Thes 58

Ich habe mich ausgeschlafen, na ja eher meinen Kater habe ich verziehen lassen. Jack ist schon arbeiten. Ich wünsche, ich wäre nicht zum Arzt und könnte auch jetzt arbeiten, dies Ablenkung würde mir gut tun. Ich fahre nach Hause. Ein Zettel hängt an der Tür, die Schrift sagt mir nichts und wir müssen reden, ja da kann ich es mir denken, sicher bin ich mir nicht.

Am Abend dann gehe ich ins Kino, eigentlich ist es schon länger geplant, aber immer wieder absagen, das hat mich genervt und ich habe gesagt, dann gehe ich einfach alleine.
Doch als ich an der Kasse anstehe, höre ich ein Lachen, was mir sehr wohl alles sagt und mir regelrecht Krämpfe hervorruft. Ich sehe zu Thomas. So klar, dass er sie neben sich stehen hat und an seine Brust zieht. Sein Blick ist auf mich gerichtet, oder ich bilde mir es ein. Okay, wenn du denkst, du kannst mir weh tun, drehe ich den Spieß jetzt um und dieses Mal ist niemand da, der mich davor bewahrt. Der Film fängt in zwanzig Minuten an. Gut, dass ich jemanden weiß, der nicht wegwohnt und unheimlich darauf steht, hier im Kino zu vögeln. Nur wie kann ich ihn erreichen? Verflixt, ich brauche ganz dringend wieder ein Handy. War hier nicht irgendwo eine Telefonzelle? Schnell verlasse ich das Kino, noch bevor ich die Karte habe. Ein paar Münzen in den Apparat und dann die Nummer eingetippt. Gut das ich ein Zahlengedächtnis habe. »Hey Sven, Kino jetzt Blasen«, sage ich sofort, als ich höre, dass er abgenommen hat.
»Bin dabei!« Ich lege auf und stelle mich wieder an. Kurz danach legt sich eine Hand auf meinen Po. Reaktionstechnik würde demjenigen eine geknallt bekommen. Aber ich bemerke das neue Sex-Date. »Was muss ich mir den reinziehen für die Nummer?«
»Den neuen Stellone.«
»Cool, das ist wirklich eine geil …«
»Was ist?«
»Die da vorne ist heiß.«
Ich sehe in die Richtung und seufze. »Vergiss es, das ist Bianca und der daneben ist ihr Freund.«
»Echt?«
»Ja, warum?«
Er hat seine Hand an meinem Kinn und gibt mir einen Zungenkuss. »Weil er eifersüchtig ist.« Er zuckt mit den Schultern. »Mir ist das echt egal, solang ich einen geblasen bekomme. Aber ehrlich, das ist ne miese Nummer von dir.«
»Wenn er es wirklich sein sollte, dann ist seines auch scheiße.«
»Da gebe ich dir recht.«
»Die vier zwei Mal am besten ganz hinten.«
»Dreiundzwanzig«, sagt der Kassierer und reicht und die Karten, nachdem er das Geld erhalten hat. Sven legt den Arm um mich und wir gehen nach oben. Es ist ja nicht so, dass er hässlich ist, aber einmal Ex sollte reichen. Mir ist gar nicht aufgefallen, dass er sogar Thomas sehr ähnlich ist. Seine Haare sind etwas kürzer und er ist schmäler, aber ansonsten ist es doch recht ähnlich, oder ich projiziere da etwas hinein.
Wir gehen in den Saal und setzen uns auf die Plätze. »Erzähl mal«, beginnt er.
»Was willst du wissen?«
»Du und dieser Typ lief da was?«
»Geht dich einen Scheiß an.«
»Oh, verstehe, du bist verknallt.«
Ich verdrehe meine Augen, will etwas sagen, doch da stiefelt Thomas und seine Freundin auf uns zu.
»Willst du dich nicht auf meinen Schoß setzen?«, vernehme ich ihn. Ich balle meine Hand zu einer Faust.
»Du versauter Kerl, du«, schnurrt sie. Gleich schlag ich jemanden. Boah jetzt knutsch Geräusche. Würg.
Ich wende mich meinem Ex zu. Sein Blick ist hinter mir gerichtet. »Viel Spaß Babe«, gibt er von sich und rutscht etwas tiefer. Ich beuge mich zu ihm. »Wenn du noch mehr Abscheu hineinlegst, wird er dir das nie abnehmen, dass du über ihn hinweg bist«, flüstert er mir zu und küsst mich. Ich muss mich so zusammenreißen, ihm keine zu scheuern. Meine Hand lege ich auf sein Glied. Toll, da ist wirklich auch noch Arbeit dabei.
»Du bist dir wohl für nichts zu schade«, ruft Thomas aus und reist meine Schulter beiseite.
»Ich wusste nicht, dass ich dir irgendeine Rechenschaft schuldig bin!«, fahre ich ihn an.
»Lass sie doch«, mischt sich meine Ex-Bekannte ein. Jetzt ist sie definitiv Geschichte.
»Halt die Klappe«, geht er sie an. Wow, das ist jetzt aber überraschend.
»Wie bitte?«
»Misch dich nicht ein, das ist eine Sache zwischen ihr und mir.«
»Dann fick doch mit ihr, denn mir wird das langsam zu dumm mit dir.« Sie steht auf und stöckelt hinaus.
»Ich bin dann auch mal weg, sorry Babe, aber das Geschoss will ich.«
»Ja viel spaß«, gebe ich von mir und kann nur zu sehen, wie er ihr hinter her eilt.
»Was sollte das?«, will thomas wissen.
»Oh, darf ich kein Date mehr haben?« Wir kassieren inzwischen schon böse Blicke. »Reg dich, es ist verdammt beschissene Werbung!« Ich wende mich an ihn. »Du willst mir ans Bein pissen, aber bist ein größeres Arschloch.«
»Klar, weil ich gleich ein Sex-Date plane, nach dem ich bei dir war.«
»Ich habe nichts geplant, der gleichen, du bist derjenige, der ihr die Zunge in den Hals gesteckt hat.«
»Sicher und OO sind nicht Oliver und Oskar.«
Ich blinzel. »Wie bitte?«
»Na dein dreier?«
»Du bist so ein Idiot.«
»Theresa, ich muss dich bitten, leise zu sein oder zu gehen!«, höre ich.
Ich blicke den Bruder einer Freundin wütend an. »Ihr Scheiß Kerle fickt euch die Weltgeschichte und wir Frauen sind dann schuld.«
»Könntest du …«
»Was ist es dir peinlich, dass du selbst deine Schwester vögelst, oder besser gesagt deine Ex ständig und andauernd mit ihr betrogen hast.«
»Das …«
»Fickt euch doch.« Dieses Mal bin ich diejenige, die hinausrennt.
»Theresa«, ruft Thomas mir nach.
Ich laufe weiter, erwische den Aufzug, der zum Parkhaus führt. Ich zahle die Gebühr. »Komm schon«, dränge ich das Gerät. Aufgebracht eile ich weiter zu meinem Auto.
»Theresa, jetzt bleib stehen.«
»Warum sollte ich?« Ich drehe mich zu ihm. »Willst du mich fertig machen?«
»Wir sollten reden?«
»Es gibt nichts zu reden.«
»Wo warst du gestern Abend?«
»Spielt das irgendeine Rolle?«
»Ja für mich schon.«
»OO steht für Odette und Odette oder Oma und Oma.«
»Du warst … Es tut mir so leid«, sagt er, dann fasst er an mein Kinn. Ich will nicht nein, doch mein Körper will ihn. Schnell werden wir immer leidenschaftlicher. Er drückt mich an ein Auto. Der Alarm geht los.
»Nein«, gebe ich von mir und schubse ihn weg. »Das ändert nichts, denn wir haben nichts gemeinsam. Ich bin nicht dein Spielzeug!«
»Theresa …«
»Lass es Thomas, das mit uns kann nicht gut gehen.« Ich drücke auf den Knopf meines Schlüssels. Kurz warte ich im Auto, flehe Gott an, dass Thomas kämpft, mir zeigt, dass er es ernst meint, aber nichts. Mein Weg führt mich zu Jack und der gleichnamigen Flasche.

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