Thes 55

Ich hasse Wecker vor allem, wenn sie klingeln, wenn man gefühlt erst gerade eingeschlafen ist. »Thomas«, gebe ich von mir. Dieser kommt im Schlafzimmer, frisch geduscht und schon an Zähne putzen.
»Tut mir leid, ich dachte, ich habe ihn ausgestellt.« Er küsst meine Stirn und nimmt sein Handy hoch. »Wie hast du geschlafen?«
»Zu kurz.«
»Vergiss nicht, du musst heute zum Arzt.«
»Ja.«
Er streicht über mein Haar. »Ich würde dann so um sechs kommen, geht das in Ordnung.«
»Ich bin doch nicht da«, gebe ich einen genervten Ton von mir.
»Ach ja dein Date mit OO.«
»Du nervst grade.« Ich wende mich ab.
Ich höre ihn ein paar Mal tief durchatmen. »Ruf an«, sagt er dann und geht aus dem Schlafzimmer.
Ich folge ihm. »Warum?«
»Okay, vergiss es einfach, streich die letzten Tage und werde wieder so zickig wie die Tage im Krankenhaus.« Er zieht sich an.
»Es gibt einfach Sachen, die dich nichts angehen, du bist nicht mein Freund.«
Er presst seine Kiefer aufeinander. Wirft alles andere in seinen Rucksack. »Dann viel Spaß, bei deinem Date!«
»Verpiss dich«, gebe ich jetzt sauer von mir.
»Keine Sorge, das werde ich.«
Die Tür knallt ins Schloss, ich zucke zusammen und komme mir so elend vor. Schnell laufe ich zum Fenster. Er läuft zu seinem Auto. »Thomas«, rufe ich aus.
»Was?«
»Es tut mir leid.«
»Ach ja?« Ich nicke. »Wirst du da heute trotzdem hinfahren?«
»Ich muss.« Er steigt ein, ohne ein weiteres Wort zu sagen. »Danke«, sage ich leise, während er mit quietschenden Reifen vom Hof fährt. Ich geh mir durch die Haare und bleibe im Genick stehen. Ich schließe meine Lider, irgendwie habe ich das starke Gefühl, mich ihm zu erklären und versuchen das es klappt zwischen uns. Ich sehe auf die Uhr. Ich könnte ihm gleich nach, oder ich gehe erst zum Arzt und zeige ihm, dass ich auf ihn höre.

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