Quinn 70

vom Schrank holen, Hanteln stemmen, zeichnen, ertasten, verwundert hinter einer Tür sehen, Frage

Im Flugzeug werfe ich meinen Rucksack oben hinein und nehme Platz. Ich sehe nach draußen und schnalle mich an. Nach schnell ertaste ich mein Handy in der Tiefe meines Rucksackes und hole es herunter, um Musik zu hören. Gerade als ich mich wieder anschnalle, lässt sich jemand neben mir fallen. »Gehts noch«, fauche ich, stocke und bin verwundert. »Jendrik?«
»Jap.«
»Was wird das?«
»Ich habe mich entschlossen, mit dir wandern zu gehen.«
»Und deine Familie?«
»Mam weiß Bescheid und findet es gut.«
»Du hast …« Meine Stimme versagt und meine Augen fangen an zu brennen.
»Ja ich habe mit ihr geredet. Levi geht es gut, er hat sich im Fitnessraum eingesperrt und stemmt Gewichte.« Er blickt zu mir. »Kian wünscht, dass wir uns regelmäßig melden.«
»Will er das wir ihm eine Karte zeichnen?«, frage ich ihn.
Er lacht auf. »Nein, einfach wissen, ob es gut geht und ob wir etwas brauchen.«
»Ich brauche das Geld nicht!«, zische ich.
»Verstanden.«
Ich atme tief durch, bis meine Wut verraucht ist. »Danke.«
»Gerne und eigentlich muss ich danke sagen.«
»Wieso?«
»Weil, ich endlich mal ohne sie sein kann. Also nichts gegen meine Familie, wirklich! Ich liebe sie. Aber seit ich denken kann, hängen wir immer irgendwie zusammen. Manchmal komme ich mir vor wie ein Kleinkind.«
»Du wirst jammern.«
»Das definitiv, da bin ich mir sicher. Aber es wird eine Erfahrung und ich bin froh, sie mit dir zu machen. Du wirst mir schon Feuer unter meinem Hintern machen.«
Ich kann nicht anders, als ihn zu umarmen. »Danke dir«, flüstere ich und wünsche mir, für einen kurzen Moment, dass Levi etwas mehr wie Jendrik sein sollte. Aber tief in mir weiß ich, dass dies niemals passieren wird.

Der nächste Teil von Quinn gibt es hier.
Wollt ihr es von Anfang lesen, dann startet hier

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