Thes 52

Wieder mal sitze ich mit meinem nackten Hintern auf der Arbeitsfläche. Gestern ist nicht viel passiert. Gerade hat die Uhr Mitternacht geschlagen und er steht da, brät nackt zwei stück Fleisch. »Wie bist du eigentlich an so einen Heini geraten.«
»Wen meinst du?«
»Na der von vorgestern.«
»Ach so Oliver. Äh, lange Geschichte, kurzer Sinn, ich war bei seinem Cousin Oskar und wir hatten einen dreier. Seitdem ruft er an, wenn er druck hat, oder ich ihn. Quitt pro Quo.«
»Oskar und Oliver«, sagt er leise. »Ist er der Einzige, also den du anrufen kannst?«
»Nein.«
»Mit wie vielen hast du geschlafen?«
Ich zucke mit den Schultern.
»So doch so viele.«
»Versteh mich nicht falsch, ich bin treu, aber ich war nie lang genug in einer Beziehung, für ich habe lange Zeit nur mit einem geschlafen.«
»Mh.«
»Was?«
»Also, wenn ich das richtig verstanden habe, würdest du nur noch einen in dich lassen, sollte er dir das gleiche Vertrauen entgegenbringen.«
»Ja schon. Jack sagt immer, dass ich einfach nur den Richtigen finden muss.«
»Wer ist das?«
»Jack?«
Er nickt und kippt den Reis ins Wasser.
»Mein bester Freund. Also nach Lisa, aber diese Geschichte kennst du ja.«
»Habt ihr auch schon?«
Ich lache los. »Never.«
»Und das kannst du sagen, weil?«
»Er stock schwul ist und davon abgesehen, dass …«
»Dass?«
»Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll.«
»Einfach frei heraus.«
»Ich kann mir einfach nichts mit ihm vorstellen. Wir liegen zusammen im Bett, wenn er hier übernachtet, und ich habe nicht mal im entferntesten daran gedacht, ihn zu berühren.«
Er hebt mir einen Löffel mit Soße hin. »Dann hast du bei mir schon daran gedacht, also im Krankenhaus?«
»Nein.« Oder kann es sein?
»Es hat dir aber recht wenig ausgemacht, das ich dich zu mir gezogen habe.« Sein Blick ruht auf mir.
War ich da schon dabei, mich in ihn zu verlieben? »Ich wäre auch fast aus dem Bett gefallen«, sage ich.
Seine Hand geht zu meinem Genick und zieht mir an die Haare, während er sich zwischen meinen Beinen stellt. »Ich wollte dich schon da.«
»Das Essen«, flüstere ich. Seine Hand geht zu den Knöpfen und schaltet den Herd aus.

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