Thes 53

»Ich will dich Theresa.«
In meinem verliebten Kopf höre ich da ein, für mehr. Aber das meint er nicht, nur Sex, das ist das Gerade, wo wir harmonieren. Ich sage nicht nein, krank irgendwie, ich weiß, aber ich will es jetzt genießen und nicht ständig daran denken, dass morgen um sechs der Wecker geht und er lachend von dannen zieht.

Wir liegen im Bett, essen haben wir vor ein paar Minuten. Mit ihm lebe ich ehrlich auf Diät. Vierundzwanzig Stunden, dann wird sich diese Blase auflösen und alles geht wieder, wie ich es gewöhnt bin. »Sag mal«, meint er.
»Mh?«
»Würdest du für Lisa Mark verzeihen?«
Okay, jetzt verstehe ich, woher der Wind weht, warum er wirklich hier ist. »Nein.«
»Warum nicht?«
Ich will etwas sagen.
»Versteh mich nicht falsch, das, was wir damals gemacht habe, war scheiße. Es tut mir auch unendlich leid. Aber die beiden lieben sich und sie, na ja, sie klingt immer sehr traurig, wenn es darum geht.«
»Ich weiß, das es sie verletzt. Er trägt sie auf Händen, das weiß ich auch, doch das ändert nicht daran, was er getan hat.«
Er schluckt. »Dann hast du mir also auch nicht verziehen?«
Doch, weil ich mich dumme Kuh total in dich verliebt habe, aber das behalte ich für mich. »Das ist etwas ganz anderes.«
»Und was genau?«
»Jack würde sagen, weil du dich bewiesen hast.«
»Ich mag dich Thes sehr sogar, ich will nicht, das dies weiter zwischen uns steht.« Seine Finger streichen mir über die Wange und der Blick ist irgendwie voller trauer. »Ich habe Angst, das du mir das jedes Mal an den Kopf wirfst, weil wir uns streiten.«
Meine Nase lasse ich über seine Backe fahren, meine Lippen kurz über seine. »Dann gib mir keinen Grund an dir zu zweifeln.« Grob zieht er mich am Genick an seinen Mund, drückt mich dabei in die Kissen. Ich schlinge meine Arme um seinen Hals, in diesen Moment gibt es die Vergangenheit offiziell nicht. Aber ich werde es immer im Hintergrund wissen. Ich kann und darf ich nicht vertrauen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

%d Bloggern gefällt das: