Thes 59

Die Tage vergehen eigentlich immer gleich. Am Donnerstag kommt Aaron, Jacks Freund wieder und dem gefällt es erst mal gar nicht, dass ich da bin, aber gehen lassen will er mich dann auch nicht.
Am Freitag sitzen wir am großen Tisch und haben Gesellschaftsspiele ausgepackt. Erst finde ich alles recht witzig, es lenkt mich das erste Mal wirklich von Thomas ab. Wie sehr ich ihn vermisse, habe ich nie für möglich gehalten.
»Such dir etwas aus«, sagt Aaron und stellt ihre Spiele auf den Tisch. Jack räumt gerade »Mensch ärgere dich« nicht auf.
»Nimm einfach eines«, sagte ich und schütte mir einen Jägermeister zur Fanta.
Jack geht über das geflochtene dunkle Haar seines Freundes, verräumt die Schachtel und setzt sich wieder zu uns. Das alles ist noch süß, bis ich sehe, welches er ausgesucht hat. »Spiel des Lebens.« Wie ein Schlag ist Thomas wieder so nah bei mir, dass ich anfange zu weinen.
»Aua«, gibt Aaron von sich.
»Hey, es ist nur ein Spiel.« Jack nimmt mich in den Arm.
»Thomas«, wimmere ich.
»Ach Zuckermaus.«
»Ich wusste nicht, … Bitte entschuldige mich, wenn ich geahnt hätte, dass es dich so erwischt hat, dass du dir ein Leben mit ihm vorstellen konntest, dann …« Konnte ich das? Ich weiß es nicht, nur das er mir fehlt, und das sehr.
»Aaron, manchmal bist du so sensibel wie eine Zwiebel.«
»Danke Schatz.«
Jack hebt mein Kinn. »Hey weißt du was, wir gehen morgen mal wieder tanzen, das haben wir schon lang nicht mehr gemacht und es lenkt dich ab.«
»Ich weiß nicht«, schniefe ich.
»Ich finde, die Idee ist gut.« Mein Blick geht zu Aaron. »Komm, gib dir einen Ruck.« Wie kann ich da nein sagen? Sie versuchen ja, mich aufzumuntern, und vielleicht ist es wirklich etwas, was mir guttut.

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