dir gleich Bauchschmerzen macht und ich das Gefühl habe, dass hier nur ist, um keine Zeit mit mir zu verbringen.«
Darauf wusste sie nicht mal wirklich ein Argument. Nur: »Letzteres stimmt nicht«, sagte Sophie dazu.

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