Neustart für niki und Simon

Neustart für Niki und Simon 20

Heute neue Einheiten 🙂 und da kommen noch sehr viel mehr

117. Niki

Simon zieht mich mit an den Tisch. Frühstücken gibt es eigentlich nur am Wochenende mit der ganzen Familie, so unter der Woche, nein das wäre mir neu. Ich weiß auch ehrlich nicht, was ich davon halten sollte, sie schon so früh zu ertragen. Simon hingegen, scheint eigentlich ein recht gutes Verhältnis zu seinem Vater zu haben. Langsam lasse ich mich auf dem Stuhl nieder. In dem Brötchenkorb liegen gefühlt Hunderte von Sorten. Simon greift beherzt zu.

»Wann musst du zum Arzt?«, frage ich ihn. So große Schmerzen scheint er ja nicht mehr zu haben.

»Heut Nachmittag«, antwortet er, zwischen zwei Bissen. Sein Blick ist irgendwie komisch, als wenn ich ihn damit auf den Geist gehen würde.

Das beginnt ja toll. Nicht! Ich greife nach der Breze. »Für die Schule. Danke Ihnen, Herr Breckheim.« Ich erhebe mich. »Wir sehen uns.«

Sein Vater blickt zwischen uns hin und her. Ich bin anscheinend echt inkompetent.

118. Simon

Wow, was geht denn nun bitte ab? Was habe ich denn falsch gemacht? Irgendwie kann ich machen, was ich will. Gefühlt mache ich eh alles falsch.

Mein Vater sieht mich fragend an. Ich zucke ratlos mit den Schultern.

»Geh ihr nach, Simon!«, drängt er mich.

Ich verdrehe die Augen, schnappe mir mein Essen und meinen Rucksack und bin zur Tür raus. Als ich rennen will, meckert mein Körper. Wunderbar. Schlechter Zeitpunkt.

Hastig gehe ich in Richtung Schule. Von Niki ist keine Spur zu sehen.

Aber sie ist eben auch deutlich schneller auf den Beinen als ich momentan.

Ich atme genervt aus. Warum kann nicht mal alles normal laufen? Immer muss es Schwierigkeiten geben. Verbissen betrete ich die Klasse und sehe sie auf ihrem Platz sitzen. Als sie mich sieht, schaut sie zum Fenster raus. Doch die Tränen in den Augen habe ich gesehen.

Missmutig lasse ich mich auf meinen Platz neben sie fallen.

»Bevor du mich nun hier anfährst, ich habe es nicht böse gemeint. Meine Mutter nervte mich nur immer mit so was. Da kannst du nichts für. Es tut mir leid«, sage ich leise, da ich nicht will, dass die anderen es mitbekommen, die bereits im Klassenraum sind. Wortlos schiebe ich ihr eine Tupperdose zu. »Dein Essen. Mit einer Breze kommst du nicht weit über den Tag, wenn du nicht hungern willst.«

119. Niki

Ich nicke nur, lasse aber die Dose da stehen, wo er sie hingestellt hat. Diese ganze Situation überfordert mich. Sicherlich habe ich schon mitbekommen, dass seine Mutter ihm auf den Nerv geht, aber woher soll ich ahnen, dass sie so etwas gefragt hat? Von meinem Vater bin ich nichts anderes gewöhnt, da er ja selber Arzt ist, aber sie hat nicht den Eindruck gemacht, als wenn sie penetrant gewesen wäre. Oder hat er nur es gesagt, damit ich mir nicht so dumm vorkomme?

Die Tür geht auf und zu meiner Überraschung steht nicht Herr Baumgartner im Rahmen, sondern meine Mutter. »Dominque?«

Das hat mir grade noch gefehlt? Wird sie jetzt hier vor allen ausbreiten, dass ich diese Nacht bei ihm gewesen bin? Wie wird er reagieren?

»Was?«, brumme ich.

»Du bist heute freigestellt, wir haben ein paar Termine.« Ihr knurren durch die Zähne hindurch, habe ich sehr wohl mitbekommen.

»Termine?«

Kurz sieht sie zu ihm und verstehe immer noch nicht, was sie eigentlich von mir will. »Kommst du jetzt?«

»Ne, weil egal was für Termine, das hat Zeit bis heute Nachmittag beziehungsweise Abend, wenn ich mit den Pferden fertig bin. Es ist Schulzeit, falls es dir nicht aufgefallen ist.«

Sie presst ihre Kiefern aufeinander. »Dominque, ich bin deine Mutter und ich sage, du kommst jetzt mit!«

Ich verschränke die Arme, langsam sollte sie mich kennen.

120. Simon

Holla die Waldfee, was geht denn hier gerade ab? Dominiques Mutter sieht aus, als würde sie gleich explodieren. Meine Güte. Wirklich sympathisch ist mir die gute Dame nicht. Doch einmischen will ich mich auch nicht. Sie ist ohnehin angefressen. Hinterher bekomme ich das noch ab.

Wortlos lege ich meine Sachen weiter auf den Tisch und harre der Situation.

