Quinn 79

Ei, Pilz, Beil, Aufprall, kessel, Wäsche trocknen

»Ich kann nicht verstehen«, sagt sie und geht zu zwei Herdplatten, wo sie einen Kessel drauf stellt, »wie man so einen Schnuckel in den Wind schießen kann.«
»Umgekehrt, sie ist fremdgegangen und er hat sie verlassen.« Mann, kann ich gut lügen. Es ist ja nicht so, dass ich es ihm nicht gönne, aber wir wollen weiter und das würde sie nicht zulassen.
»Miststücke«, brummt sie. »Aber viele Männer sind auch nicht anders, erst beste Gelegenheit und Zack Schwanz drin.«
Ich muss schmunzeln. »Ja, leider«, seufze ich.
Sie schüttet Wasser in den Kessel, gibt Pilze dazu. »Ein Gumbo, kennst du das?«
»Nein, aber ich wollte das schon immer mal probieren.«
»Pilze gehören eigentlich nicht dazu, aber ich mag es so lieber. Willst du das Fleisch und die Würstchen schneiden?«
»Gerne.«
Sie reicht mir eine Schale mit den Zutaten, einem Brettchen und einem Beil. Sie erzählt mir, beim Schneiden, dass sie aus Louisiana kommt und ihre Oma es ihr beigebracht hat. »Während es gekocht hat, hat sie dann immer die Wäsche zum Trocknen aufgehangen.« Sie reicht mir ein gekochtes Ei und setzt sich neben mich. »Wie schneidest du es auf?«
»Äh ich klopfe und pelle es dann, warum?« Kurz prallt die Schale auf das Holz auf und beginne sie vom Ei zu entfernen.
Sie legt ihren Kopf schief. »Meine Oma hat immer gesagt, wer das Ei köpft, ist ungeduldig.«
»O, das kann ich auch sein«, lache ich.
»Und er?«
»Gute Frage, ich habe darauf nie geachtet.«
Sie steht wieder auf. »Ihr bleibt doch zum Essen?«
»Eigentlich wollten wir heute weiter ziehen.«
Sie winkt ab. »Nichts da ihr bleibt.« Sie geht zur Tür. »Und davon werde ich ihn auch überzeugen.«

Der nächste Teil von Quinn gibt es hier.
Wollt ihr es von Anfang lesen, dann startet hier

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