Quinn 78

Geldzählen, Weinen, verletzt am Daumen, Zwerg, groß klein, Dieb

Jendrik lächelt mich an, doch sehr schnell ist er nur auf dem Bildschirm fixiert und grölt mit den anderen mit. Ganz vorne sitzt ein kleiner Mann, der immer wieder aufspringt. Die anderen nennen ihn Zwerg, bei dem Unterschied von groß und klein, kann ich das auch sehr gut nachvollziehen.
»Aua«, höre ich diese Sabsi.
Leise, um die Männer nicht zu stören, schleiche ich mich wie ein Dieb zu ihr.
»Scheiße«, wimmert sie.
»Kann ich helfen?«, frage ich sie.
»Ich hab mich geschnitten«, schnieft sie und zeigt mir ihren Daumen. Zitronensaft brennt höllisch in offenen Wunden, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
»Hol dir ein Pflaster, ich mach hier weiter.«
Sie nickt mir lächelnd zu und wischt sich ihre Tränen ab. Ich beginne mit dem Schneiden der Zitronen und wunder mich nicht, warum sie sich geschnitten hat, das Messer geht hindurch, als wenn es nichts wäre.
Der kleine Scheibenberg türmt sich immer mehr, als sie wieder kommt. »Danke.«
»Gerne.«
»Sag mal«, ihr Kopf bewegt sich Richtung Jendrik, »ist das nicht Jendrik Evens.«
»Nein, oh Gott sprech ihn ja nicht darauf an, aber fast jeder hält ihn dafür«, lüge ich schnell und seufze theatralisch. »Er ist darüber mehr als nur genervt.«
»Kann ich verstehen«, meint sie. »Die Familie tut mir echt leid.«
»Ja, wer möchte den schon als Sexsymbol abgestempelt werden.«
»Aber mit deinem Mann hast du es ja nicht schlecht getroffen«, sagt sie und zwinkert mir zu.
»Er und ich sind nur Freunde.«
»Wirklich?«
»Ja, aber nimm es mir nicht übel, er hat grade ne schwere Beziehung hinter sich, lass ihn in Ruhe.«

Der nächste Teil von Quinn gibt es hier.
Wollt ihr es von Anfang lesen, dann startet hier

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