Gerade kommt Baumgartner und sie diskutiert auch mit ihm. Allerdings ist es so leise, dass wir kein Wort verstehen. Mir schwant nichts Gutes. Ihre Mutter sieht so ernst und genervt aus. 

Dominiques Mund wird immer verkniffener und sie krallt schlussendlich ihre Hände um die Brotdose. Was ist hier los? Ahnt sie, was nun kommen wird?

121. Niki

Wenn sie mir jetzt kommt, wir ziehen wieder um, raste ich aus. Passen würde es ja, jetzt, wo ich jemanden gefunden habe, der nicht will, dass ich gehe. Zumindest hat er das gestern gesagt, ob es immer noch so ist, weiß ich nicht. Wütend stehe ich auf. »Verdammt noch mal, was willst du überhaupt von mir?«

»Wie redest du mit mir?«, fährt sie mich an.

»Dominique«, mischt sich der Baumgartner ein. »Du solltest wirklich mitgehen.«

»Was mischen Sie sich da ein?«

»Ich …«

»Du willst es hier vor allen ausdiskutieren?« Sie sieht zu Simon. »Gut, ich verbiete dir den Umgang mit diesem Suspekt.«

Ich erstarre. Scheiß! Was soll ich sagen? Ja, sie wissen, dass ich und er reden, aber bis gestern, haben wir beide noch gesagt, wir sind Freunde. Wie wird er reagieren?

122. Simon

Ich kann nicht anders, ich fange an zu lachen. »Wow, Sie haben ja richtig Respekt vor Menschen. Sowohl vor Ihrer Tochter, wie auch vor anderen Menschen und so was nennt sich Lehrerin. Ich bin ja richtig froh, dass wir keinen Unterricht mit Ihnen haben.«

Ehe ich mich versehe, kommt von unserer Erzfeindin ebenfalls ein netter Angriff in Richtung Dominiques Mutter. Sie steht da und schaut aus wie eine Kuh, wenn es donnert.

»Und selbst wenn sie uns den Umgang miteinander verbieten wollen, ich für meinen Teil werde mich nicht dran halten. Denn Dominique ist selbst in der Lage zu entscheiden, mit wem sie Kontakt haben möchte und mit wem nicht«, schiebe ich noch hinterher. Gerade beginnt mir dieser Kleinkrieg Spaß zu machen. Nur das meine Freundin dazwischen steht, finde ich alles andere als amüsant. 

123. Niki

»Du hast gar nichts zu sagen, deinetwegen, spinnt sie jetzt noch mehr herum. Noch nie hat sie nicht zu Hause übernachtet!«

»Lüge«, zische ich. »Und das weißt du auch.«

»Ach ja?«

»Markus und ich …«

»Da war es Sommer und nicht diese Nasskälte.« Sie reibt sich die Nasenwurzel. »Es spielt auch keine Rolle. Der Punkt ist, dass wir es dir verbieten.«

»Wie willst du das anstellen?«, frage ich sie kopfschüttelnd. Innerlich habe ich Angst, auf die Antwort. »Wir sind in einer Klasse …«

Wieder fällt sie mir ins Wort. »Wir haben beschlossen, dich in eine Schule zu tun.«

Am liebsten würde ich ihr das F-Wort an den Kopf knallen. »Vergiss es.«

»Das ist doch unerhört«, kommt hinter uns von ein paar von unseren Mitschülern.

»Ich würde sagen«, mischt sich der Baumgartner ein, »die Gemüter beruhigen sich erst mal und dann in Ruhe darüber zu reden. Astrid, ich verstehe, dass du gerade Panik schiebst. Aber Dominique wieder herauszureißen, ist wirklich unangebracht.«

»Du hältst dich da gefälligst raus oder warst nicht du derjenige, der mir gleich gesagt hat, wie schlecht dieser Junge ist!«

»Ist er ja auch, aber …«

124. Simon

»Nun wird es interessant«, entgegne ich. Mein Finger ist schon lange auf der Aufnahmetaste meines Handys und es geht gerade direkt auf jenes meines Vaters. Das wird nicht lange dauern, ehe er hier aufschlägt. »Was ist denn bitte so schlecht an mir?«

Baumgartner stammelt vor sich hin. Doch eine Information, was denn so schlecht an mir sein soll, habe ich bislang noch nicht bekommen.

Dominique steht da wie ein begossener Pudel. Sie tut mir leid. Mit solch einer Mutter gestraft zu sein, ist wirklich kein leichtes Laster. Unsere Blicke begegnen sich. Ich sehe die Panik in ihren Augen. Am liebsten würde ich aufstehen, zu ihr hingehen und sie einfach wegzerren. Aber würde sie es zulassen? Vermutlich nicht.

Das Ganze entwickelt sich zu einem wahren Tumult da vorn. Ihre Mutter wird immer hysterischer, Baumgartner stammelt vor sich hin, unsere Mitschüler gehen auf die beiden los und wir zwei sind irgendwie lost in Space.

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